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Altenburg Ferienkinder lernen das Segeln auf dem Hainbergsee
Region Altenburg Ferienkinder lernen das Segeln auf dem Hainbergsee
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05:00 04.08.2016
Saskia hat gelernt, dass sie vorm Kentern keine Angst haben muss und dass sie das Boot wieder aufstellen kann. Vereinschef Sven Starkloff ist jedoch in der Nähe. Quelle: Mario Jahn
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Meuselwitz

Wasser und ein laue Brise – das reicht aus, um mit einem kleinen Boot das Segeln zu lernen. Doch der Wettergott spielte dabei am Dienstagvormittag nicht mit, es regnete und die Temperaturen luden ebenfalls nicht zum Segeln ein. „Das Wetter können wir nicht organisieren, alles andere schon“, meint Sven Starkloff, Vereinschef des Seesportclubs Meuselwitz. Er kann dabei auf Erfahrungen aus sechs Jahren Segelcamp zurückgreifen.

Um möglichst vielen Kinder und Jugendlichen die Chance zu bieten, an dem gut einwöchigen Camp teilzunehmen, wählte man diesmal als Termin die letzte Ferienwoche in Mitteldeutschland. Doch die 34 Nachwuchssegler im Alter von acht bis 17 Jahren kommen nicht nur aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, sondern auch aus Berlin, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.

„Mit Esteban haben wir diesmal sogar einen Peruaner im Camp, der zurzeit bei Gasteltern in Altenburg wohnt“, erzählt Vereinsvize Jan Oehler, während die Kinder so nach und nach vom Frühstück kommen und wegen des Regens wie Luke darauf warten, die Theorie aufzufrischen oder sich mit dem Binden von Knoten zu beschäftigen. Davon müssen die Segelschüler acht verschiedene beherrschen. Das zu erlernen, macht zwar nicht so viel Spaß wie das Segeln, doch die Kinder wissen, dass sie auch das können müssen.

Mit 22 sind die Jungs im Camp in der Überzahl. Etwa die Hälfe der Teilnehmer sind keine Neulinge mehr. „Wir haben mit Paul und Niclas auch Dauergäste, die bereits von Anfang an dabei sind“, meint Oehler. Sie kennen das Leben im Zeltlager auf dem Gelände der Seesportler am Meuselwitzer Hainbergsee also bestens.

Betreut werden die Segeleleven in vier Gruppen. Die Neulinge und die, die ihr Können noch einmal auffrischen oder ausbauen wollen, bleiben am kleinen Hainbergsee. Wer schon Erfahrung mit dem Segeln hat, der darf auf den größeren Haselbacher See. Während auf dem kleineren Gewässer die „Optimisten“-Boote zu Wasser gelassen werden, segeln die Fortgeschrittenen mit „Cadets“, „420ern“ und einem „Ixylon“ auf dem großen Haselbacher.

Ehe es aufs Wasser geht, steht die trockene Theorie an. Dafür ist immer das erste Wochenende vorgesehen. „Wenn es erstmals aufs Wasser geht, sind nicht nur die Kinder, sondern auch wir Ausbilder aufgeregt. Denn wir wissen nicht, wie die angehenden Segler die Theorie in der Praxis umsetzten“, so der erfahrene Starkloff, der weiß, dass das erste Segeln eine positive Erfahrung sein sollte. Während der sechs Stunden, die die Kinder am Montag auf dem Wasser waren, ob nun einzeln in den Optis oder als Truppe im Kutter, es hat allen riesigen Spaß gemacht. „An der Mimik der Kinder kannst Du beobachten, dass sie bei jeder Aktion entspannter werden“, so er Trainer.

„Um den Nachwuchs-Seglern die Angst vor Boot und Wasser zu nehmen, versuchen wir ihnen die Physik spielerisch zu erklären. Dann begreifen sie auch, dass sie keine Angst haben müssen, wenn ihr Boot mal kentert. Sie haben darunter eine Luftblase und können das leichte Boot alleine wieder aufrichten.“ Wenn die Kinder auf dem Wasser sind, sind es die Ausbilder auch und achten auf die Aktionen der Kinder.

Doch auch die Erholung kommt in der Camp-Woche nicht zu kurz. Deshalb waren die Segelschüler gestern am Kulkwitzer See und haben die Wasserskianlage in Beschlag genommen. Und heute geht es für die jungen Wassersportler in den Freizeitpark Plohn.

Danach ist wieder hartes Üben angesagt, wenn es das Wetter zulässt. Denn die Camp-Teilnehmer sollen am Ende der Woche so weit sein, dass mit den Optis heil übers Wasser und wieder zurückkommen. Auf dem Haselbacher gilt für die Erfahreneren, das auf dem kleinen See Gelernte auf einem großen Gewässer und in größeren Booten anzuwenden.

Ehe es am Sonntag für die frischgebackenen Segler wieder nach Hause geht, steht noch eine zünftige Segeltaufe an.

„Ohne ein großes Team im Hintergrund lässt sich so ein Camp nicht stemmen“, meint Starkloff. Denn die Teilnehmer müssen dreimal am Tag verpflegt, die Fortgeschrittenen an den Haselbacher See gebracht und wieder abgeholt werden. Im Vorfeld standen der Transport der Boote und der Einkauf an. „Mit den Frauen unserer Vereinsmitglieder, die jeden Tag kochen und backen, steht und fällt die Versorgung. Und wenn wir unseren Horst Simon, den alle nur als Grazi kennen, nicht hätten, wären wir aufgeschmissen. Denn er fährt die Kinder hin und her. Bringt das Mittagessen an den Haselbacher See und erledigt auch mal kleine Reparaturen“, so der Vereinschef.

Von Marlies Neumann

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