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Altenburg Farb-Offensive am Flugplatz: Grauer Tower wird zum Leucht-Turm
Region Altenburg Farb-Offensive am Flugplatz: Grauer Tower wird zum Leucht-Turm
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00:29 13.05.2018
Die Nobitzer Landmarke bekommt in den nächsten Wochen Farbe. Quelle: Michael Fischer-Art
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Nobitz

Er hatte schon höhere Objekte in Arbeit. Ein zwölfgeschossiges Hotel in Brandenburg, Windräder in Niedersachsen und ein Hochhaus in Chemnitz zum Beispiel. Aber der Tower des Leipzig-Altenburg-Airports mit seinen rund 27 Metern reize ihn trotzdem außerordentlich, sagt Michael Fischer-Art. „Der Tower ist eine Landmarke, kilometerweit zu sehen.“ Weshalb die optische Wandlung schon bald für Gesprächsstoff sorgen dürfte.

Gestaltung beginnt

Mit dem Aufbau der Gerüste geht’s jetzt los. Binnen rund fünf Wochen, so die Planung, soll das bislang triste Funktionsbauwerk eine völlig neue Anmutung bekommen. „Ich werde für die knapp 400 Quadratmeter rund 450 Kilo Farbe brauchen“, schätzt der prominente Künstler mit Leipziger Wurzeln und Wohnsitz in Borna.

Quelle: Kay Würker

„Zunächst muss auf den aufgerauten Untergrund zweimal eine Spezialgrundierung, um Risse zu schließen.“ Danach folgt die Farbenfreude, für die Fischer-Art bekannt ist – ebenfalls in mehreren Schichten. „In größerer Höhe muss Farbe einiges aushalten. Die Staub- und Sandkörner im Wind haben eine enorme Schmirgelwirkung. Außerdem neigen gerade Blau und Rot dazu, in der Sonne zu bleichen.“ Und das darf nicht sein. Schließlich soll des Künstlers Werk Jahrzehnte überdauern.

Fliegen sollen Interesse verlieren

Seit mehr als einem Jahr laufen die Vorbereitungen. Das Ziel: Drei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen – beinahe im Wortsinn. Denn Fliegen machen dem Airport-Team massiv zu schaffen. Genau genommen Thaumatomyia notata, die Gemeine Halmfliege. Millionenfach dringt sie durch Klimaanlage und andere Öffnungen in den Tower ein – speziell im Herbst, wenn’s im Lebensraum Wiese zu frisch wird und sich die Insekten ein Winterplätzchen suchen (die OVZ berichtete). „Sie bevorzugen dabei hohe, helle Gebäude“, schildert Flugplatz-Geschäftsführer Frank Hartmann. Mit täglichem Staubsaugereinsatz müssen die Mini-Fliegen dann von den Tower-Scheiben entfernt werden, um die Sicht frei zu halten. Deshalb die Idee: Der helle Tower braucht Farbe. Je bunter, desto besser. Damit bekommt der betagte Turm auch gleich mal wieder eine neue Schutzschicht. Und – Vorteil Nummer drei – er wird zum Publikumsmagneten. „Derart gestaltet, entwickelt sich der Tower zum Ausflugsziel für Gäste“, so Hartmanns Hoffnung. „Dann lohnt es sich auch wieder, hier ein Café zu öffnen“, fügt Fischer-Art hinzu.

Luther und Landwirtschaft

Und hat schon einen Entwurf und diverse Ideen. Luther und Barbarossa sollen sich auf der Tower-Fassade wiederfinden, auch der Prinzenraub und Elemente des Altenburger Stadtwappens. Vor allem aber die Menschen und der Charakter der Umgebung, betont der 49-Jährige. Motive der Landwirtschaft gehören dazu. „Als bekannt wurde, dass ich den Tower gestalte, habe ich viele Anregungen aus der Bevölkerung bekommen, zum Beispiel von Heimatforschern. Die nehme ich mir an.“

Nach diesem Entwurf möchte Michael Fischer-Art den Tower gestalten, wobei sich Details erst während der Arbeit ergeben. Quelle: Michael Fischer-Art

Wer in den nächsten Wochen am Flugplatz vorbeischaut, hat gute Chancen, Michael Fischer-Art zu sehen. Er fange gern frühmorgens an und arbeite bis abends durch, sagt der passionierte Marathonläufer. Mit einem dicken Stift wird erst vorgezeichnet, dann kommt die Farbe. Nicht von oben nach unten, sondern mal hier, mal da – „bis die Figuren nach und nach zusammenwachsen“.

Abgerechnet wird die Arbeit über den Flugplatz-Förderverein „Sanfte Landung“ und den EU-Fördermittel-Fonds Leader, die sich in die Kosten in Höhe von rund 32 000 Euro hineinteilen. Weil der EU-Zuschuss noch aussteht, wurde ein vorzeitiger Maßnahmebeginn bewilligt.

Von Kay Würker

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