Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Feuerwehr: Kreisverband leidet unter Desinteresse
Region Altenburg Feuerwehr: Kreisverband leidet unter Desinteresse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 20.03.2017
Der Kreisfeuerwehrverband hat Hunderte Mitglieder, doch das Jahrestreffen der Delegierten krankte zum wiederholten Mal an mangelnder Beteiligung. Quelle: Mario Jahn
Anzeige
Nobitz

Er ist ein gebranntes Kind, der Kreisfeuerwehrverband Altenburger Land. Jedenfalls wenn es um die Beschlussfähigkeit bei wichtigen Zusammenkünften geht. Erst im Vorjahr war die Wahl des neuen Verbandschefs Andreas Hofmann im ersten Anlauf geplatzt, weil die ohnehin recht spärlich besetzte Runde nach stundenlanger Tagung nicht mehr die nötige personelle Stärke hatte. Etliche Kameraden hatten damals die Versammlung vorzeitig verlassen – Hofmanns Wahl musste in einer späteren außerordentlich einberufenen Mitgliederversammlung nachgeholt werden.

Und nun am Samstag in Nobitz das Déjà-vu-Erlebnis: Wieder blieben auf der Verbandsversammlung, der wichtigsten Runde im Kalenderjahr, viele Plätze frei. „Wir haben heute hier 62 Delegierte, damit ist die Beschlussfähigkeit nicht gegeben“, sagte Versammlungsleiter Volker Stubbe. Notwendig wären mindestens 88 Vertreter aus den Mitgliedsvereinen gewesen, um die Beschlussfähigkeit von mindestens zwei Dritteln der Wahlberechtigten zu erfüllen.

Dabei standen zahlreiche Punkte auf der ellenlangen Tagesordnung des Kreisfeuerwehrverbandes, der immerhin die wichtigste Interessenvertretung der Feuerwehren im Landkreis darstellt. Unter anderem Vorstandsbericht, Satzungsänderungen und zwölf Grußworte aus Politik und Wirtschaft. Zudem wurden mehrere Auszeichnungen verliehen. Die bedeutendste war das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber, überreicht an Patrick Bauriedl von der Feuerwehr Rositz als Anerkennung seines Einsatzes im Dezember in Kriebitzsch, wo er einen Kameraden aus einer gefährlichen Situation holte.

Um doch noch an diesem Samstag etwas beschließen zu können, beendete Versammlungsleiter Stubbe schon nach einigen Minuten gezwungenermaßen die Verbandsversammlung und berief kurzerhand eine außerordentliche Mitgliederversammlung ein, die mit einer einfachen Mehrheit aller anwesenden Stimmberechtigten beschlussfähig ist. Offenbar hatte der Verbandsvorstand schon geahnt, dass die Resonanz auf das Treffen aller Delegierten wieder recht mickrig werden könnte. Denn schon in den schriftlich versandten Einladungen war dieses mögliche Prozedere einer Herabstufung zur außerordentlichen Mitgliederversammlung ausdrücklich festgeschrieben und – wie es hieß – rechtlich abgesichert worden. Um diesen Weg auch in Zukunft gehen zu können, ohne Kniffe in der Einladung anwenden zu müssen, wurde am Samstag die Satzung unter anderem hinsichtlich der Verfahrensweise bei zu geringer Beteiligung entsprechend verändert. Damit hatte sich eine eigens einberufene Arbeitsgruppe im zurückliegenden Jahr befasst.

Wer nun allerdings glaubte, dass die aktuelle Versammlung emotional neue Höhepunkte erreicht, sah sich getäuscht: Ohne ein Wort über die magere Beteiligung zu verlieren, wurde Punkt um Punkt abgearbeitet. Die Grußredner würdigten mit großen Worten das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrleute an der Allgemeinheit und die des Verbandes im Detail. Geldspenden für dessen Aktivitäten inklusive. Und auch Verbandschef Andreas Hofmann ging nicht aufs Desinteresse ein. Stattdessen begann er seinen Bericht mit den Worten: Er freue sich, „dass so viele der Einladung gefolgt sind“.

Erst zum Ende hin ging der Starkenberger Ortsbrandmeister Steffen Kühn auf das Problem ein: „Nach dem Eklat vom Vorjahr hatte ich gehofft, dass wir hier nun eine bessere Resonanz haben. Aber dass nicht einmal die Hälfte aller Delegierten gekommen ist, enttäuscht mich und macht mir Angst. Wir alle sind hier in der Pflicht und das muss in alle Wehren getragen werden. Ich fürchte, dass wir solche Geldgeschenke, wie heute, künftig nicht mehr bekommen könnten“, sagte Kühn sichtlich erregt.

Letztlich gingen in Nobitz dann doch alle Punkte durch. Und was die Sitzung an Beteiligung vermissen ließ, machte sie an Dauer wett: Schluss war nach dreieinhalb Stunden.

Von Jörg Wolf

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Stadt Meuselwitz sucht einen neuen Pächter für das Gelände der Pro Umwelt Service Meuselwitz GmbH – dort befindet sich als Untermieter auch der von der Abfallwirtschaft des Landkreises betriebene Recyclinghof. Wie es vor Ort nach dem Jahresende weitergeht, ist im Augenblick noch offen. Es laufen Gespräche.

19.03.2017

Durch Zufall stößt Peter Müller vom historischen Friseursalon in der Osterländer Volkszeitung auf einen Artikel über Albrecht Bergmann und seine Familiengeschichte. Als Nachfahre des Zahnseifen-Erfinders hat der Rentner aus Waldheim selbst keines der Produkte. Peter Müller weiß Abhilfe.

18.03.2017

Eine Testanlage zur Reinigung des belasteten Grundwassers in Schelditz hat am Freitag von Anja Siegesmund (Grüne) in Betrieb genommen. Die Umweltministerin ging auch auf die Beschwerden jener Schelditzer ein, die seit Monaten auf eine Entschädigung ihrer verseuchten Häuser warten. Eine Lösung soll nun im Juli vorliegen.

17.03.2017
Anzeige