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Altenburg „Farlen Era“ setzt auf ungewöhnliche Mode für Hobby und Alltag
Region Altenburg „Farlen Era“ setzt auf ungewöhnliche Mode für Hobby und Alltag
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12:11 02.12.2018
Liona Voigt und Lisa Kapitza stellen unter dem Label "Farlen Era" ausgefallene Mode her Quelle: Maike Steuer
ALtenburg

Ungewöhnliche Formen, liebevolle Details, opulente Farben: Keine Frage, wenn man erstmals einen Blick auf die von Liona Voigt und Lisa Kapitza geschaffenen Kleidungsstücke wirft, ist man durchaus beeindruckt. Denn das, was die beiden jungen Frauen unter dem Label „Farlen Era“ anbieten, ist alles andere als Stangenware.

Von Kimonos und Endzeit-Inspirationen

„Im Prinzip ist jedes Kleidungsstück ein Projekt, bei dem wir mit ganzem Herzen dabei sind. In jedem Design und Arbeitsschritt steckt auch ein wenig von uns selbst“, beschreibt Liona Voigt. Die Einflüsse sind breit gefächert: mittelalterliche Gewänder finden sich ebenso im Portfolio wie japanische Kimonos, Elemente von Endzeit und Fantasy gehen ebenfalls in die Kleidungsstücke ein. „Wir machen aber auch Mode für den Alltagsgebrauch“, beeilt sich Lisa Kapitza nachzuschieben.

Entstanden ist die Idee zu „Farlen Era“ – einem reinen Phantasie-Namen – dabei aus ganz persönlichen und pragmatischen Gründen, wie Voigt erklärt: „Wir haben immer in Geschäften nach spannender Mode gesucht, aber oft nichts gefunden, das uns gefallen hat“, so die 31-Jährige. „Irgendwann haben wir uns dann schlicht gefragt, warum wir uns nicht einfach Nähmaschinen organisieren und die Kleidung selbst herstellen.“ Gesagt, getan, die ersten Stücke entstanden.

Unter dem Label „Farlen Era“ schneidern Liona Voigt und Lisa Kapitza ausgefallene Kleidungsstücke. Die Einflüsse reichen dabei von japanischer Mode bis zu Elementen aus Fantasy und Endzeit.

Experimente erweitern den Erfahrungsschatz

„Wir haben einfach drauf los geschneidert“, blickt Kapitza zurück. Viele Tricks und Kniffe hat sich das Duo dabei selbst beigebracht, keine der beiden hatte Berufserfahrung auf dem Gebiet. „Man muss oft experimentieren, weil es keine Schnittmuster gibt oder man sich eigentlich ein anderes Ergebnis erhofft. Stoff ist manchmal unberechenbar. Wenn etwas schief geht ist es aber auch nicht schlimm. Der Erfahrungsschatz nimmt ja zum Glück zu und man wird mit der Zeit immer besser“, weiß die 28-Jährige.

Inzwischen entstehen seit etwa 6 Jahren die unterschiedlichsten Kleidungsstücke in den privaten Arbeitsstuben von Voigt und Kapitza. „Am Anfang haben wir hauptsächlich für uns und Freunde geschneidert, mittlerweile haben wir auch Abnehmer in ganz Mitteldeutschland, in Hamburg und Spanien. Auch aus den USA kamen schon Anfragen“, kann Voigt berichten. Gerade die gute Mundpropaganda sorge immer wieder für Aufträge.

Rollenspiel als Werbung

Daneben ist das Duo auch selbst in eigener Sache bei Veranstaltungen tätig. Dazu zählen unter anderem sogenannte Live-Action-Role-Playing-Events (LARP), bei denen die Teilnehmer im Rollenspiel bestimmte Figuren darstellen. „Bei solchen Veranstaltungen haben wir eigentlich immer ein Maßband dabei“, berichtet Voigt augenzwinkernd. „Wir haben auch selbst schon als Schneiderinnen an einem Event teilgenommen und sind auch so an Aufträge gekommen.“

Seit April dieses Jahres ist „Farlen Era“ nun als Gewerbe angemeldet, verdienen Voigt und Kapitza damit – neben ihren eigentlichen Berufen – Geld. „Zwischen 10 und 1000 Euro können pro Auftrag fällig werden, je nach Umfang und Aufwand. Nach oben ist keine Grenze gesetzt“, erklärt Voigt. Ziel der beiden ist es, in fünf Jahren vom Schneidern leben zu können.

Bis dahin und auch darüber hinaus soll indes der Spaß an der Arbeit im Vordergrund stehen. „Jedes Design ist eine neue Herausforderung, am Ende kann man einfach stolz sein, wenn man ein Puzzle aus gefühlt tausend Stoffstücken erfolgreich zusammen gesetzt hat“, versucht Liona Voigt den Reiz in Worte zu fassen. Und Lisa Kapitza sieht in der Tätigkeit weniger Arbeit als vielmehr Entspannung: „Nähen kann einfach auch unglaublich meditativ sein.“

Von Bastian Fischer

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