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Flüchtlinge werden nicht abgewiesen – Meuselwitzer Friseure über Vorwurf empört

Rufschädigung? Flüchtlinge werden nicht abgewiesen – Meuselwitzer Friseure über Vorwurf empört

„Wir haben vor Ort keinen Friseur gefunden, der ihnen gegen Bezahlung die Haare geschnitten hat.“ Diese Aussage von Claudia Rütz, Bereichsleiterin für Jugendhilfe im Meuselwitzer Bildungszentrums (MBZ) hat in der Stadt für ziemlichen Unmut vor allem unter den ortsansässigen Friseur-Unternehmen gesorgt. Nun räumt Rütz ein: Flüchtlinge wurden nicht abgewiesen.

In Meuselwitz wurde ein Friseur gesucht, der einem Flüchtling die Haare schneidet. (Symbolfoto)

Quelle: dpa-Zentralbild

Meuselwitz. „Wir haben vor Ort keinen Friseur gefunden, der ihnen gegen Bezahlung die Haare geschnitten hat.“ Diese Aussage von Claudia Rütz, Bereichsleiterin für Jugendhilfe im Meuselwitzer Bildungszentrums (MBZ) – geäußert im Zusammenhang mit der Betreuung minderjähriger unbegleiteter Asylsuchender – hat in der Stadt für ziemlichen Unmut vor allem unter den ortsansässigen Friseur-Unternehmen gesorgt.

„Das ist Rufschädigung, eine absolute Unverschämtheit und Frechheit“, ist beispielsweise Petra Herrmann, die in Meuselwitz und Altenburg Salons betreibt, erbost. „Wir werden von vielen Leuten deswegen angesprochen und müssen uns rechtfertigen.“ Doch die Behauptung von Claudia Rütz entspreche überhaupt nicht der Wahrheit. „Es gibt in Meuselwitz sechs Friseure und keiner von ihnen ist überhaupt gefragt worden, ob man den Jugendlichen die Haare schneiden könne“, so Petra Herrmann.

Demgegenüber erklärte ihr Namensvetter, der Meuselwitzer Friseurmeister Veit Herrmann, dass er sehr wohl von einer Sozialarbeiterin auf einem Parkplatz angesprochen worden sei. „Ich habe ihr aber gesagt, dass ich nicht sofort antworten könne und darüber erst mit meinen Angestellten reden müsse.“ Das habe er getan und man habe sich verständigt, sich an der Aktion zu beteiligen. „Nicht alle, aber zwei oder drei Jugendliche wollten wir frisieren, wenn sie von ihrer Sozialarbeiterin begleitet werden. Doch die Frau hat sich, obwohl es so vereinbart war, nicht wieder bei mir gemeldet.“ Durch die jetzigen Äußerungen werde also ein völlig falsches Bild von den Meuselwitzer Friseuren verbreitet, so Herrmann.

Das sieht seine Kollegin Nicole Penndorf ebenso. Auch sie bestätigt, angesprochen worden zu sein. „Es war konkret am 23. Dezember und ich habe zugesagt, mich zu beteiligen. Aber eben nicht mehr in der Weihnachtszeit. Im Januar könne man darüber reden, habe ich erklärt.“ Doch auch hier habe sich die Frau nicht wieder gemeldet, um konkrete Termine zu vereinbaren.

Claudia Rütz hat auf Nachfrage der Osterländer Volkszeitung bestätigt, dass man die Friseure, die auf eine spätere Terminvereinbarung verwiesen hatten, nicht mehr kontaktiert habe, weil sich in der Zwischenzeit ein Angebot aus Altenburg für das kostenlose Frisieren aufgetan hatte. Insofern war die Aussage zu rigoros gewesen, bedauert sie. Tatsache sei aber, dass wenigstens eine oder einer der angesprochenen Friseure gesagt hat: „Uns ist es eigentlich nicht recht, die jungen Flüchtlinge zu frisieren.“

Claudia Rütz will sich nächste Woche mit Friseuren aus Meuselwitz treffen, um über die Vorwürfe zu reden.

Von LVZ

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