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Festkonzert zum 40-jährigen Bestehen des Gemischten Chores Altenburg

Jubiläum Festkonzert zum 40-jährigen Bestehen des Gemischten Chores Altenburg

Ein 40-Jähriger steht laut Volksmund im besten Mannesalter. Er kann sich an die Zeit seiner Kinderschuhe erinnern, weiß um schöne und schwer zu meisternde Jahre, kann auf Erreichtes stolz sein und wagt den Blick voraus. Dies alles trifft auf den Jubilar Gemischter Chor Altenburg zu und wurde den überaus zahlreichen Gästen des Konzerts im Altenburger Brauereisaal am Sonnabend per Wort und natürlich durch Gesang bewusst.

Volle Bühne, zahlreiche Gäste: Seit 40 Jahren erfreut der Gemischte Chor Altenburg seine treuen Zuhörer mit künstlerischer Klasse.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Da gingen die Gedanken bis 1976 zurück, als sich bedingt durch das reiche kulturelle Leben der Altenburger Nähmaschinenwerker zwei Chöre der Textima zu einem großen, leistungsstarken und über das Altenburger Land hinaus begehrten Gesangsensemble vereinigten. Doch nicht nur die Freude am Singen dominierte. Zusammenhalt, Verbunden- und Füreinander-Dasein waren und sind die Markenzeichen des Ensembles. Dies war die Grundlage dafür, in den Wendezeiten den Altin-Chor in einen selbständigen Verein umzuformen. Im Vereinsregister ist der Gemischte Chor Altenburg nunmehr seit 1991 eingetragen.

Als weiterer Glücksumstand sei genannt, dass sich in den 40 Jahren immer wieder starke Persönlichkeiten voller Tatkraft und Engagement fanden, die die Sänger über die Klippen führten. So fungierte über lange Jahre als 1. Vorsitzender Jörg Groppel, dem 2010 Christine Weise nachfolgte.

Gleiches wie bei den Organisationstalenten galt und gilt für die künstlerischen Leiter. Mit Helmut Wünderlich und Wolfgang Langner sind es zwei Künstlerpersönlichkeiten, die ihre reichen Erfahrungen in der bedeutendsten Kulturinstitution der Stadt, dem Landestheater, einbrachten und bringen. Der einstige Kapellmeister und Chordirektor des Theaters, Helmut Wünderlich, übergab nach 23 Jahren voller weiterer künstlerischer Intensivierung den Dirigentenstab an Wolfgang Langner, den geschätzten Sänger und Musikdramaturgen. Langner hatte zuvor bereits mehrere Chöre im Landkreis geleitet. Man kann es durchaus als Coup bezeichnen, dass ihn Christine Weise für „ihren“ Chor als Leiter gewinnen konnte.

Das bisher Genannte prägte die zahlreichen, erfreulich kurzen Grußworte und Wünsche. Bürgermeisterin Kristin Moos überbrachte das Grußwort der Stadt zum 40-Jährigen und die persönlichen Wünsche von OBM Michael Wolf. Sie ordnete den Chor als wichtigen Kulturfaktor der Region mit qualitativ hoher Bandbreite ein. Vorstandsvorsitzende Christine Weise sah das Jubiläumskonzert als Dankeschön für das treue Publikum. So gratulierte auch ein Fan-Club herzlich. Weise verwies auf die drei großen Konzerte im Jahr als festen Bestandteil des Altenburger Kulturkalenders. Jüngst ist noch ein Frühlingskonzert als weiteres dazugekommen. Sie betonte weiter, dass die bereits zweimalige Einladung zum Leipziger Gewandhaussingen eine hohe Ehre für die Choristen sei. Zu ihrer besonderen Freude ehrte sie fünf Chormitglieder, die von Anfang an dabei sind, mit der Plakette des Thüringer Sängerbundes. Marion Böttcher vom Osterländer Sängerkreis grüßte die Jubilare mit einem eigens dafür verfassten Gedicht. Die Geschäftsführung der Altenburger Brauerei, die in ihrem Engagement für Vereine den Saal als Proberaum zur Verfügung stellt, gratulierte standesgemäß mit einem Fass Bier.

Zwei verdienstvolle Künstler des Landestheaters prägen seit Jahren Gesicht und Niveau der Konzerte: Schauspielerin Karin Kundt-Petters als Moderatorin und Kapellmeister Thomas Wicklein am Flügel.

Von der bereits erwähnten qualitativ hohen Bandbreite kündete eindrucksvoll wie begeisternd das eigentliche Konzertprogramm. Da reichte das Spektrum der ca. 55 Choristen, darunter neun Männer, die sich gut hörbar einbrachten, über Frühlings- und Volkslieder bis hin zu Beethovens „Lied an die Freude“ oder den Chor der Friedensboten aus Richard Wagners „Rienzi“. Auch die Beatles kamen mit ihrem Klassiker „Yesterday“ zu Gehör. Immer wieder wird bei derartigen Ansprüchen die sorgfältige und fachkundige Einstudierung durch Chorleiter Wolfgang Langner deutlich. Für besonderen Beifall sorgte ein von Chormitglied Anni Schmidt gedichtetes wie komponiertes Lied, dass bei „Altenburg, meine Heimat“ liebevoll alle Sehenswürdigkeiten und Vorzüge der Skatstadt aufzeigte. Es erklang in Erinnerung an den verstorbenen ehemaligen Chorleiter Helmut Wünderlich in dessen Bearbeitung. Bei zwei Titeln begleitete Karin Großmann auf der Oboe gefühlvoll wie virtuos die Sängerschar.

Für ihre begleitende Moderation hatte sich Karin Kundt-Petters Frühlingstexte von Goethe, Fontane, Kästner und Rudi Strahl ausgesucht. Natürlich durfte der „Osterspaziergang“ nicht fehlen. Dank ihrer bis in die letzten Reihen verständlichen Stimme und ihrer lebendigen Interpretationskunst fühlte ein jeder, dass der Frühling Einzug gehalten hat.

Der jubelnde Schlussapplaus, der natürlich eine Zugabe einforderte, stimmte erst mal ein auf die nächsten zehn Jahre des Ensembles ein. Und für die werden dringend weitere Männerstimmen gesucht.

Von Frieder Krause

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