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Altenburg Filmsternchen tummelten sich zur „Heidi“-Vorpremiere in Altenburg
Region Altenburg Filmsternchen tummelten sich zur „Heidi“-Vorpremiere in Altenburg
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22:35 09.12.2015
Regisseur Alain Gsponer und Schauspielerin Jella Haase zur Vorpremiere der Neuverfilmung von „Heidi“ in Altenburg.  Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

 Altenburg als Klein-Hollywood? Am Sonntagnachmittag schien das so zu sein, als über 500 große und kleine Kino-Enthusiasten zum Capitol pilgerten und alle fünf Kinosäle bis auf den letzten Platz besetzten. Hier gab es eine Vorpremiere des Films „Heidi“, der neben den Schweizer Hochalpen zu großen Teilen auch in Altenburg gedreht wurde.

Kann man Altenburg neben Skat- und Barbarossastadt nun auch als Filmstadt bezeichnen? Warum nicht? Allein in diesem Jahr gab es vier Kino- und Fernsehfilme, für die Altenburg als Kulisse diente. Das waren der Fernsehfilm über die Schauspielerin und Puppengestalterin Käthe Kruse, für den das Landestheater innen und außen sowie weitere Orte der Stadt vorkamen. Hinzu kam eine Folge der SOKO-Leipzig-Serie des ZDF über den Tod eines Brauereibesitzers, wofür man sich in der Altenburger Brauerei einmietete. Und für den Schiller-Spielfilm „Die geliebten Schwestern“ kam wieder einmal das Schlossgelände zu Ehren.

Es gibt eine lange Auflistung aller Filme, in denen die Skatstadt als Handlungsort oder Kulisse diente. Sie beginnt mit der Karl-Marx-Serie „Moor und die Raben von London“ Anfang der 1960er-Jahre und endet vorläufig mit der Neuverfilmung des Romans „Heidi“ der Schweizer Schriftstellerin Johanna Spyri. Der Drehstab unter Leitung des Regisseurs Alain Gsponer und des Produktionsleiters Jakob Claussen hatte sich im September/Oktober in der Hülsemannschen Villa Ecke Johannisstraße Humboldtstraße für sechs Wochen eingerichtet.

Doch warum gerade Altenburg und warum dieses Gebäude? „Der Roman hat ja eigentlich nur zwei Handlungsorte, die Schweizer Bergwelt und Frankfurt am Main“, sagte Regisseur Gsponer. „Die Alpen haben sich seit 1880 geografisch kaum verändert, wohl aber die Main-Metropole. Von den alten Fachwerkhäusern ist da nicht mehr viel geblieben. Durch die finanzieller Unterstützung der Mitteldeutschen Filmförderung suchten wir geeignete Orte im Osten Deutschlands und fanden sie in Quedlinburg und Halberstadt. Sie gaben uns die fast identische Stadtkulisse für Frankfurt.“

Für eine Gründerzeitvilla habe man acht Gebäude im Angebot gehabt, erklärte Gsponer weiter. Die Gründe sind einleuchtend: Das Interieur ist reiner Jugendstil, die räumliche Gestaltung vielseitig, und die Filmleute hatten die Villa etwas abseits vom störenden Stadtlärm mit reichem Außengelände vollkommen für sich. „In Frankfurt wäre das unmöglich gewesen.“ Die gesamte Filmcrew war wie viele vorherige auch im Parkhotel untergebracht. „Dadurch bin ich jeden Tag an diesem Kino vorbeigegangen und wollte natürlich auch einmal eine Filmvorführung erleben“, sagte Gsponer. „Einmal habe ich es geschafft. Der Film war nicht gut. Um so glücklicher bin ich, dass ich nun meinen eigenen hier erleben darf.“

Schauspielerin Jella Haase genießt das Bad in der Menge Quelle: Mario Jahn

Großes Kino also in Altenburg – vor und im Capitol. Der Leiter Sven Erfurth weiß, was man für eine solche Premiere braucht und hatte es vor dem Gebäude organisiert: Natürlich einen roten Teppich und ein kleines Gehege mit einem Zickleinpärchen und viele kleine Strohballen, ein Bastelzelt zum Anfertigen von Windlichtern mit Heidi-Motiven, ein Bücherstand der Schnuphase`schen Buchhandlung mit dem Buch zum Film sowie einen Stand mit den unvermeidlichen Rostern und im Foyer genügend Kinderspezifisches zum Essen und Trinken.

Das Fotostudio Altenburg war zugegen und ab 14 Uhr schon viel Publikum. Dazwischen wuselten Kameraleute und Fotografen und etwas zurückhaltender die Schreiber. Und das alles umrahmt von großen und kleinen Postern der kleinen Heidi in Person der achtjährigen Schweizerin Anuk Steffen. Pünktlich wie angekündigt erschien die Filmabordnung mit Regisseur, Produktionsleiter und der Schauspielerin Jella Haase, die die Hausangestellte Tinette spielt und die durch ihre Rolle als prollige Schülerin Chantal im Film „Fack Ju Göhte“ Millionen junge Leute begeisterte.

Nun waren Autogramme-Schreiben und Fotografieren mit dem jungen Filmstar angesagt. Als dann alle Plätze in allen Filmsälen besetzt waren, erschien die kleine Delegation in diesem noch einmal und nahm viel Beifall als Vorschusslorbeeren entgegen, die sich am Ende des Films als vollkommen gerechtfertigt erwiesen. Das ist ein wunderschöner Film für Jung und Alt. So wie das Buch eher Literatur für Erwachsene ist, erfüllt auch der Film alle Sehgewohnheiten für Erwachsene und Kinder. Das sollte man ab kommenden Donnerstag zur deutschlandweiten Premiere nutzen. Altenburg hatte am 2. Adventsdonnerstag sein großes Filmereignis und die 500 Zuschauers erwiesen sich einer Filmstadt würdig.

Von Manfred Hainich

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