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Fachleute für Dünger und Pflanzenschutz

Fachleute für Dünger und Pflanzenschutz

Seit nunmehr vier Jahrzehnten bringt der Agroservice Altenburg-Waldenburg, mit Hauptsitz in Ehrenhain, im Auftrag der Landwirte Dünger auf die Felder, transportiert Getreide oder sprüht Pflanzenschutzmittel.

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Über 300 000 Euro kostet so ein moderner Güllausbringunger, den die Agroservice Vorstände Eric Göpel und Falk Heimer (v.l.) gern zeigen. Schließlich werden damit die Fäkalien direkt in den Boden eingebracht und nicht mehr wie früher aufgespritzt. Das mindert die Geruchsbelästigung.

Quelle: Mario Jahn

Dafür wurde zu DDR-Zeiten ein agrochemisches Zentrum (ACZ) gegründet und nach 1989 genossenschaftlich weitergeführt. Jedoch haben sich in den vergangenen 20 Jahren die Aufgabenfelder des Agroservices erweitert.

 

So gehören heute die Beratung und Bodenanalysen sowie die Kontrolle der Pflanzen auf den Feldern mit zu den Angeboten. Darüber hinaus unterhält der Agroservice Altenburg-Waldenburg einen Auto- und Reifenhandel, eine Tankstelle und einen Fachmarkt für Haus, Hof und Garten. Beschäftigt sind auf den drei Niederlassungen in Kriebizsch, Ehrenhain und Waldenburg rund 110 Mitarbeiter, die einen Jahresumsatz von etwa 35 Millionen Euro erwirtschaften.

 

Dennoch ist das Kerngeschäft des Unternehmens das fachmännische Düngen und der Pflanzenschutz. Vereinfacht ausgedrückt sieht es so aus: Ein Landwirt bewirtschaftet beispielsweise 100 Hektar Land, auf dem Dünger und/oder Pflanzenschutz benötigt wird. Dann beauftragt er den Agroservice und sagt: "Macht mal." Bevor die hochmodernen Maschinen - die natürlich nur mit dem eigenen Personal besetzt werden - auf die Felder fahren, wird eine genaue Analyse erstellt, was die Pflanzen benötigen. Dabei geht es um jedes Gramm. Nicht nur weil ein Zuviel die Umwelt schädigen würde, sondern auch und vor allem, weil die Landwirte heute mit jedem Cent rechnen müssen. Gerade für Dünger oder Pflanzenschutz will und kann kein Bauer zu viel ausgeben.

 

Auch deswegen musste der Betrieb in der Nachwendezeit keinen wirklichen Einbruch verkraften, so Firmenchef Falk Heimer "Eben weil die Betriebe nach wie vor auf unsere Dienstleistung angewiesen sind, zum anderen ist Landwirtschaft aber auch ein relativ stabiler Wirtschaftszweig mit sehr treuen Kunden." Der Agroservice-Chef betont aber, dass sein Betrieb im Wettbewerb steht und auch nicht von den eigenen Gesellschaftern bevorzugt wird. Am Ende entscheiden allein Preis und Qualität über die Auftragsvergabe.

 

Seit der Wende konnte die Genossenschaft, deren Gesellschafter heute 17 landwirtschaftliche Betriebe in Thüringen und Sachsen sind, sein Personal nahezu auf gleichem Niveau halten. 1990 waren es rund 130 Angestellte. Dennoch seien die frühen 90er-Jahre auch für den Agroservice erst einmal vom Kampf ums Überleben geprägt gewesen. Der damalige Chef des Agroservice Altenburg hat aber die Weichen so gestellt, dass Personal und Betriebsgelände gehalten werden konnte. Beispielsweise eröffnete schon 1990 der Fachmarkt, in Jahresschritten kamen dann ein Reifenhandel, eine KFZ-Werkstatt und eine Tankstelle dazu. 1995 fusionierten die Altenburger schließlich mit dem ACZ in Waldenburg.

 

Inzwischen arbeiten noch 40 Angestellte im landwirtschaftlichen Segment, alle anderen sind in den neuen Geschäftsfeldern tätig. Das war 1974 zur Gründung natürlich anders. Damals setzte in der Landwirtschaft gerade die Spezialisierung ein. Überall in der DDR gründeten LPGs deswegen die sogenannten ACZs. "Diese übernahmen das Düngen, den Pflanzenschutz und den Ernte-Transport", erzählt Heimer. Als die DDR aufhörte zu existieren, stand auch für die hiesigen Landwirtschaftsbetriebe die Frage, was aus ihrem ACZ werden soll. Wegen des guten Rufs, den sich die Spezialisten erarbeitet hatten, entschieden sich die Gesellschafter weiterzumachen.

 

Ein weiterer Faktor, der seitdem für stabile Verhältnisse sorgt, ist, dass der Agroservice stetig in Nachwuchs und Ausbildung investiert. "Unser Qualifikationsniveau ist sehr hoch. Viele unserer Angestellten sind Fach- und Hochschulabsolventen." Schließlich würden heute für die komplizierten Maschinen und vor allem für die Analysen von Boden und Pflanzen gut ausgebildete Fachkräfte benötigt, so Heimer.

 

Apropos investieren, der Agroservice hat in den zurückliegenden Jahren auch viel Geld in die Hand genommen. 2006 baute das Unternehmen für 2,5 Millionen Euro ein großes und hochmodernes Getreidelager und 2011 für 500 000 Euro ein Düngemittellager in Kriebitzsch. Außerdem muss die Fahrzeugflotte - etwa 20 LKW, drei Gülleausbringer und acht Pflanzenspritzen, um nur die größten zu nennen - ständig erneuert werden. "Die Lebensdauer beträgt etwa sechs Jahre und so ein Gülle-Düngerfahrzeug kostet um die 350 000 Euro."

Jörg Reuter

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