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Altenburg Fachdienst Brand- und Katastrophenschutz steht ohne eigenes Fahrzeug da
Region Altenburg Fachdienst Brand- und Katastrophenschutz steht ohne eigenes Fahrzeug da
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00:17 12.06.2018
Der einstige Kommandowagen des Landratsamtes steht schon seit Monaten abgemeldet auf dem Hof eines Altenburger Autohauses. Quelle: privat
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Altenburg

Bei ausgedehnten Schadensszenarien, beispielsweise Großbränden, Unwetterkatastrophen oder schweren Unfällen, steht den jeweiligen Feuerwehren bei ihrer Arbeit rund um die Uhr kompetente Unterstützung von Seiten des Landratsamtes zur Seite: Der Kreisbrandinspektor sowie die ehrenamtlichen Kreisbrandmeister sollen auf entsprechende Anforderung mit vor Ort ausrücken, um dort den Einsatzleitern mit fachlichem Rat sowie koordinierend zur Seite zu stehen und zudem die Kontakte zu involvierten Behörden herzustellen.

Dafür gab es im Kreis bislang ein Bereitschaftssystem, in dem sich die Führungskräfte vor allem in der Nacht und an den Wochenenden abwechselten. Allerdings scheint dies abgeschafft zu sein. Offiziell zum Sachverhalt äußern kann oder will sich im Landratsamt aktuell niemand. Der zuständige Fachdienstleiter, Ronny Thieme, weilt derzeit im Urlaub. Auch Landrätin Michaele Sojka sowie ihr Stellvertreter, Matthias Bergmann, sahen sich bis Freitag außerstande, zu den Problemen Stellung zu nehmen. Sojka sicherte für den Montag ein Gespräch mit der OVZ zu.

Ein Insider packt aus

Dafür wird ein Insider umso deutlicher, der seinen Namen aus Furcht vor möglichen Sanktionen nicht in der Zeitung sehen will: „Es gibt in der Behörde keinen, der das Thema richtig anpackt. Stattdessen ziehen alle lieber den Kopf ein und schieben sich die Problematik gegenseitig zu“, wettert der. Gerade die Forderungen, die an die durchweg ehrenamtlichen Kreisbrandmeister gestellt werden, würden immer höher geschraubt, obwohl sie wie alle Ehrenamtlichen beruflich nebenher eingespannt sind.

Neueste Blüte: Der gesamte Fachbereich Brand- und Katastrophenschutz verfügt derzeit über keine eigenen Fahrzeuge mehr. Der geleaste Kommandowagen vom Typ VW wurde mittlerweile zurückgegeben und kein neues Fahrzeug als Austausch geleast. Intern sei die Ansage gekommen, dass man derlei Anschaffungen angesichts der anstehenden Gebietsreform und der bestehenden Unklarheit, wie das dann neue Kreiskonstrukt aussehen werde, nicht mehr tätigt. Und auch ein Feuerwehr-Kleinbus war bis vor geraumer Zeit fest dem Fachbereich unterstellt. Der ist aber jetzt an die Gößnitzer Feuerwehr abgegeben worden, wie vertraglich vereinbart war.

Sonderfall in Thüringen

Nach außen hin sorgt die Situation für einige Bestürzung. Denn derzeit sind der Kreisbrandinspektor oder einer der Kreisbrandmeister als sein Stellvertreter im Amt die einzigen in Thüringen, die ohne eigenes Kommandofahrzeug unterwegs sind. Die Kreisbrandmeister sollen zudem dazu angeregt worden sein, mit ihren privaten Autos zu Einsätzen zu fahren. Auch feste Mitarbeiter der Behörde müssen dies offensichtlich so handhaben oder ein Fahrzeug aus dem Fuhrpark des Landratsamtes bestellen.

Augenscheinlich scheint derzeit dieser wichtige Dienst nicht mehr per klar eingeteiltem Dienstplan zu funktionieren, sondern nur noch auf Zuruf. Diese Annahme lässt auch eine interne Anweisung der Landrätin zu, die festlegte, dass vorerst nur noch eine „Zufallsbereitschaft“ gelte.

Mindestens zweimal ging’s schon schief

Zweimal sorgte diese Unklarheit schon bei scharfen Einsätzen für reichlich Verwirrung: Als Orkantief „Friederike“ im Januar über den Kreis zog und bei Lehndorf eine S-Bahn mit über 50 Insassen stecken blieb, fand sich erst niemand, der einen Bus für den Weitertransport der Fahrgäste organisierte. Und als vor einigen Wochen in der Sprotte in Schmölln Fische starben und ein Mitarbeiter der ebenfalls dem Fachbereich unterstellten unteren Wasserbehörde gebraucht wurde, wusste ebenfalls erst niemand, wo und wie der erreichbar ist.

Von Jörg Wolf

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