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Feuerwehr: Kreisverband leidet unter Desinteresse

Versammlung Feuerwehr: Kreisverband leidet unter Desinteresse

Eklat beim Kreisfeuerwehrverband Altenburger Land: Die Verbandssitzung, der wichtigste Termin im Jahreskalender, muss am Samstag mangels Teilnehmern binnen Minuten beendet werden. Die Runde war nicht beschlussfähig. Nur ein Kniff rettete letztlich den Vormittag und die Tagesordnung.

Der Kreisfeuerwehrverband hat Hunderte Mitglieder, doch das Jahrestreffen der Delegierten krankte zum wiederholten Mal an mangelnder Beteiligung.

Quelle: Mario Jahn

Nobitz. Er ist ein gebranntes Kind, der Kreisfeuerwehrverband Altenburger Land. Jedenfalls wenn es um die Beschlussfähigkeit bei wichtigen Zusammenkünften geht. Erst im Vorjahr war die Wahl des neuen Verbandschefs Andreas Hofmann im ersten Anlauf geplatzt, weil die ohnehin recht spärlich besetzte Runde nach stundenlanger Tagung nicht mehr die nötige personelle Stärke hatte. Etliche Kameraden hatten damals die Versammlung vorzeitig verlassen – Hofmanns Wahl musste in einer späteren außerordentlich einberufenen Mitgliederversammlung nachgeholt werden.

Und nun am Samstag in Nobitz das Déjà-vu-Erlebnis: Wieder blieben auf der Verbandsversammlung, der wichtigsten Runde im Kalenderjahr, viele Plätze frei. „Wir haben heute hier 62 Delegierte, damit ist die Beschlussfähigkeit nicht gegeben“, sagte Versammlungsleiter Volker Stubbe. Notwendig wären mindestens 88 Vertreter aus den Mitgliedsvereinen gewesen, um die Beschlussfähigkeit von mindestens zwei Dritteln der Wahlberechtigten zu erfüllen.

Dabei standen zahlreiche Punkte auf der ellenlangen Tagesordnung des Kreisfeuerwehrverbandes, der immerhin die wichtigste Interessenvertretung der Feuerwehren im Landkreis darstellt. Unter anderem Vorstandsbericht, Satzungsänderungen und zwölf Grußworte aus Politik und Wirtschaft. Zudem wurden mehrere Auszeichnungen verliehen. Die bedeutendste war das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber, überreicht an Patrick Bauriedl von der Feuerwehr Rositz als Anerkennung seines Einsatzes im Dezember in Kriebitzsch, wo er einen Kameraden aus einer gefährlichen Situation holte.

Um doch noch an diesem Samstag etwas beschließen zu können, beendete Versammlungsleiter Stubbe schon nach einigen Minuten gezwungenermaßen die Verbandsversammlung und berief kurzerhand eine außerordentliche Mitgliederversammlung ein, die mit einer einfachen Mehrheit aller anwesenden Stimmberechtigten beschlussfähig ist. Offenbar hatte der Verbandsvorstand schon geahnt, dass die Resonanz auf das Treffen aller Delegierten wieder recht mickrig werden könnte. Denn schon in den schriftlich versandten Einladungen war dieses mögliche Prozedere einer Herabstufung zur außerordentlichen Mitgliederversammlung ausdrücklich festgeschrieben und – wie es hieß – rechtlich abgesichert worden. Um diesen Weg auch in Zukunft gehen zu können, ohne Kniffe in der Einladung anwenden zu müssen, wurde am Samstag die Satzung unter anderem hinsichtlich der Verfahrensweise bei zu geringer Beteiligung entsprechend verändert. Damit hatte sich eine eigens einberufene Arbeitsgruppe im zurückliegenden Jahr befasst.

Wer nun allerdings glaubte, dass die aktuelle Versammlung emotional neue Höhepunkte erreicht, sah sich getäuscht: Ohne ein Wort über die magere Beteiligung zu verlieren, wurde Punkt um Punkt abgearbeitet. Die Grußredner würdigten mit großen Worten das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrleute an der Allgemeinheit und die des Verbandes im Detail. Geldspenden für dessen Aktivitäten inklusive. Und auch Verbandschef Andreas Hofmann ging nicht aufs Desinteresse ein. Stattdessen begann er seinen Bericht mit den Worten: Er freue sich, „dass so viele der Einladung gefolgt sind“.

Erst zum Ende hin ging der Starkenberger Ortsbrandmeister Steffen Kühn auf das Problem ein: „Nach dem Eklat vom Vorjahr hatte ich gehofft, dass wir hier nun eine bessere Resonanz haben. Aber dass nicht einmal die Hälfte aller Delegierten gekommen ist, enttäuscht mich und macht mir Angst. Wir alle sind hier in der Pflicht und das muss in alle Wehren getragen werden. Ich fürchte, dass wir solche Geldgeschenke, wie heute, künftig nicht mehr bekommen könnten“, sagte Kühn sichtlich erregt.

Letztlich gingen in Nobitz dann doch alle Punkte durch. Und was die Sitzung an Beteiligung vermissen ließ, machte sie an Dauer wett: Schluss war nach dreieinhalb Stunden.

Von Jörg Wolf

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