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Falkenhain feiert 800-jähriges Bestehen in 60 bewegten Bildern

Ortsjubiläum Falkenhain feiert 800-jähriges Bestehen in 60 bewegten Bildern

Was für ein Wochenende: Ganz Falkenhain war seit Freitag auf den Beinen, um das 800-jährige Bestehen des Ortes zu feiern. Höhepunkt war natürlich der große Festumzug mit 60 Bildern durch den Meuselwitzer Ortsteil. Hier gab es viele originelle Sachen zu sehen.

Das liebevoll aus Blumen gestaltete Eröffnungsbild des Festumzuge wird von Ramona Töpper (l.) und Annett Fritzsche getragen.
 

Quelle: Mario Jahn

Falkenhain.  Festlich herausgeputzt hatten die Dorfbewohner ihren Ort zur 800-Jahr-Feier. Bunte Wimpelketten, Girlanden oder eine „800“ zierten viele Häuser und Zäune in dem 370-Seelen-Ort. Die enge Verbundenheit mit ihrem Dorf zeigten die Falkenhainer jedoch nicht nur damit, sondern auch bei der feierlichen Festveranstaltung, die Freitagnachmittag in der Kirche begangen wurde. Das Gotteshaus war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Ausnahmezustand herrschte dann am frühen Sonnabendnachmittag für etwa eineinhalb Stunden. Denn während des Festumzuges kamen Besucher nur noch zu Fuß oder per Rad in den Ort. Rund ums Dorf gab es jedoch genügend Parkplätze für Motorisierte. An neuralgischen Punkten hatten es sich die Falkenhainer, die nicht im Umzug mitwirkten, und ihre Gäste lange vor Beginn des Festumzuges am Straßenrand oder auf dem eigenen Grundstück gemütlich gemacht. Mit Kaffee, Kuchen oder einem Gläschen Sekt vertrieben sie sich die Zeit, bis die bunte Karawane durch den Ort zog.

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Hoch her ging es am Sonnabend beim großen Festumzug in Falkenhain: Mit 60 Bildern wurde die 800-jährige Geschichte des Ortes nachgestellt. Für den Umzug war das ganze Dorf auf den Beinen. Hier ein paar Impressionen.

Zur Bildergalerie

Pünktlich um 13 Uhr setzte sich der Tross in Bewegung. Die mehr als 200 Mitwirkenden kamen aus Falkenhain, Lucka, Meuselwitz, Wintersdorf, Prößdorf oder Breitenhain. In rund 60 Bildern, von denen manche lediglich von ein oder zwei Personen gestaltet wurden, erzählten die Mitwirkenden die Geschichte des Ortes. Der war erst 1952 dem Kreis Altenburg zugeordnet und 1994 nach Meuselwitz eingemeindet worden.

Während seines 800-jährigen Bestehens hat sich der Charakter deutlich gewandelt. Von einem Bauerndorf ist Falkenhain zu einem Industriearbeiterort geworden. Heute ist es eher eine Schlafstätte für Menschen, die anderswo arbeiten. Diese Entwicklung spiegelte sich im liebevoll zusammengestellten Festumzug wider. Für dessen musikalische Begleitung sorgten vier Klangkörper.

Angeführt haben den Umzug nach dem blumigen Eröffnungsbild die zwölf Mitglieder des Festkomitees. In ihren historischen Kostümen waren Cheforganisator Roland Rieger und seine Mitstreiter kaum wiederzuerkennen. Von der Glocke, mit der die Kirchgemeinde im Umzug vertreten war, wusste Moderator Hans Taube, den sich die Falkenhainer, wie er selbst sagte, von Lucka ausgeliehen hatten, zu berichten, dass die 1954 gegossen, aber nie auf einer Kirche geläutet hatte. Zahlreiche Bilder spiegelten einstiges und heutiges Handwerk wider, welches im Ort ansässig war oder noch ist. Mit viel Kreativität und Fantasie hatten Bäcker, Fleischer, Zimmerer oder Dachdecker ihre Darstellung im Umzug gestaltet.

Für Beifall unter den vielen begeisterten Zuschauern am Straßenrand sorgte der Wagen mit einem Piano aus dem Jahre 1874. Marcel Große sitzt zwar vor dem alten Instrument, doch die Töne kommen aus einem moderneren Instrument. Das historische Instrument hatte die Pianofortefabrik aus Leipzig zur Verfügung gestellt. Firmengründer Julius Blüthner ist einer der berühmten Söhne von Falkenhain. „Das Piano hat uns das Unternehmen geschenkt“, erzählte Kathrin Pliquett-Herfurth, im Festkomitee für die Finanzen zuständig.

Erinnerungen an die Schule und den Kindergarten, die es einst im Dorf gab, wurden ebenso geweckt wie die an Dr. Ryssel und Schwester Maria. „Die waren vor Jahrzehnten eine Institution im Ort“, sagte eine Falkenhainerin und klatschte und winkte voller Begeisterung.

Alte Fahrzeugtechnik darf in so einem geschichtsträchtigen Umzug natürlich auch nicht fehlen. Ein alter Lanz, ein F 9 oder Schwalbe, Sperber oder Star weckten mit ihrem Gestank und ihren Geräuschen bei vielen persönliche Erinnerungen. Für Aufsehen sorgt der Feuerwehrverein Prößdorf mit einer Feuerwehrspritze aus dem Jahr 1903. Auf der fuhr sogar ein Kaiser mit, wie Hans Taube in Anspielung auf den Vereinschef meinte. Doch was wäre solch ein Umzug ohne die zahlreichen Vereine. Sie alle tragen dazu bei, dass das Leben in den Orten lebendig bleibt. Ob Sport- oder Heimatverein – sie alle gehören dazu, wenn es darum geht, Geschichte zu erzählen.

Nach dem Umzug war dann Feiern auf dem Festplatz angesagt. Da die dunklen Wolken einen Bogen um Falkenhain machten, herrschte bis weit nach Mitternacht auf der Festwiese und im Zelt ausgelassene Feierstimmung. Und auch am Sonntag zog der musikalische Frühschoppen wieder hunderte Gäste an. „Als Festkomitee sind wir rundum zufrieden. Das ist der schönste Lohn für unsere zweijährige Vorbereitungsarbeit“, resümiert Roland Rieger zufrieden aber geschafft.

Von Marlies Neumann

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