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Altenburg Fassade muss doch weg
Region Altenburg Fassade muss doch weg
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21:05 12.03.2012
Altenburg

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Von Ellen Paul

Im Zuge von Aushubarbeiten zur Absicherung der letzten verbliebenen Wand des ehemaligen Gebäudekomplexes am Areal am Markt wurden Gründungsverhältnisse vorgefunden, die in der vergangenen Woche zu einem vorläufigen Baustopp führten, informiert SWG-Pressesprecher Andreas Große. Es habe sich gezeigt, dass die in Bestandszeichnungen ausgewiesenen Fundamente nicht durchgängig ausgebildet sind und der mittlere Abschnitt der Fassade auf einem gemauerten Gewölbebogen steht. Das Gewölbe besitze lediglich eine Dicke von 20 bis 25 Zentimetern. "Bei den erforderlichen Grabungsarbeiten entstünden ernsthafte Probleme der Standsicherheit", so Große weiter.

Im Rahmen einer Baustellenbegehung wurde festgestellt, dass die Wände eines Grabens bereits nachrutschten und das Gewölbe an den Kanten nachgab. Ein hinzugerufener Statiker habe daraufhin die unverzügliche Verfüllung der Baugrube veranlasst und zugleich aufgrund der äußerst komplizierten Gegebenheiten den Abbruch der Wand vorgeschlagen. Ein ebenfalls beauftragtes Ingenieurbüro für Arbeitssicherheit kam zu dem gleichen Schluss. Nach seinen Erkenntnissen entstünden bei Fortsetzung der Arbeiten akute sicherheitstechnische Gefährdungen. Auch alternative Technologien der Fassadengründung würden die Beschäftigten der Baufirma bei Arbeiten im Fassadenbereich nicht kalkulierbaren und somit nicht vertretbaren Risiken aussetzen.

Deshalb beschloss die Geschäftsleitung der Städtischen Wohnungsgesellschaft Altenburg (SWG) bereits am Donnerstag vergangener Woche den Abbruch der Fassade. Der Aufsichtsrat wurde gestern in einer Sondersitzung informiert. Aufgrund der aktuellen Gefährdungslage werden die Abrissarbeiten voraussichtlich noch in dieser Woche beginnen. Eine Gefährdung der Öffentlichkeit im Baustellenbereich besteht nicht, heißt es.

"Wir hatten vor der Entscheidung, die Fassade stehenzulassen, sogar noch zwei Suchschachtungen machen lassen, weil wir uns nicht allein auf die vorliegenden Zeichnungen verlassen wollten", erklärte SWG-Geschäftsführer Michael Rüger gestern auf OVZ-Nachfrage. "Wir waren uns deshalb sicher, dass es sich um ein durchgängiges Fundament handelt und wir die Fassade erhalten können. Und plötzlich ist da ein großes Gewölbe."

Wie Rüger betont, wird es trotz des Abrisses keine Änderung an der bisher vorliegenden Architektur des neuen Areals am Markt geben. Die neue Wand werde in Form und Höhe der alten entsprechen. Auch das Dach wird so gebaut, dass die bisherige Blickbeziehung zwischen Markt und Brüderkirche nicht gestört wird.

Der ursprünglich geplante Erhalt der Fassade war ein Kompromissangebot der SWG an die Denkmalschützer, die das gesamte Haus Bei der Brüderkirche 9 in den Neubau integrieren wollten. Diese hingegen sahen in der Wand nur ein Alibi.

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