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Five Gentlemen versprühen Charme

Five Gentlemen versprühen Charme

Das Altenburger Musikfestival ist noch nicht zu Ende und jetzt schon eine Erfolgsgeschichte - nicht nur was den künstlerischen und damit den Erlebniswert des Publikums anbetrifft, sondern auch das allgemeine Interesse, der Austausch darüber hat zugenommen.

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Hier sind wir: Kurz vor Konzertbeginn sind die Five Gentlemen angesichts vieler Zuhörer guter Laune.

Quelle: Jens Paul Taubert

Die Veranstaltung am Donnerstagabend war da keine Ausnahme.

 

Was soll man über 400 Besuchern der Donnerstagveranstaltung in Treben sagen? Am besten nichts. Nur staunen, innerlich jubeln und ganz zufrieden sein, Dank sagen all denen, die in Altenburg und vor Ort diesen Erfolg ermöglichten. Das Programm des Altenburger Musikfestivals in diesem Jahr ist natürlich auch künstlerisch so schwergewichtig wie selten vorher. Und da macht Treben mit den Five Gentlemen, der Revival-Band der altehrwürdigen Comedian Harmonists, keine Ausnahme. Denn da ist nicht nur ein musikalisches Gaudi mit dem kleinen grünen Kaktus oder mit dem Huhn, das jemand sein wollte, auf der Bühne.

 

Die fünf schwarz befrackten Herren Michael Schaffrath (Tenor), Matthias Mehnert (Tenor), Tobias Leißner (Bariton), Andreas Konrath (Bass) und Christian Nolte (Pianist) haben sich den Geist der Originalgruppe der 20er- und 30er-Jahre des vorigen Jahrhunderts einverleibt und lassen in verbindenden Textpassagen Entstehung, Werdegang und Ende dieser damals weltbekannten Gruppe auferstehen. Ihr Programm wird dadurch mehr als nur ein Revival. Sie sind auf den Spuren der Comedian Harmonists und dabei immer am Original.

 

Diese Five Gentlemen aus Sachsen bringen alles mit, was die Originale auch hatten: großartige Begabung mit einem Hang zur Perfektion, Stimmen, die in voller Harmonie zueinander passen, und eine Leichtigkeit im Vortrag ihrer Lieder. Und da gibt es nicht wenige Songs, die alle im Publikum kennen und mitsingen könnten. Die Zuhörer überlassen dies aber den Profis und fühlen sich so bestens unterhalten. Deshalb wird auch nicht mit Beifall gespart.

 

Es wird A-cappella-Gesang, der nur mit einem Klavier begleitet wird, geboten. Dazu gehört viel Singen ohne Worte, bei dem die Sänger auch Instrumente imitieren - so wie bei einem Duke-Elligton-Titel. Sie zeigen dabei, wozu die menschliche Stimme in der Lage ist. Ihr Programm umfasst alte Revue-Songs wie "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt", damalige Tagesschlager aus Filmen wie "Ein Freund, ein guter Freund" und "Wochenend und Sonnenschein", Volkslieder wie "In einem kühlen Grunde" und dann die vielen witzig getexteten und wunderbar blöd gereimten Lieder wie "Schöne Isabella von Kastilien" oder "Mein lieber Schatz, bist du aus Spanien?" Und zwei etwas weniger bekannte Lieder sind mit dabei: das umwerfend komische "Wenn die Sonja russisch tanzt" und "Wie ein Kuss entsteht".

 

Das gesamte Programm wird flott, rhythmisch präzise und mit Charme und parodistischem Witz serviert. Das Publikum erlebt so eine gelungene Zeitreise in die Vergangenheit, wo die Legende noch einmal auflebt. Und es erlebt einen Abend, der sich würdig einreiht in die außergewöhnlichen Konzertereignisse des diesjährigen Festivals.

Manfred Hainich

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