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Feuerwehr feiert Doppeljubiläum

Feuerwehr feiert Doppeljubiläum

Anlässlich des 85-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Ehrenhain haben die Brandschützer gemeinsam mit dem Feuerwehrverein ein Dorffest organisiert. Von Kinderprogramm, Schauvorführungen, LKW-Ziehen, Maibaumsetzen und Tanz in den Mai angezogen, kamen einige Hundert Besucher zum Gerätehaus in der ehemaligen Rittergut-Scheune.

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Beim LKW-Ziehen packt die gesamte Jugendwehr mit an. Bei den Erwachsenen bestand eine Mannschaft aus sechs Männern beziehungsweise sieben Frauen.

Quelle: Mario Jahn

Parallel beging der Ort 150 Jahre Löschwesen.

 

Er war natürlich nicht der erste Brand, den es in Ehrenhain gab. Aber das Feuer, das den kleinen Hof der Familie Quaas am 22. Mai 1864 zerstörte, ist ausführlich urkundlich überliefert. Auch wenn manche dieses Jubiläum als konstruiert empfinden, wie Wehrleiterin Anne Schaller lächelnd einräumt, nutzt die Feuerwehr gern das Datum als Anlass für ein Fest. "Außerdem existiert ja unsere Freiwillige Feuerwehr jetzt 85 Jahre", vervollständigt Schaller. Darüber hinaus laden die Feuerwehrleute auch nicht jedes Jahr zu einem Dorffest. Zuletzt wurde vor zehn Jahren groß gefeiert.

 

Aber wenn die Feuerwehr einlädt, dann kommen Besucher in Scharen. Denn ihnen wird etwas geboten. Am Samstag beispielsweise Löschübungen. Bevor die Jugendfeuerwehr zeigte, wie heute gegen Flammen gekämpft wird, waren die Oberarnsdorfer mit ihrer historischen Spritze dran. Das gute Stück, restauriert und voll funktionsfähig, ist nur fünf Jahre jünger als der Brand auf dem Quaas'schen Hof. "Und es ist die originale Spritze, die unsere Gemeinde 1869 gekauft hat", betont Jürgen Quellmalz, der die Handdruckspritze mit restauriert hat.

 

Am Samstag war er aber nicht nur mit der alten Löschtechnik vor Ort, sondern hielt als Ortshistoriker auch einen Vortrag zur Geschichte der Brandbekämpfung in Ehrenhain. Zahlreiche verheerende Feuer gab es, gut überliefert sind die Gasthofbrände. Wie Quellmalz berichtet, stand er 1661, 1847, 1890, 1898 und 1947 in Flammen. Ein besonders großes Feuer, dessen Schein bis Glauchau und Altenburg zu sehen war, ereignete sich 1904 im Rittergut. Die erste auswärtige Spritze am Brandherd war damals just genau jene aus Oberarnsdorf. Bis die Brandbekämpfer aus dem Nachbardorf eingetroffen waren, hatten die Ehrenhainer bereits mit ihrer Handdruckspritze begonnen zu löschen.

 

Für 185 Taler war diese schon 1769 angeschafft worden. Fast zehn Jahre, nachdem der Altenburger Herzog allen Gemeinden zum Kauf einer solchen geraten hatte. Wegen Geldmangels musste aber auch seinerzeit schon die Anschaffung immer wieder verschoben werden. Eine organisierte Freiwillige Feuerwehr wurde in Ehrenhain am 23. März 1929 gegründet.

 

Heute besteht die aktive Abteilung der Ehrenhainer Wehr aus 18 Leuten, so Wehrleiterin Anne Schaller. Für die Chefin zu wenig. Sie hätte gern mehr Personal, immerhin hat der Ort rund 850 Einwohner. Eine gute Werbung für ihre Truppe war das Dorffest allemal. Besonders viel Stimmung kam etwa nach den Löschübungen beim LKW-Ziehen auf. Circa 300 Besucher feuerten die elf Mannschaften, unter denen auch zwei Frauenteams und die Jugendwehr waren, kräftig an. 9,5 Tonnen wiegt das Einsatzfahrzeug, das mit Muskelkraft über 25 Meter gezogen wurde. Gewonnen hat übrigens die Mannschaft der Feuerwehr Wilchwitz. Für Zuschauer und Teilnehmer gleichermaßen ein Heidenspaß.

 

Dermaßen gut gelaunt und in Feierstimmung gebracht, wurde dann noch bis weit nach Mitternacht in den Mai getanzt. "Es gab rundum positive Resonanzen, häufig wurde gelobt, dass wir viel für Kinder im Angebot hatten", zieht Schaller zufrieden Bilanz.

Jörg Reuter

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