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Altenburg Feuerwehr musste im Juli schon 27 Feldbrände löschen
Region Altenburg Feuerwehr musste im Juli schon 27 Feldbrände löschen
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09:58 27.07.2018
Jeder Brand bedeutet für die Feuerwehrleute Schwerstarbeit. Und gefährlich ist die Bekämpfung obendrein. Quelle: Mario Jahn
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Meuselwitz

Feuerwehrleute in Meuselwitz sowie dem näheren Umland sind in diesen Tagen nicht zu beneiden. Aufgrund der anhaltenden Hitze und Dürre auf den Feldern kommt es auch im nördlichen Kreisgebiet immer wieder zu Feld- und Ödlandbränden.

„Aber so schlimm, wie das derzeit bei uns ist, kann das doch nicht mit rechten Dingen zugehen“, sagt der Meuselwitzer Feuerwehrchef Marcel Jankowsky. „Seit dem 29. Juni, als die große Hitzewelle losging, hatten wir bis jetzt allein 27 derartige Brandeinsätze zu fahren. Immer loderte es auf abgeernteten Feldern“, so der Feuerwehrchef. Darunter waren schon größere Kaliber, deren Bekämpfung wie jenes Feuer in der Nähe von Prößdorf gleich mehrere Stunden in Anspruch nahm. „Aber nicht selten auch eher kleinere Sachen, die noch in der Entstehung sind, was aber dank unseres schnellen Eingreifens oft verhindert werden konnte“, atmet Jankowsky auf.

Auffällig oft lodert es dieser Tage in der Gegend zwischen Waltersdorf und Neubraunshain. Alle Kameraden denken nur „nicht schon wieder dort“, wenn die beiden Ortsnamen mit dem Einsatzstichwort durchgegeben werden.

Häufung der Brände führt zu bösem Verdacht

Nicht nur der Feuerwehrchef und seine Kameraden hegen angesichts dieser Häufung einen bösen Verdacht. Auch Anwohner sind sich mittlerweile ziemlich sicher, dass hier ein Brandstifter die Finger im üblen wie gefährlichen Spiel haben muss. „Weil eine derartige Häufung auch bei dieser Hitze schon unnormal ist“, meint Jankowsky.

Keiner weiß aber, ob vorsätzlich oder fahrlässig gezündelt wird. „Aber in Waltersdorf wird schon eine mögliche Ursache als wahrscheinlich angesehen: Weil es am nur „Hundeweg“ genannten Wirtschaftsweg besonders oft gebrannt hat, wo viele Hundebesitzer mit ihrem Vierbeiner ihre Runde drehen, schließt man nicht aus, dass die Feuer durch achtlos von den Besitzern in die verdorrten Randstreifen geworfene Zigarettenkippen stammen könnten, schildert der Feuerwehrchef eine mögliche These.

Als Feuerwehr wollte man der These am Donnerstag sogar mit einem Selbstversuch nachgehen: Ausgebildete Feuerwehrleute wollten selber an jener Stelle den Zigarettentest machen, um zu sehen, ob es dadurch tatsächlich zu einer Entzündung kommen könnte. Natürlich unter strenger Bewachung durch die Floriansjünger mit ausreichend Löschwasser.

Ob dieser Versuch tatsächlich durchgeführt wurde, ist vorerst unbekannt. Denn gleich mehrfach brannte es wieder auf den Feldern im Umland und waren die Kameraden gefordert. „Solche Einsätze sind ungemein schwierig, zeitaufwendig, kräftezehrend und gefährlich. Vor allem, wenn zum Feuer noch Wind weht, der die Feuerwand förmlich vor sich her treibt. Und jeder Feuerwehrmann ist dann in der Regel bei dieser irren Hitze mit seiner schweren Einsatzkleidung unterwegs. Zwei Kameraden sind da schon umgekippt“, so Jankowsky.

Hoffen auf Wetterumschwung und Ermittlungen

Wie seine Mitstreiter, bei denen sich der Chef ausdrücklich für ihre große Einsatzbereitschaft bedankt, hofft Jankowsky nun auf einen Wetterumschwung, und dass der Feuerteufel gefasst wird, so es denn einen gibt.

Die Polizei ist auf jeden Fall alarmiert. „Ja, es gibt in diesem Bereich tatsächlich eine sichtbare Anhäufung solcher Brandereignisse“, sagt Katja Ridder, Sprecherin der Landespolizeiinspektion Gera. „Auf jeden Fall haben wir die Sache genau im Auge und ermitteln auch. Allerdings gibt es derzeit noch keinen konkreten Tatverdächtigen“, so Ridder.

Die Polizei bittet in diesem Zusammenhang um sachdienliche Hinweise. Wer im Vorfeld solcher Brände verdächtige Beobachtungen gemacht hat, der melde sich bitte unter Tel. 0365 8241465 bei der Kriminalpolizeiinspektion Gera oder bei der Polizeiinspektion Altenburger Land unter Tel. 03447 4710.

Von Jörg Wolf

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