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Fahrrad-Diebe verstören Bürger

Fahrrad-Diebe verstören Bürger

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein oder mehrere Fahrräder gestohlen werden. Die Polizei hat auf die Diebe zwar eine Arbeitsgruppe angesetzt, tappt aber schon seit Monaten weitestgehend im Dunkeln.

Altenburg.

In der Bevölkerung wachsen Unruhe, ja Verunsicherung, wie auch ein gestriger Anruf beim OVZ-Lesertelefon unterstrich. Denn die Fahrraddiebe gehen oft skrupellos vor. Verschlossene Keller in Wohnhäusern schrecken sie nicht ab. Weit über 200 Fälle wurden in diesem Jahr bereits angezeigt. Weit mehr als doppelt so viele, wie die Polizei sonst in einem ganzen Jahr bearbeitet.

 

Erst am Dienstag mussten die Beamten gleich eine ganze Reihe solcher Diebstähle zu Protokoll nehmen. In den Tagen zuvor wurde ein Mountainbike von einem umfriedeten Grundstück in der Altenburger Blumenstraße gestohlen. Aus einem Kellerverschlag eines Hauses in der Heinrich-Heine-Straße verschwand in der Nacht zum Dienstag ein Trekkingrad und in der gleichen Nacht in der Beethovenstraße ein angeschlossenes Rad, nachdem die Täter bei einem Einbruchversuchs ins Wohngebäude an der Haustür gescheitert waren. Und am Mittwoch wurde ein in der Schulstraße angeschlossenes Rad der Marke Attack gestohlen.

 

"Haben wir denn keine Polizei mehr?", fragte Leser Hans Brosse gestern am OVZ-Lesertelefon. Seit etwa drei Monaten beobachtet er, wie immer wieder und gehäuft von Fahrraddiebstählen berichtet wird. "Auch bei uns am Sperlingsberg ist schon zweimal versucht worden, in den Keller einzubrechen", erzählt er. Zum Glück habe das nicht geklappt. Nun würde er gern wissen, ob von polizeilicher Seite etwas getan wird, schließlich höre und lese er nichts darüber.

 

"Wir tun etwas und haben auch schon erste Erfolge zu vermelden", antwortet Frank Hummel, leitender Ermittler der Polizeiinspektion Altenburger Land. Der Beamte bestätigt die Beobachtungen des OVZ-Lesers. Seit ziemlich genau einem Vierteljahr, haben die Fahrraddiebstähle massiv zugenommen.

 

Bereits im Frühjahr hatten sich diese Straftaten beängstigend gehäuft. "Das ist für uns schon ein großes Problem", hatte Polizeichef Andreas Pöhler bereits im April dieses Jahres gegenüber OVZ eingeräumt. Bis zu diesem Zeitpunkt waren bereits 61 Fahrraddiebstähle bei der Polizei aktenkundig. Auf drei Wohngebiete in Altenburg hatten es die Täter damals besonders abgesehen: Altenburg-Nord und -Südost sowie das Dichterviertel. Nun scheinen die Fahrraddiebe flächendeckend zuzuschlagen.

 

Diese Tatsache sei aber kein spezielles Altenburger Problem, sondern auch in vielen anderen Städten und Gemeinden zu beobachten, meint Ermittlungsführer Hummel. In der Vergangenheit hatte die Polizei jedes Jahr circa 100 Fahrraddiebstähle zu bearbeiten. Bei dieser Ermittlungsarbeit habe bislang ein Kollege ausgereicht. Doch die Zahl der Fälle ist explodiert. Wie OVZ aus Polizei-Kreisen erfuhr, soll sie für das Jahr 2013 schon jetzt bei weit über 200 liegen.

 

Inzwischen sei eine spezielle Arbeitsgruppe gegründet worden. Erst kümmerten sich drei Polizisten fast nur noch um die Fahrraddiebe. Doch dieses Personal reiche nicht, "sodass jetzt ein vierter Mann dazugenommen wird", sagt Hummel der OVZ. Die Arbeitsgruppe habe in den vergangenen Wochen bereits Täter ermitteln können. Jedoch seien im Moment ungewöhnlich viele Tätergruppen unterwegs, sodass die Ermittlungserfolge noch keinen spürbaren Effekt haben. "Die derzeitigen Fahrraddiebstähle könnten möglicherweise auf Beschaffungskriminalität von Rauschgiftsüchtigen zurückzuführen sein", schätzt Hummel ein.

 

Die gestohlenen Räder werden zumeist umgebaut und hier in der Region verkauft. Experten zufolge geht nur ein kleiner Teil ins Ausland. In diesem Zusammenhang bittet Hummel die Bevölkerung um offene Augen und Ohren. Wer etwas feststellt, beispielsweise Geräusche im Keller hört, sollte die Polizei informieren. reu/jw

Jörg Reuter

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