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Altenburg Firma Juwi will vier über 200 Meter hohe Windräder bei Schmölln errichten
Region Altenburg Firma Juwi will vier über 200 Meter hohe Windräder bei Schmölln errichten
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00:19 13.07.2017
Windräder im Abendlicht. Quelle: dpa
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Altenburg/Schmölln/Drogen

Auf einem Hügel auf der Grenze der Gemeinde Drogen zum Schmöllner Ortsteil Steinsdorf sollen vier weitere Windräder gebaut werden. Wie jetzt bekannt wurde, hat die Firma Juwi Energieprojekte im März Antrag auf Genehmigung gestellt. Vorgesehen sind Anlagen des Typs Vestas V 136 mit einer Nabenhöhe von 149 Metern und einem Rotorendurchmesser von 136 Meter, sodass sich eine Gesamthöhe in der Spitze von 217 Metern ergibt. Vom 7. August bis 1. September werden der Antrag samt Plänen, Erläuterungen und Gutachten im Landratsamt, im Rathaus Schmölln sowie in der Verwaltungsgemeinschaft Altenburger Land in Mehna ausliegen.

In dieser Zeit kann jedermann schriftlich Einwendungen vorbringen, die dann beim Genehmigungsverfahren in der Unteren Immissionsschutzbehörde im Landratsamt eingearbeitet werden. Wie Fachdienstleiterin Birgit Seiler erläutert, könne und müsse der Antrag der Firma auf Genehmigung zum Bau der Anlagen bearbeitet werden, weil die Windräder auf einem sogenannten Vorranggebiet für Windenergieanlagen errichtet werden sollen. Wobei: Ganz so einfach ist es im Altenburger Land derzeit nicht. Denn Vorranggebiete sind im Regionalplan festgeschrieben. Von diesem existiert momentan jedoch nur ein Entwurf. „Unsere Praxis ist, Anlagen, die auf vorgesehenen Vorranggebieten beantragt werden, ’normal’ zu bearbeiten. Diese Praxis ist inzwischen auch gerichtlich bestätigt. Alle anderen Vorhaben werden ausgesetzt, bis der Regionalplan Rechtskraft besitzt.“ Wann das soweit ist, vermag aber derzeit niemand genau zu sagen.

Im September 2010 wurde ein Regionalplan für Ostthüringen beschlossen. Dieser wurde Anfang 2015 vom Bundesverwaltungsgericht kassiert (die OVZ berichtete). Gegen den im vergangenen Jahr vorgelegten Entwurf eines neuen Regionalplans für Ostthüringen wurden dann rund 7700 Einwände vorgebracht. „Und diese werten wir noch aus und binden sie in die Abwägung ein“, erklärt der Leiter der Regionalen Planungsstelle, Michael Sehrig, auf OVZ-Anfrage.

Bis Ende des Jahres werde die Arbeit mindestens noch dauern. Dem schließt sich dann das Erarbeiten eines erneuerten Entwurfs an, der ebenso ausgelegt werden muss und gegen den auch wieder Einwände vorgetragen werden können. Das heißt, bis es einen gültigen Regionalplan für Ostthüringen gibt, vergeht noch viel Zeit.

Im alten Regionalplan waren drei Vorranggebiete festgeschrieben. „Im derzeitigen Entwurf sind es dreimal soviel. Aber natürlich wird sich an dieser Gebietskulisse etwas ändern. Wir haben ja jetzt – basierend auf den Einwendungen – einen anderen Kenntnisstand“, erklärt Sehrig. Ob davon das Vorranggebiet Drogen/Steinsdorf betroffen sein wird, könne er aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht einschätzen.

Derweil zählt für die Investoren der Status quo. „Unsere Entscheidung für den Standort Schmölln liegt darin begründet, dass es sich bei der Fläche um ein Vorranggebiet handelt, das im Planentwurf als für die Windenergienutzung geeignet ausgewiesen ist“, so Felix Wächter, Pressesprecher der Juwi AG. Grundsätzlich gebe es zwei Verfahrensmöglichkeiten, so Wächter auf Anfrage weiter: Das öffentliche und das so genannte nichtförmliche Verfahren.

Für das Projekt Schmölln habe Juwi das öffentliche Verfahren gewählt, denn nach Empfinden des Unternehmens schaffe dieses die formale Voraussetzung für eine breite Bürgerbeteiligung. „Die Bürgerinnen und Bürger vor Ort können sich selbst detailliert informieren. Zudem wird es einen öffentlichen Erörterungstermin geben“, kündigt Wächter an.

Die Juwi-Gruppe mit Sitz in Wörrstadt bei Mainz wurde 1996 gründet. Seit Ende 2014 ist die MVV Energie AG Mehrheitseigentümer. Juwi beschäftigt weltweit etwa 1000 Mitarbeiter und ist auf allen Kontinenten präsent. Bislang werden von der Firma global mehr als 950 Windräder an rund 150 Standorten betrieben – mit einer Gesamtleistung von über 2100 Megawatt (MW). Zum Vergleich: Das Kraftwerk Lippendorf hat eine Leistung von rund 1867 MW.

Von Jörg Reuter

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