Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Flüchtlinge sollen Wohnkomplex in Altenburg-Nord beziehen

Verunsicherung bei Mietern Flüchtlinge sollen Wohnkomplex in Altenburg-Nord beziehen

In einem Plattenbau der SWG in der Siegfried-Falk-Straße in Altenburg-Nord sollen Flüchtlinge untergebracht werden. Ein Schreiben der Wohnungsgesellschaft sorgt nun für Verwirrung bei den Mietern. Müssen sie ausziehen oder nicht? Der SWG-Chef beruhigt: Sie können bleiben.

Für die mögliche dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen vorgesehen: Der Plattenbau der SWG in der Siegfried-Falk-Straße.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Elfriede Külbel macht sich Sorgen. Grund dafür ist ein Schreiben der Städtische Wohnungsgesellschaft Altenburg (SWG), das sie und alle anderen Mieter der Siegfried-Flack-Straße 45-59 Ende September erhalten haben. Darin informiert SWG-Geschäftsführer Michael Rüger, dass man dem Landratsamt ab 15. Oktober leerstehende Wohnungen in ihren Häusern zur dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen vermietet. Was die Rentnerin und weitere Bewohner nun umtreibt, ist neben der Frage nach der Einhaltung der Hausordnung auch die, ob sie nun ausziehen müssen.

„So verstehen es jedenfalls viele Mieter“, berichtet Külbel und verweist auf den letzten Satz des SWG-Schreibens: „Aus diesem Grund werden wir bei Ihrem Anliegen alles daran setzen, um eine geeignete Lösung zu finden, ggf. Sie auch bei der Suche nach neuem Wohnraum bestmöglich zu unterstützen.“ Das aber verneinen Külbel und Co. energisch. „Wir wollen keine neue Wohnung“, erklärt sie auch im Namen anderer. „Wir wollen in unserem gewohnten Umfeld bleiben und auch unsere gut funktionierende Wohngemeinschaft erhalten.“

Das Missverständnis räumte Rüger auf OVZ-Nachfrage umgehend aus: „Das ist keine Aufforderung auszuziehen, die Mieter können natürlich in ihren Wohnungen bleiben.“ Dieses Angebot beruhe vielmehr auf Erfahrungen in der Leipziger Straße. „Dort haben wir derzeit circa 40 von 120 Wohnungen an das Landratsamt vermietet. Einige Mieter sind daraufhin weggezogen, andere geblieben.“

Dass man sich in Sachen Flüchtlingsunterbringung nach Rücksprache mit dem Aufsichtsrat und der Stadt für ein weiteres Objekt in der Flack-Straße entschied, liegt laut dem SWG-Chef an der Einschätzung des Landratsamtes, dass das Kontingent für Flüchtlingsunterkünfte im Kreis – trotz verstärkter Bemühungen im Umland – nicht ausreicht und es Vorteile für die Betreuung der Asylbewerber bringt. „Eine gewisse Konzentration ist für die Betreuung besser handhabbar“, erklärte Rüger mit Verweis auf seit Ende 2014 direkt nebenan untergebrachte Flüchtlinge. Dazu passt, dass aktuell 42 der 80 Wohnungen in besagtem Block leerstehen, die man nun nach und nach zur Verfügung stellt.

Doch genau diese Konzentration führt bei Bewohnern der Flack-Straße wiederum zu der Frage, warum die Asylbewerber nicht auch woanders einquartiert werden können – etwa in Altenburg-Südost oder in der Liebermannstraße, wo die SWG jüngst einen Block abreißen ließ. „Der Abriss in der Liebermannstraße lief noch über den Wirtschaftsplan 2014“, begründete der SWG-Chef. Als damals die Entscheidung gefallen sei, sei das Thema noch nicht interessant gewesen. „Und in Südost sind bis auf einen sämtliche Blöcke saniert. Und selbst dort haben wir keine Flächenleerstände wie in Nord.“

Den Eindruck, dass das Unternehmen mit der Unterbringung der Asylbewerber vor allem Geld machen wolle, weist Rüger von sich: „Alles hat zwei Seiten: Die Flüchtlinge mindern zwar den Leerstand, bringen, wie man sieht, aber auch Unruhe. Es ist keineswegs so, dass wir uns dumm und dämlich verdienen, wie die Fälle einzelner Investoren im Fernsehen zeigen. Wir vermieten nicht um jeden Preis, sondern nur in notwendigem Maße, um die Situation zu verbessern.“
Bleibt aus Sicht der Bewohner noch die Frage, wer den Neu-Mietern die Hausordnung und Dinge wie gegenseitige Rücksichtnahme nahebringt. Dafür ist jedoch das Landratsamt und nicht die SWG zuständig. „Zunächst einmal erfolgt eine mündliche Einweisung der Flüchtlinge bei Wohnungsübergabe“, beschreibt die Behörde das Prozedere. „Zudem gibt es ein Handout der Hausordnung, welches in einer adäquaten Sprache verfasst ist. Des Weiteren kommunizieren die Sozialarbeiter vor Ort mit den untergebrachten Flüchtlingen.“

Allerdings sehen genau dort Nachbarn bisher Defizite und verweisen auf sich wiederholende Sperrmüllablagerungen, Verunreinigungen und Lärm. Auch SWG-Geschäftsführer Rüger weiß, dass die Betreuungsqualität verbessert werden muss. In der neuen Lösung sieht er fürs Landratsamt aber „eine gute Möglichkeit“, das zu schaffen.

Siegfried-Flack-Straße 45-59, Altenburg 51.000747 12.419135
Siegfried-Flack-Straße 45-59, Altenburg
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Altenburg
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Angestupst
    Mikrologo Angestust

    Die aktuelle Förderrunde der Aktion „Angestupst“ von LVZ und Sparkasse Leipzig ist beendet. So haben Sie abgestimmt! mehr

  • LVZ-Fahrradfest
    Logo LVZ-Fahrradfest

    LVZ-Fahrradfest 2016: Sehen Sie hier einen Rückblick mit vielen Fotos von allen Starts, Videos und mehr. mehr

  • 24 Stunden in der Region

    Firmen und Unternehmen in der Region Leipzig stellen sich vor. mehr

  • TAW - Technische Akademie Wuppertal
    TAW  - Technische Akademie Wuppertal

    Ein Werbespecial der LVZ für die Technische Akademie Wuppertal mit Infos zum breitgefächerten Angebot. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr