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Faschingsklub feiert in Rositz mit politischen Gags

Faschingsklub feiert in Rositz mit politischen Gags

"Gelle He" ist der Schlachtruf des Rositzer Faschings. Am Sonnabend schallte er wieder durch den Saal des Kulturhauses. Der Karnevalclub Rositz (KCR) hatte zur Hauptveranstaltung der 46. Saison geladen.

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Alle halten zu(r) Stange. Bei den vorgezogenen Bürgermeisterwahlen sparen die Rositzer Narren im diesjährigen Programm nicht mit frechen Sprüchen, auch nicht, wenn es um ihren Bürgermeister Steffen Stange geht.

Rositz. Von Jörg Reuter

Pünktlich 20.11 Uhr zog der KCR in den Saal ein. Freie Sitzplätze gab es zu diesem Zielpunkt keine mehr. Erwartungsvoll und mit guter Laune im Gepäck harrte das Publikum der kommenden zwei Stunden. Nach der Begrüßung war der erste Stimmungshöhepunkt das Rositzer Karnevalslied. Sofort war Schunkeln an allen Tischen angesagt. Jedoch für echte, langanhaltende Ausgelassenheit war es offensichtlich noch zu früh am Abend. Daran vermochten die Auftritte der Dance-Kids und der Crazy-Girls nichts zu ändern. Für Faschingsveranstaltungen ziemlich ungewöhnlich - Zugabe-Rufe blieben nach den Tänzen aus.

Zum politischen Rundumschlag holte Karnevalspräsident Benno Moller in der Bütt aus. Amüsant und geistreich bekamen die EU, Griechenland, Thüringen, Altenburg und der Rest der Welt ihr Fett weg. "Auch Thüringen spart auf Teufel komm raus, drum sieht's in den Gemeindekassen Ebbe aus", reimt der Vereinschef. Und meint, da helfe kein Rettungsschirm mehr, da brauche es schon ein Rettungszelt. Zu den Eingemeindungsplänen der Kreisstadt und den Barbarossa-Festspielen sinnierte Moller: "Während de Stadt sucht krampfhaft e Gelände, hätt'n wir in der Dea für Barbarossa Platz ohne Ende." Doch das Umland und Rositz auch ließen sich nicht rauben wie einst die Altenburger Prinzen.

Lacher hier, Lacher da - und dennoch schien es, als feiere Rositz mit angezogener Handbremse. Dabei hatten die KCRler wieder viel Energie und Freizeit in das Programm gesteckt. Allen voran die Mädchen der Tanzgruppen, die das ganze Jahr über für ihre Auftritte an den tollen Tagen trainieren.

Erst die vorgezogene Bürgermeisterwahl setzte einen Akzent. Zwar ging der Sketch mit Mikrofonproblemen und mäßigen Ideen - ein Frosch tritt für die Grünen an - langsam los, doch er hatte Potenzial. Beispielsweise als ein Kandidat namens Erich Honecker auf der Bühne seine verwursteten Parolen à la "Vorwärts nimmer, rückwärts immer" feil bot. Der Auftritt eines Adolf Hitler allerdings sorgte für entrüstetes Raunen im Saal. Am Ende hielten alle Kandidaten zu(r) Stange.

Zum ersten Mal waren Jaqueline Schmidt und Ivonne Winter beim Fasching in Rositz. "Viel ist ja noch nicht los", meinten die jungen Frauen nach dem Programm, für das sie sich weniger interessierten als für das Tanzen durch die Nacht. Auf die Party freuten sich auch Sebastian Sarich und Tino Schiemann. "Vor allem die Tänzerinnen haben uns gut gefallen", plauderten sie gut gelaunt aus. Unterhalten fühlte sich auch Christine Thurm. Die junge Frau geht gern und regelmäßig zum Rositzer Karneval. "Besonders gut hat mir diesmal gefallen, dass zwar ein Thema vorgegeben war, aber das Programm nicht darauf beschränkt blieb."

Derweil atmete KCR-Präsident Benno Moller hinter der Bühne tief durch. "Das ist immer ein Kraftakt", sagte er. Mit dem Programm und der Gästezahl sei er sehr zufrieden. Gute Noten bekam von ihm auch der erste Lumpenball, der einen Tag zuvor stattfand. Zwar sei der Jugendfasching noch steigerungsfähig. "Aber auch er es ist gut gelaufen", so Moller.

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