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Festliche Musik in festlichem Ambiente

Festliche Musik in festlichem Ambiente

Philharmonische Schlosskonzert entführte das Publikum in die Lagunenstadt Venedig. Das Thema "Ein Tag in Venedig" war gleichzeitig Programm und brachte Musik von Komponisten, die in dieser Stadt gelebt und gewirkt und solchen, die für sie geschrieben haben.

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Dirigiert sein letztes Altenburger Schlosskonzert - Jens Troester. Fotos: Jens Paul Taubert

Quelle: Jens Paul Taubert

Das 6. Das ergab ein stimmiges und im Aufbau logisches Programm wie selten.

 

Der prachtvolle, gut gefüllte Saal, festliche Musik im festlichen Ambiente, dazu eine sonnige Vorabendstimmung schufen den besten Rahmen für einen genussreichen musikalischen Abend. Es war das Abschiedskonzert des Jens Troester von der Reihe der Philharmonischen Schlosskonzerte in Altenburg. Er hat diese Reihe mit installiert, musikalisch betreut und sie im Musikleben der Stadt verankert. Dafür sei ihm gedankt.

 

Im ersten Teil des Abends gab es viel Barock, wofür die Streicherabteilung des Philharmonischen Orchesters zuständig war. Natürlich Antonio Vivaldi, Sohn dieser Stadt, mit Orchester-Serenaden aus seiner Oper "La senna festeggiante" mit französischen musikalischen Stilelementen.

 

Während diese Musik zu der mit am wenigsten bekannten Vivaldis gehört, ist das Konzert für Oboe und Orchester in d-Moll die bekannteste aller Musiken des Alessandro Marcello, der ebenfalls in Venedig geboren wurde. Der Solo-Oboist des Philharmonischen Orchesters, Günter Gäbler, übernahm den Solopart, meisterte alle musikalischen Raffinessen mit seiner ausgezeichneten Grifftechnik ohne Fehl und Tadel und zeigte im zweiten Satz mit seinem intensiven und doch weichen Spiel, warum dieser als der schönste Adagiosatz mit Oboe der gesamten Barockmusik bezeichnet wird. Wie Troester die Violinen am Anfang wie aus dem Nichts mit fast schmerzlicher Stille allmählich auftauchen ließ, beeindruckte außerordentlich.

 

Dann wurde es klassisch. Bläser kamen zu den Streichern, und die nächste Musik klang sehr mozartlich. Die dreisätzige Sinfonie "La Veneziana" war aber von seinem musikalischen Widersacher Antonio Salieri. Ermanno Wolf-Ferraris Venezianische Suite a-Moll war die modernste Musik im Programm und zeigte die andere Seite der ansonsten sich voller Lebensfreude darbietenden Stadt: das langsame Sterben und die Tage, an denen "die Gondeln Trauer tragen". Der Dirigent und sein Orchester spielten diese Suite sehr eindrucksvoll wie eine nächtliche Elegie.

 

Den Höhepunkt des Konzertes gab es mit dem Geiger Friedemann Eichhorn. Der an der Weimarer Hochschule für Musik wirkende Professor spielte die Ballettszenen op. 100 des französischen romantischen Komponisten Charles-August de Beriot, eines der wirkungsvollsten Violinstücke. Eichhorn gab dem Melodischen Kraft und dem technisch Anspruchsvollen kapriziöse Leichtigkeit. Dieser scheinbare Gegensatz brachte eine besondere Wirkung, die das Publikum überwältigte und zu jubelndem Applaus führte.

 

Dieser wiederholte sich nach Paganinis Variationen der Melodie "Mein Hut, der hat drei Ecken", die Paganini als "Carnevale di Venezia" betitelte. Dabei hielten alle Streicher ihre Instrumente wie Mandolinen auf dem Schoß und zupften ein gleichmäßiges Pizzikato-Thema, während der Solist fingerbrecherische Läufe auf seiner Geige spielte. Und am Ende des Programms kam, was bei einem Venedig-Programm kommen musste: der Lagunenwalzer aus "Eine Nacht in Venedig". Die Spielfreude des Orchesters und das inspirierende Dirigat Troesters machten ihn zum krönenden Abschluss eines mitreißenden Konzertabends.

Manfred Hainich

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