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Altenburg Firma Heim will Bau einer Umgehungsstraße im Wieratal prüfen
Region Altenburg Firma Heim will Bau einer Umgehungsstraße im Wieratal prüfen
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18:28 29.11.2018
Zur Bürgerversammlung sitzen Carsten Helbig, Philipp Heim, Michael Brucker und Dieter Heim im Podium. Quelle: Jörg Reuter
Langenleuba-Niederhain

Der LKW-Verkehr im Wieratal durch die Firma Heim war am Mittwochabend Thema zur Bürgerversammlung in Niederhain. Wie berichtet, stören sich die Bürger daran und verlangen nach einer Alternative. Dem stellten sich in der Straßenschenke neben Werksleiter Michael Bruckner auch die Eigentümer Philipp und Dieter Heim.

Anwohner haben Angst um ihre Kinder

Geplant ist in der Tongrube Frohnsdorf über 40 Jahre eine Tagesproduktion von rund 2000 Tonnen. Das bedeutet An- und Abfahrt zusammen von 140 LKW pro Tag auf den Straßen des Wieratals. Dafür verlangt die Bürgerinitiative Beiern den Bau einer alternativen Straße außerhalb aller Ortschaften. Rückendeckung bekamen sie von Bürgern aus verschiedenen Dörfern. Deren Argumente gleichen sich. Viele Anwohner verwiesen auf ihre kleinen Kinder, die nicht mehr auf die Straße können, seit die Heim-Laster in diesem Jahr intensiv im Wieratal unterwegs sind. Weil die Laster viel zu schnell unterwegs sind und es in den Orten so gut wie keine Fußwege gibt. „Sie verdienen hier ihr Geld und vernichten dabei unseres“, klagt eine junge Mutter und berichtet, wie nicht nur ihr Kind, sondern auch ihr rund 150 Jahre altes Haus unter dem Verkehr leidet.

Auch wenn der Ton stets freundlich und sachlich war, so wurde deutlich, dass für die Bürger letztlich nur die Alternativstrecke außerhalb der Dörfer in Frage kommt. „Wir sind auch dagegen, dass Sie in Beiern die Zufahrtsstraße, wie von Ihnen vorgeschlagen, asphaltieren. Dann ist jedes Druckmittel weg und es passiert nichts mehr“, argumentierten die dortigen Anwohner.

Eigentümer verweisen auf Gemeinderatsbeschluss

Die Firmenchefs bestätigen die angeführten Daten. „Im Großen und Ganzen stimmt das so“, sagte Philipp Heim. Er verstehe auch die Eltern gut, weil er auch kleine Kinder habe. Er versprach ausdrücklich, die Option einer Umgehungsstraße zu prüfen. Er verwies aber auch darauf, dass der heutige Heim-Verkehr auf einem Niederhainer Gemeinderatsbeschluss von 1999 beruhe, der gültig ist und dem Unternehmen eben dies gestatte. „Deswegen sind wir davon ausgegangen, dass es keine Probleme geben wird.“

Nichtsdestotrotz sei seinem Familienbetrieb sehr daran gelegen, sich mit den Bürgern zu arrangieren. Zusagen könne er freilich nicht, dass diese gewünschte Umgehung kommt. Schlicht weil sie noch nicht existiert und neu gebaut werden müsste.

Widerspruch kommt aus Göpfersdorf

„Wenn uns das gelingt, wäre es einzigartig in Thüringen“, sagte Niederhains Bürgermeister Carsten Helbig (SPD) und sicherte ebenfalls zu, dies mit voller Kraft zu unterstützen.

Erster Widerspruch gegen die Pläne kam sogleich aus Göpfersdorf. Gemeinderat Jörg Schumann erklärt, dass die Pläne wohl auf wenig Gegenliebe stoßen werden und es schwer werde, die Landbesitzer zu überreden, Teile ihrer Felder für eine Betriebsstraße quer darüber herzugeben. Auch, weil sie dann eine Erweiterung der Abbaufelder fürchten.

Von Jörg Reuter

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