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Flüchtlingshilfe: Meuselwitz kritisiert Informationspolitik des Kreises

Asylproblematik Flüchtlingshilfe: Meuselwitz kritisiert Informationspolitik des Kreises

Der Umgang mit Asylbewerber und deren Integration bewegt seit Wochen auch die Gemüter in Meuselwitz. Gerade wie hier im ländlichen Raum sei es deshalb erforderlich, ein Netz aufzubauen, in dem die Flüchtlinge aufgefangen werden, sagte Stadträtin Tina Rolle (UWG-SPD) während der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses.

Der Umgang mit Asylbewerber und deren Integration bewegt seit Wochen auch die Gemüter in Meuselwitz. (Asylfoto)

Quelle: dpa-Zentralbild

Meuselwitz. Die Mitglieder des Kulturausschusses in Meuselwitz hatten sich mit dem Thema Flucht und Asyl beschäftigt. Um jedoch etwas in Gang setzen zu können, seien Informationen notwendig. Und die fehlten, kritisierten neben Rolle auch der stellvertretende ehrenamtliche Bürgermeister Udo Pick (BfM) sowie Linken-Stadtrat Jörg Zöbisch.

Es sei zwar bekannt, dass in Mumsdorf bereits seit Ende des vergangenen Jahres mehrere Asylsuchende untergebracht sind, doch verlässliche Zahlen aus dem Landratsamt seien in der Stadtverwaltung nicht bekannt, sagte Pick: „Die neuesten Zahlen, wonach 25 Flüchtlinge in Mumsdorf sein sollen, habe ich der OVZ entnommen.“ Ähnlich sehe es mit den aktuellen Auskünften zur Zahl der unbegleiteten minderjährigen Asylbewerber aus, die im Meuselwitzer Bildungszentrum (MBZ) betreut werden. Erst sei von maximal neun oder zehn die Rede wesen. Inzwischen sollen es bereits 14 sein, legte Denise Zeuke, Leiterin des städtischen Ordnungsamtes, nach.

Ivy Bieber, Beauftragte für Migration und Integration im Landratsamt Altenburger Land, die an der Beratung teilnahm, stimmte der Forderdung der Stadträte nach aktuellen Informationen aus dem Landratsamt zu. Verbürgen wollte sie sich für die von ihr selbst genannten Zahlen an diesem Abend jedoch nicht mehr. Sie nutzte die Sitzung allerdings dazu, den Meuselwitzern ihre Ideen zu möglichen Angeboten vor allem für die Jugendlichen unter den Flüchtlingen zu unterbreiten. Als Beispiel nannte sie ein Begegnungscafé. Ihr schwebt dabei vor, ein Jugendintegrationsprojekt ins Leben zu rufen.

Viele Jugendliche unter den Flüchtlingen

Dabei solle es das Ziel sein, die jugendlichen Asylbewerber zu beschäftigen. „Es können auch deutsche Jugendliche einbezogen werden“, so Bieber. Der Idealfall wäre, sowohl etwas für Familien als auch für Jugendliche anzubieten. Träger solcher Projekte könnten zum Beispiel engagierte Meuselwitzer Bürger sein. „Im MBZ und im Streetworker habe ich bereits Partner gefunden“, so Bieber. Stadtrat Eberhard Hanisch (UWG-SPD) regte an, für solche Vorhaben die Diakonie ins Boot zu holen.

Um ein Netzwerk aufbauen zu können, brauche es neben den Informationen, wie viele Flüchtlinge in der Schnauderstadt leben und woher sie kommen, auch Auskünfte darüber, was den Jugendlichen im MBZ, die laut Bieber fast alle 16 oder 17 Jahre alt sind, bereits vermittelt wurde, so Rolle. Deshalb wollen sich die Ausschussmitglieder bereits in den nächsten Tagen im MBZ von dessen Geschäftsführer Matthias Matuszewski über den aktuellen Stand informieren lassen.

Kritische Worte fanden Pick und Zeuke auch zum Umgang des Landratsamtes mit den angebotenen freien Wohnungen in Meuselwitz. „Die Städtische Wohnungsgesellschaft hat der Behörde mehrere Wohnungen angeboten. Doch bis heute haben wir keine Rückmeldung“, so Zeuke. Pick bewegte außerdem, dass die Stadt keine Informationen zu den privaten Wohnungen erhalte, die dem Amt angeboten werden. „Lässt man uns als Stadtverwaltung bei der Unterbringung der Flüchtlinge außen vor, kann es schnell zu sozialen Brennpunkten kommen. Mit unserem Wissen wäre das zu vermeiden“, sagte Zeuke.

Von Marlies Neumann

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