Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Finanzielle Unterstützung und Know-How für Mittelständler im Altenburger Land
Region Altenburg Finanzielle Unterstützung und Know-How für Mittelständler im Altenburger Land
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:28 31.03.2018
Stehen für qualitativ hochwertige Ausbildung im Altenburger Land: Stephan Kinder, Lukas Bär, Silke Schäffel, Hans-Reiner Kasel, Florian Mäder und Bertold Weber (v.l.). Quelle: Mario Jahn
Anzeige
Altenburg

Dass vielen mittelständischen handwerklichen Unternehmen im Altenburger Land die Fachkräfte ausgehen, ist kein Geheimnis. Zu den Gründen zählt der demografische Wandel – aber auch die Tatsache, dass viele kleine und mittelgroße Betriebe keinen Nachwuchs ausbilden können, weil sie im Tagesgeschäft nicht alle Bereiche der Ausbildung abdecken können. Die wenigsten wissen, dass sie sich helfen lassen können, und zwar sowohl auf fachlicher als auch auf finanzieller Ebene.

Der Thüringer Auszubildendenverbund (OAV Gera) unterstützt die Ausbildung von Azubis im Handwerk finanziell. Der OAV Gera ist ein Zusammenschluss kleiner und mittelständischer Unternehmen mit derzeit 290 Mitgliedsunternehmen. Erklärtes Ziel ist es, das Angebot an qualifizierten Ausbildungsplätzen in klein- und mittelständischen Unternehmen in Ostthüringen zu sichern und weiterzuentwickeln.

Für den Altenburger Landkreis kommt hier der Altenburger Ausbildungs- und Weiterbildungsverbund (AWA) ins Spiel, der den Firmen das nötige Know-How bietet. Möglich ist das auf unterschiedliche Art und Weise. Azubis können die ersten anderthalb Jahre ihrer Ausbildung komplett beim AWA verbringen und dann in die Praxis in ihrem eigenen Unternehmen einsteigen. Oder aber sie absolvieren den Großteil der Lehre in ihrer eigenen Firma und ergänzen die Ausbildung durch überbetriebliche Lehrgänge, zum Beispiel beim AWA.

„Wir lernen nicht mit Legosteinen“

Stephan Kinder, Geschäftsführer der Altenburger Firma WMA Werkzeug- und Maschinenbau, ist begeistert von dem Angebot. „Wir können nicht für jede Ausbildung alles zu hundert Prozent abdecken“, sagt Kinder.

Lukas Bär ist einer seiner aktuellen Azubis. Der 18-Jährige macht eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker. Im April hat er seine Grundausbildung abgeschlossen. Bisher hat er alles beim AWA gelernt. „Hier ist es möglich, individuell auf alle Bedürfnisse der Auszubildenden einzugehen“, berichtet Bär von seinen bisherigen Erfahrungen. Auf den zweiten Teil seiner Ausbildung, den er im Betrieb absolvieren wird, fühlt er sich gut vorbereitet, denn die Zeit beim AWA ist praxisorientiert.

„Wir lernen nicht mit Legosteinen, sondern hier stehen richtige Produktionsmaschinen“, sagt Hans-Reiner Kasel, Geschäftsführer von AWA. „Die Auszubildenden praktizieren alles, was sie auch im Betrieb können müssen.“ Der Vorteil: Sie gehen nicht im Alltag einer mittelständischen Firma unter, haben konkrete Ansprechpartner, können ein Gefühl für die Arbeit entwickeln. „Dann können sie behütet ausgebildet in die Marktwirtschaft starten.“

Kurze Wege für die Azubis

Auch die Firma Metallbau Weber aus Windischleuba nutzt die Förderung des OAV Gera, ist seit 2017 Mitglied. „Man muss sich seine Fachkräfte heranziehen. Aber wir können im Tagesgeschäft nicht alles leisten“, sagt Geschäftsführer Bertold Weber. Dass er über Umwege vom AWA und der Förderung durch den OAV Gera erfahren hat, bezeichnet der Ingenieur als „Glücksfall“.

Dank der Kooperation kann er nun Florian Mäder eine Ausbildung zum Technischen Systemplaner anbieten. Der 16-jährige Altenburger ist gerade im ersten Ausbildungsjahr. Er lernt im Betrieb und nutzt ergänzende Fortbildungen des AWA. Das passe perfekt, sagt er. „Ich bin sehr froh, dass ich die Ausbildung machen kann. Der Beruf gefällt mir sehr, ich beschäftige mich mit Fenstern, Fassaden und Türen. Man sieht direkt, was man erstellt hat.“

Ohne den AWA müsste Mäder für die Fortbildungen weit fahren, so kann er in Altenburg bleiben. „Ohne AWA und OAV könnten wir nicht ausbilden, das muss ich ganz klar so sagen“, sagt Weber. „Noch dazu werden wir dabei unterstützt und können den Azubis kurze Wege bieten.“

Interessierte Unternehmen sollen den OAV kontaktieren

Viele Mittelständler in der Region würden gerne ausbilden, wissen aber nicht, wie sie jungen Menschen die komplette Lehre bieten sollen, meint Silke Schäffel, Geschäftsführerin des OAV Gera. Sie ermutigt alle Unternehmen, den OAV zu kontaktieren und Unterstützung zu beantragen.

Mehr Informationen unter http://www.awa-ev.de/ und https://www.oav-gera.de/

Von Sophie Aschenbrenner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In Sachen Straßenreinigung war der Start in manchen Teil der Stadt mehr als holprig. So hatten die Straßenkehrmaschinen beispielsweise in der Wenzelstraße bis jetzt wenig Glück. Praktisch seit Silvester wurde dort die Straße erst ein Mal gekehrt. Auch Eberhard Schmidt ist dies gleich an verschiedenen Stellen in Altenburg aufgefallen.

28.03.2018

Mammal Hands im ehemaligen Thüringer Hof: Dieser Jazzklub-Abend hat das Publikum berauscht. Nick Smart (Klavier) und Jordan Smart (Saxofon) werfen sich die Bälle so perfekt zu, dass man die Augen dafür schließen muss. Getragen und gestützt wird das Soundgerüst von Jesse Barrett mit seinem treibenden Schlagzeugspiel.

27.03.2018
Altenburg Bürgermeister und Amtsleiterin zu Besuch - Reichlich Frust im Wintersdorfer Ortsteilrat

Gut war die Laune nach der vergangenen Sitzung des Wintersdorfer Ortsteilrats nicht gerade: Bürgermeister Udo Pick (BfM) und Ordnungsamtsleiterin Denise Zeuke waren eingeladen worden, zahlreiche offene Fragen zu besprechen. Konkrete Aussagen konnten jedoch nur wenige getätigt werden.

27.03.2018
Anzeige