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Altenburg Fehlende Lehrerstelle in Rositz bleibt weiter nicht besetzt
Region Altenburg Fehlende Lehrerstelle in Rositz bleibt weiter nicht besetzt
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15:55 22.02.2018
Eine Lehrerstelle an der Grundschule Rositz ist nach wie vor nicht besetzt. Quelle: Mario Jahn
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Rositz

Mit einem Ausfall von 196 Unterrichtsstunden im vergangenen Schuljahr schaffte es die Grundschule Rositz vor einigen Zeit in den Thüringer Landtag. Anlass für den verkürzten Unterricht war eine nicht besetzte Stelle (OVZ berichte). Nun stellt sich heraus, dass dafür nach wie vor kein Lehrer gefunden wurde. „Die Stelle konnte leider immer noch nicht besetzt werden, weil es keine Bewerber dafür gibt.“ Das erklärte Frank Schenker, der Pressesprecher des Thüringer Bildungsministeriums der OVZ auf eine Anfrage.

Seinen Angaben zufolge sei die Stelle vom Schulamt Ostthüringen seit Sommer 2016 insgesamt sechs Mal ausgeschrieben und dabei auch Lehramtsabsolventen anderer Schularten und Lehramtsanwärtern angeboten worden. Auf alle Ausschreibungen gab es insgesamt nur zwei Bewerber – einen im Sommer 2016 und einen im Sommer 2017, erklärte Schenker. Beide Bewerber sollten eingestellt werden. Sie sagten aber beide jeweils kurz vor Dienstantritt wieder ab, weil sie ein anderes Angebot angenommen haben.

Wegen der Fehlbesetzung konnte eine zweite Klasse im Schuljahr 2016/2017 wochenlang nur zwei Stunden pro Tag unterrichtet werden. Vom 4. Januar bis 13. Februar 2017 wurden von 23 Pflichtstunden pro Woche nur 14 Stunden erteilt. Die Schmöllner Landtagsabgeordnete Simone Schulze (CDU) stellte daraufhin der Landesregierung Anfang September eine kleine Anfrage. Auch ein betroffener Vater hatte sich mit einer Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Leiter des Ostthüringer Schulamts, Berthold Rader, an das Ministerium, gewandt. Für die Beschwerde sah das Ministerium allerdings keinen Anlass, weil Rader das für ihn Mögliche getan hatte, um die Stelle in Rositz zu besetzen.

Den massiven Ausfall zu Beginn des Jahres bezeichnete die Rositzer Elternsprecherin Annett Bauch gegenüber der OVZ als krasse Situation. Der Unterricht in Klasse vier begann eine Zeitlang erst um 13 Uhr, die Schüler mussten bis dahin betreut werden. Diese Lage habe sich jetzt allerdings entspannt. Unterricht falle allerdings mitunter immer noch aus, aber nur vereinzelt.

„Die Situation ist aus unserer Sicht sehr unbefriedigend“, schätzte der Ministeriumssprecher ein. Die Absicherung der Unterrichtserteilung habe für sein Haus oberste Priorität. Leider stehe die Grundschule Rositz exemplarisch für ein strukturelles Problem. Die Besetzung von Stellen an Grund- und Regelschulen im ländlichen Raum wird zunehmend schwieriger, weil es keine Bewerber gibt. Ähnlich wie im Altenburger Land sei es beispielsweise im Wartburgkreis.

Doch nicht nur in Rositz fehlen Lehrer. Nach Schenkers Angaben sind auch Stellen an der Altenburg Grundschule Platanenstraße, in Gößnitz, Nobitz und Langenleuba-Niederhain nicht besetzt.

Das Ministerium unternehme eine Reihe von Maßnahmen, um den Lehrerberuf attraktiv zu halten. Dazu gehört die zu Schuljahresbeginn wieder eingeführte Verbeamtung. Wichtig sind aber auch Maßnahmen wie Bürokratieabbau, die Erhöhung von Bindekräften beim Übergang vom Studium in den Beruf. „Wir führen aber auch Debatten über das Schulnetz und über Kooperationen von kleinen Schulen, damit die Effektivität des Einsatzes vorhandener Lehrer noch gesteigert werden kann.“

Von Jens Rosenkranz

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