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Altenburg Familie und Weggefährten nehmen Abschied von Annette Fischer
Region Altenburg Familie und Weggefährten nehmen Abschied von Annette Fischer
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09:54 23.08.2017
Annette Fischer wird am Dienstagnachmittag auf dem Altenburger Friedhof zu Grabe getragen. Den Gottesdienst hatte zuvor Pfarrer Michael Wohlfarth (l.) abgehalten.   Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

 Mit einem bewegenden Trauergottesdienst haben am Dienstagnachmittag Familienangehörige, Freunde und politische Weggefährten Abschied von Annette Fischer genommen. Die Kreistagsabgeordnete und Altenburger Stadträtin der Linken war am 12. August abends tot Am Steinweg gefunden worden. Dort war die 62-Jährige unter bislang mysteriösen Umständen aus dem Fenster eines der Obergeschosse gestürzt, nachdem sie drei Tage zuvor als vermisst gemeldet worden war.

An der christlichen Trauerfeier in der Friedhofskapelle nahmen etwa 100 Gäste teil, darunter Vize-Landrat Matthias Bergmann, die Altenburger Stadträtin und ehemalige Thüringer Bildungsministerin Birgit Klaubert, Bundestagsmitglied Frank Tempel (beide Linke) sowie weitere Stadt- und Kreisräte.

„Du warst zu gut für diese Welt“, sagte eine ihrer beiden Töchter unter Tränen. Ihre Mutter habe immer anderen geholfen und ihre eigene Sorgen und Probleme hinten angestellt. Der ehemalige langjährige Altenburger Pfarrer Michael Wohlfarth erinnerte vor allem an das Wirken Fischers in der offenen Kirche, wofür ihr großer Dank gebühre.

Dorthin fand die Verstorbene insbesondere nach der Wende, deren Nachwehen für viele Menschen im Altenburger Land katastrophal waren, sagte Wohlfahrt. Noch gut könne er sich an weinende Arbeitslose erinnern, die nachts voller Sorgen die Brüdergasse entlangliefen. Auch für diese Menschen habe sich Annette Fischer in der Kirche und später auch in ihrer Partei auf kommunaler Ebenen eingesetzt. Sie saß für die Linken in der laufenden Wahlperiode im Kreistag und von 1999 bis 2004 sowie wieder seit 2014 im Altenburger Stadtrat. Wohlfarth hob das Konstruktive im Leben der Verstorbenen hervor. „Doch irgendetwas hat sie bewogen, nicht mehr konstruktiv sein zu wollen“, ging der Pfarrer indirekt auf ihren Tod ein, dessen Umstände nach wie vor Rätsel aufgeben.

Zumindest können die Behörden nach einer Obduktion Fremdeinwirken bei dem Sturz aus dem Fenster ausschließen. „Dafür gebe es keine Anhaltspunkte“, sagte Staatsanwalt Martin Zschächner der OVZ. Nach dem jetzigen Stand der Dinge werde das Ermittlungsverfahren jedoch eingestellt. Führende Politiker der Linken im Kreis sowie auch Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) hatten gefordert, dass die Hintergründe des Todesfalls schnell aufgeklärt werden.

Von Jens Rosenkranz

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