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Altenburg Fischsterben kostet Schmöllner Stadtwerke rund 10.000 Euro
Region Altenburg Fischsterben kostet Schmöllner Stadtwerke rund 10.000 Euro
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00:22 14.09.2018
In der Sprotte bei Großstöbnitz war es im Mai zu einem Fischsterben gekommen. Quelle: Mario Jahn
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Schmölln

Die Probleme für die Schmöllner Stadtwerke werden nicht weniger, sondern mehr. Um Pfingsten floss vier Stunden lang Abwasser aus dem Klärwerk in die Sprotte und sorgte für ein Fischsterben. Hinzu kommt ein veraltetes und ungenügendes Kanalsystem im Industriegebiet Nitzschka, das ebenso bereits zu einer massiven Verschmutzung eines Bachs geführt hatte (OVZ berichtete).

Weitere Sorgenkinder

Außerdem planen die Stadtwerke die Umstellung auf die Versorgung mit weichem Fernwasser. Hinzu kommen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen einer angeblichen Vergewaltigung einer minderjährigen Auszubildenden. Darüber hinaus braucht das defizitäre Sport- und Freizeitbad Tatami dringend Zuschüsse aus dem Stadtkasse.

Defekter Schieber wegen Trockenheit

Als ob das nicht schon reichen würde, musste Stadtwerkechef Severin Kühnast kürzlich bekannt geben, dass es zu einer weiteren Havarie kam. Unweit des Stadtzentrums war mindestens drei Stunden lang Abwasser aus einem Mischkanal in die Sprotte gelaufen. An einer sogenannten Regenentlastungsanlage hatte sich ein Schieber mit Rückständen zugesetzt und war blockiert. Grund waren vermutlich die lange Trockenheit und fehlende Flüssigkeit im Kanalsystems. Deshalb wurde sofort Wasser aus einem Hydranten in den Kanal geleitet, um den Durchfluss wieder zu ermöglichen und das ungeklärte Abwasser im Flüsschen zu verdünnen. Die Blockade an der Drosselklappe wurde behoben.

Weiteres Fischsterben

Ob es durch die Havarie ein Fischsterben in der Sprotte gegeben hat, konnte bislang noch nicht festgestellt werden.

Tage zuvor entdeckten Anwohner in der Sprotte tote Fische, die allerdings mit dieser Havarie nichts zu tun hatten. Fachleute im Landratsamt vermuten, dass die Fische auf Grund der großen Hitze in den vergangenen Wochen verendeten. Der Wasserpegel in der Sprotte war zu jener Zeit noch sehr niedrig, Hitze und Sauerstoffmangel waren groß.

Stadtwerkechef übernimmt Verantwortung

Der Störfall im Mai hatte allerdings sehr wohl für ein Fischsterben gesorgt. „Für die dabei entstandene Schädigung des Öko-Systems übernehmen wir die Verantwortung“, sagte Kühnast der OVZ. Seiner Berechnung zufolge würden die Angler für die verendeten Tiere rund 10 000 Euro Schadensersatz fordern. Dies werde beglichen, eventuell auch mit Hilfe der Versicherung. Kühnast räumte ein, dass die Öffentlichkeit im Mai zu spät informiert wurde. Das sei ein Fehler gewesen, „aus dem wir gelernt haben“, sagte er.

Der Geschäftsführer erklärte, dass am Klärwerk in Zschernitzsch die Qualität des ankommenden Abwassers permanent technisch überwacht werde. Dadurch konnte die Havarie im Stadtzentrum schnell lokalisiert und behoben werden.

Von Jens Rosenkranz

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