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Fliegen-Invasion im Nobitzer Flugplatz-Tower

Insektenplage Fliegen-Invasion im Nobitzer Flugplatz-Tower

Die Mitarbeiter des Leipzig-Altenburg-Airports plagen sich mit Millionen von Gemeinen Halmfliegen. Die nur rund zwei Millimeter langen Geschöpfe dringen durch Ritzen und Klimaanlage in den Tower ein, weil sie ein Plätzchen zum Überwintern brauchen. Doch nun gibt es eine Idee, wie sich das Problem lösen lässt – mit Hilfe des neuen Fördervereins.

Per Staubsauger holt Rebekka Starkloff die Halmfliegen von den Scheiben.

Quelle: Mario Jahn

Nobitz. Plötzlich war sie da, millionenfach, ohne Landeerlaubnis: Die Gemeine Halmfliege fliegt total auf den Leipzig-Altenburg-Airport. Genau genommen auf den Tower, der die Insektenschwärme offenbar wegen seiner Höhe und seiner Farbgebung ins Schwärmen bringt. Das jedenfalls vermuten die Flugplatz-Mitarbeiter. Und haben eine Abhilfe ersonnen: Der Tower soll voraussichtlich noch in diesem Jahr von einem Künstler bunt in Szene setzt werden. So gestaltet, möge er in Zukunft statt der Fliegen viele Touristen anziehen.

Seit rund zwei Jahren macht die Gemeine Halmfliege dem Flugplatz zu schaffen. Wobei sie vermutlich keine Gemeinheiten im Sinn hat: Ihr geht es schlicht ums Überwintern. Im Sommerhalbjahr bevölkert sie insbesondere die Wiesen und Freiflächen im Umfeld der Landebahnen. Die nur rund zwei Millimeter langen, gelblichen Insekten mit den dunklen Längsstreifen auf dem Rücken sind dort kaum zu sehen, fallen erst in großer Vielzahl auf. „Etwa ab September oder Oktober suchen die Fliegen ein warmes Plätzchen für die kalte Jahreszeit. Und dabei bevorzugen sie hohe, helle Gebäude“, berichtet Flugleiter Ronny Mehnert aus seinen Erfahrungen und Recherchen. Eine Plage, die in Deutschland bislang vor allem in Bayern auftrat. „Wir haben schon alles Mögliche versucht, dagegen anzugehen, haben Ritzen und Löcher zugeklebt und Fanglampen aufgehangen – vergebens. Es sind einfach zu viele. Die kommen sogar durch die Klimaanlage.“ Um von innen die Tower-Scheiben frei zu halten, helfe nur der tägliche Staubsaugereinsatz.

Von der neuen Farbe für die Außenhülle versprechen sich die Flughafen-Mitarbeiter jedoch einiges. Es gebe Erfahrungswerte, wonach bunte Gebäude für die Halmfliege deutlich unattraktiver sind. Außerdem schlägt das Airport-Team mit der Neugestaltung gleich drei Fliegen mit einer Klappe. Mindestens. Es soll damit nicht nur das Trauma mit Thaumatomyia notata – so heißt das Insekt auf Lateinisch – ein Ende finden, sondern auch eine nötige Baumaßnahme realisiert werden. „Die Außenhülle braucht eine Sanierung. Und wenn wir für die frische Farbe ohnehin ein Gerüst stellen, können wir beides gleich verbinden“, schildert Frank Hartmann, Geschäftsführer der Flugplatz Altenburg-Nobitz GmbH. Zudem soll die neue Gestaltung zum Blickfang werden. „Details möchte ich noch nicht verraten, aber wir möchten einen renommierten Künstler engagieren, der ein touristisches Highlight schaffen wird, das für Aufmerksamkeit sorgt.“

Für die finanzielle Unterstützung sorgt der neue Förderverein des Flugplatzes. Der ist im Dezember an den Start gegangen – mit dem verheißungsvollen Namen „Sanfte Landung“, teilt Hartmann mit. Über diese gemeinnützige Einrichtung werden Spenden gesammelt, die speziell der Aufwertung des weitläufigen Airport-Areals aus touristischer Sicht zugute kommen sollen. „Wir haben hier neben dem reinen Flugbetrieb eine Menge Möglichkeiten, Angebote zu schaffen und Besucher herzuholen. Doch das braucht Kraft und einen langen Atem. Und wir müssen auffallen, überregional Aufmerksamkeit erringen.“ Vorsitzender des Fördervereins ist der Technische Leiter der Flugplatz-GmbH, Stellvertreterin die Thüsac-Controlling-Chefin Tatjana Bonert.

Zunächst allerdings will die Airport-Crew etwas Aufmerksamkeit loswerden – bei den Fliegen. Und freut sich schon auf die bevorstehenden wärmeren Frühlingstage. Dann verschwindet Thaumatomyia notata wieder ins satte Gras. Und im Tower kann der Staubsauger mal wieder in der Ecke bleiben.

Von Kay Würker

Nobitz Am Flughafen 1 50.979207 12.510923
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