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Flüchtlingshilfe: SPD-Mann Dorsch verteidigt Landkreis gegen OB Wolfs Kritik

Altenburg Flüchtlingshilfe: SPD-Mann Dorsch verteidigt Landkreis gegen OB Wolfs Kritik

Nikolaus Dorsch hat den Landkreis gegen Kritik von Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf in Schutz genommen. Während Wolf den Rückzug der Kreisbehörde aus der Flüchtlingshilfe als der Integration abträglich bezeichnete, ist sie für Dorsch völlig normal. Pikant: Beide sind SPD-Mitglieder und Dorsch ist zudem Fraktionsvize im Altenburger Stadtrat.

Der neue Chef des Futura-Vereins und SPD-Fraktionsvize im Stadtrat, Nikolaus Dorsch, kritisiert SPD-Oberbürgermeister Michael Wolf in Flüchtlingsfragen.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Der Verein Futura hat den Rückzug des Landkreises Altenburger Land aus der Flüchtlingshilfe bestätigt und gerechtfertigt. „Es entspricht schlicht der Gesetzeslage, dass nach Abschluss des Asylverfahrens nicht mehr der Landkreis, sondern die Städte und Gemeinden für die geflüchteten Menschen zuständig sind“, erklärte Vereinschef Nikolaus Dorsch in einer Pressemitteilung. „Da immer mehr Asylverfahren abgeschlossen werden, verlagert sich die Zuständigkeit notwendigerweise auch auf die Stadt Altenburg.“

Sozialdemokrat kritisiert Parteigenossen

Damit fährt Dorsch jedoch dem Altenburger Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) in die Parade. Denn der OB hatte jüngst im Altenburger Stadtrat den Rückzug der Kreisverwaltung in diesem Bereich kritisiert – auch wenn dieser gesetzlich legitimiert ist. „Ich finde das traurig, denn es ist für die Integration nicht förderlich“, so der Rathauschef vor dem Hintergrund, dass Altenburg mit fast 1300 Flüchtlingen den bei weitem größten Anteil im Kreis schultert. Das Pikante an Dorschs Manöver: Er ist ebenfalls Sozialdemokrat und zudem Vize-Fraktionschef der SPD im Altenburger Stadtrat.

Dass sich Dorsch überhaupt äußert, liegt an seinem neuen Ehrenamt als Futura-Vorsitzender. Denn mithilfe des Vereins, der sich seit gut zwei Jahren in der Flüchtlingshilfe engagiert, will die Stadtverwaltung die immer größer werdende Aufgabe der Integration bewältigen. Neben den beiden bereits vorhandenen Stellen sollen laut Wolf zwei bis 2,5 weitere entstehen.

Dorsch will Flüchtlingsprojekte aus Wahlkampf heraushalten

„Es ist denkbar, dass in diesem Rahmen zwei Mitarbeiter des Landratsamtes in das Projekt wechseln“, erklärte der Futura-Chef, dessen Verein die bis zu 70-prozentige Förderung des Projektes und des zugehörigen Personals beim Land beantragen wird. Zudem dankte er dem Landkreis für die bisherigen Bemühungen, besonders durch die Integrationsbeauftragte Ivy Bieber, und stellte klar, dass die Kreisverwaltung „maßgeblich an der Konzepterstellung des neuen Projekts beteiligt war“.

Darüber hinaus bittet Nikolaus Dorsch darum, „die anstehenden Flüchtlingsprojekte aus den kommenden Wahlkämpfen herauszuhalten“. Schließlich seien die Aufgaben der Integration unabhängig davon zu leisten, „welche Personen oder Parteien gewählt werden. Ein unaufgeregtes, sachliches Klima wäre in diesem Zusammenhang hilfreich.“

Von Thomas Haegeler

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