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Altenburg Fertig ist der Laubengang: Klassenfahrt aufs Rittergut Schwanditz kann starten
Region Altenburg Fertig ist der Laubengang: Klassenfahrt aufs Rittergut Schwanditz kann starten
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05:00 14.10.2017
Freuen sich auf Gäste in ihrer „Bildungsherberge“: Ute Grimm und Jürgen Junghannß vom Rittergut Schwanditz. Quelle: Jens Paul Taubert
Schwanditz

Dort, wo die Besucher sonst einkehren, um Erholung und Ruhe zu finden, war am Freitagmittag viel los. Jeder wollte sich das anschauen, was die Familie Grimm/Junghannß auf ihrem rund 1000 Jahre alten Vierseithof, dem Rittergut Schwanditz in Göllnitz, in den letzten Monaten und Jahren geschafft hat.

Der ehemalige Kuhstall und darüberliegender Laubengang wurden komplett renoviert – beherbergen nun sechs Zimmer, einen großen Aufenthaltsraum und bald bestimmt auch viele Gäste. Vor allem Schulklassen sollen dieses Angebot nutzen können.

„Wir freuen uns sehr, dass heute so viele Menschen hierher gekommen sind“, sagte Jürgen Junghannß bei der Eröffnung. „In 25 Jahren haben wir uns einmal im Viereck um den Hof gearbeitet, jetzt sind alle Bauarbeiten geschafft“, sagte er nicht ohne Stolz. Die künftigen Gäste nächtigen dann in Zimmern mit passenden Namen: „Heu“, „Stroh“, „Gerste“ oder „Roggen“ steht auf Holztafeln über den Eingangstüren.

Das Rittergut Schwanditz ist nicht nur ein Landwirtschaftsbetrieb, sondern bietet auch als Direktvermarkter eigene Produkte im Hofladen und Ferienwohnungen an. Jetzt wird mit der „Herberge für Bildung und Tourismus“ ein weiteres Standbein aufgebaut. Rund 416 000 Euro hat der gesamte Umbau gekostet. Mit knapp 174 000 Euro wurde das Projekt vom EU-Förderprogramm „Leader“ bedacht. „Ich freue mich, dass hier ein solches Angebot entstanden ist. So lernen vor allem Schüler, wie es auf einem Bauernhof zugeht und woher unsere täglichen Lebensmittel kommen“, sagte Klaus Sühl, Staatssekretär des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft.

Auch Landrätin Michaele Sojka (Die Linke) fand nur lobende Worte für das Vorhaben: „Als ehemalige Lehrerin weiß ich, wie wichtig solche Angebote sind – den Schülern auch Unterricht und Erfahrungen außerhalb des Klassenzimmers zu zeigen.“ Ebenfalls lobte sie die gute Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Partnern und stellte die Außenwirkung solcher Projekte für das Altenburger Land heraus. „Wir sind ein Landkreis, der vieles zu bieten hat. Und mit solchen Projekten locken wir noch mehr Gäste an.“ Hier erlebe man nicht nur Landwirtschaft hautnah, sondern auch ein Stück Regionalgeschichte.

Sühl nutzte die Chance und brach eine Lanze für die Landwirtschaft. „Vielen Bauern schlägt oft Unverständnis entgegen. Die Menschen sehen nicht, was die Landwirte für die Gesellschaft tun.“ Oft reiche ein schwarzes Schaf, um die gesamte Agrarwirtschaft in Verruf zu bringen. „Aber bei Banken und Abgasskandalen wird oft ein Auge zugedrückt.“

Bereits seit Anfang der 1990er-Jahre kommen Schulklassen auf den Bauernhof. Mit dem neuen Angebot können die Klassen nun auch über Nacht bleiben.

„Investiert haben wir nun. Aber jetzt geht es erst richtig los“, sagte der Hausherr. „Nun gilt es, dass wir alle unser Bestes geben, dieses Ausflugsziel bekannt zu machen und viele Leute hierher zu locken.“

In den Ferien, wenn keine Schüler auf den Hof kommen, können die Räumlichkeiten auch von Touristen, für Familienfeiern, kulturelle Veranstaltungen oder Seminare genutzt werden.

Von Tatjana Kulpa

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