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Altenburg Fackelumzug in Lehma perfekt inszeniert
Region Altenburg Fackelumzug in Lehma perfekt inszeniert
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15:13 05.11.2018
Auch in diesem Jahr machten sich zum Fackelumzug in Lehma wieder jede Menge gruselige Gestalten auf den Weg. Quelle: Maike Steuer
Lehma

„Ich geh mit meiner Laterne...“ – sobald die dunkle Jahreszeit beginnt, ziehen allerorten Kinder im Kollektiv und ausgerüstet mit hübschen Leuchtelementen durch die Dörfer. Mal ist ein Pferd am Start, ab und an eine musikalische Begleitung, es wird gesungen – und fertig.

Davon ist der alljährliche Fackelumzug in Lehma so weit entfernt wie Ostern von Weihnachten. Es ist nicht einfach nur ein gemeinschaftlicher Marsch durch’s Dorf, es ist eine eindrucksvolle Inszenierung, die seit vielen Jahren nah dran an Halloween die Massen mobilisiert – ohne dass großartig dafür geworben würde.

Waffenschmied des Teufels begrüßt Vorbeiziehende

Aus gutem Grund, denn der Weg hinauf zur „alten Asche“, der ehemaligen Sandgrube Lehmas, ist schmal und nicht für riesige Völkerwanderungen gedacht. Dutzende Untote und schaurig schöne Gestalten jeglichen Alters ziehen gemeinsam Richtung großes Lagerfeuer immer den Hügel hinauf. Vorbei an hübsch mit Kürbissen und Geistern dekorierten Häusern – und dem Haus der Familie Wielsch. Dort hämmert eine furchteinflößende Kreatur – behangen mit Rinderknochen, das Gesicht verborgen unter einem riesigen Rinderschädel am Feuer. Der „Waffenschmied des Teufels“, wie dessen Schöpfer Silvio Wielsch später erzählt.

Jedes Jahr macht er sich schon Wochen vorher Gedanken über seine gruselige Kostümierung für den passenden „Auftritt“ entlang der Zugstrecke. Am prasselnden Lagerfeuer angekommen, beginnt der zweite Akt des horrenden Schauspiels. Eine „Märchenstunde“ der schaurigen Art, die einstimmt auf das, was die „Mutigsten der Mutigen“ nun wagen dürfen: Den Gang hinauf ins Wäldchen der Gaulicke, dem Refugium des Waldgeistes „Galick“. Kein Licht erhellt den Weg, die Sicht zusätzlich getrübt durch eine Maske, mit einer straff gespannten Schnur als einziger Orientierung, schleichen Grüppchen die Anhöhe hinauf bereit für: „Aaaah! Orr nee! Waaah!“

Frisch gezapftes „Blut“ und „Leichenfinger“ für die kleinen Monster

Bei Tageslicht mögen sie als Pfadfinder durchgehen, in dieser Nacht lehren sie ihren „Besuchern“ das Fürchten, lassen „Ekelhaftes“ ertasten, erstehen von den Toten auf oder verbergen sich ein einer harmlosen Abfalltonne. Im wahrsten Sinne ein riesen Spaß auch für den fünfjährigen Piet. „Der hat im Wald die ganze Zeit nur gelacht“, erzählt Mama Heidi Stein schmunzelnd.

Aus Wintersdorf ist die Familie dem Ruf des Fackelumzugs zum ersten Mal gefolgt und überrascht über den Lauf des Abends: „Wir hatten von Freunden hiervon gehört. Schon krass, was hier los ist!“ Zur Stärkung gibt‘s paarweise „Leichenfinger“ und frisch gezapftes „Blut“ für die kleinen Monster, während ein „Drohnen-Gespenst“ mit rot blinkenden Augen am Nachthimmel seine Kreise zieht.

Von Maike Steuer

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