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Altenburg Flüchtlinsverein will Integration in Altenburg unterstützen und Isolation verhindern
Region Altenburg Flüchtlinsverein will Integration in Altenburg unterstützen und Isolation verhindern
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00:35 21.05.2018
Unter der Anleitung von Marlene Schlüter (M.) lernen junge Migrantinnen einmal pro Woche im Bürgerzentrum in Altenburg Nord die deutsche Sprache. Quelle: Foto: Jens Rosenkranz
Altenburg

Mit einem Paukenschlag hatte sich Verein Futura zu Beginn dieses Jahres zurückgemeldet. SPD-Stadtrat Nikolaus Dorsch, der neue Vorsitzende, war seinem Parteifreund und Oberbürgermeister Michael Wolf öffentlich in die Parade gefahren, der den Rückzug der Kreisverwaltung aus der Flüchtlingshilfe kritisiert hatte (die OVZ berichtete). Die Verlagerung der Betreuung vom Kreis auf die Kommunen nach dem Abschluss der Asylverfahren entspreche der Gesetzeslage, hatte Dorsch erwidert.

Bis dahin war es still geworden um den Verein, der sich im November 2015, zum Höhepunkt des Flüchtlingsansturms, gegründet hatte – mit dem Ziel, eine Art Dachverband für alle großen und kleinen Initiativen bei der Hilfe für Flüchtlinge im Landkreis zu sein. Man wolle die Rolle eines Koordinators einnehmen und damit verhindern, dass nebeneinanderher gearbeitet wird, um möglichst effizient zu agieren, hatte Superintendent Michael Wegner, der erste Vereinschef, erklärt.

Wegner hat den Landkreis inzwischen aus beruflichen Gründen verlassen, und etliche der großen und kleinen Initiativen gibt es auch nicht mehr. Der Verein muss sich neu finden. Wie viele Mitglieder, vor allem aktive, es noch gibt, ist im Moment unklar. Ein erster Schritt für den Neustart war die Wahl Dorschs zum neuen Vorsitzenden Ende 2017, sein Stellvertreter ist der SPD-Kreischef Frank Rosenfeld.

Beide fangen nicht bei Null an. Nach wie vor betreibt der Verein in der Otto-Dix-Straße eine Kleiderkammer sowie das Kultur-Café im Bürgerzentrum Nord. Dort laden Vereinsmitglieder und Helfer jeden Mittwochnachmittag insbesondere Flüchtlingsfrauen und deren Kinder ein. Während die Knirpse betreut werden, erlernen ihre Mütter die deutsche Sprache, weil sie nicht an den regulären Kursen teilnehmen. Gründe dafür sind fehlende Kita-Plätze, weshalb sie zu Hause bleiben müssen, oder ein fehlender Flüchtlingsstatus.

An diesem Projekt wird Futura festhalten. Wohl aber nicht an der Kleiderkammer. Bei der Flüchtlingshilfe gehe es nicht mehr um Essen, Wohnen und Kleidung, erklärt Dorsch. Vielmehr um Beratung, Begegnung sowie um wohnortbezogene, lebenspraktische Integration. „Wir müssen verhindern, dass sich Häuser oder ganze Straßenzüge isolieren und Grenzen im täglichen Leben abbauen“, umreißt Drosch die Aufgaben. Dass es bereits zu einer Gettoisierung gekommen ist, dem widerspricht er. „Es besteht aber noch sehr viel Begegnungsbedarf.“ Jeder, der dabei mithelfen wolle, sei herzlich eingeladen.

Beim Sprung von der Rolle als Koordinator zum Akteur hofft der Verein auf die Bewilligung von zweieinhalb Stellen, die von Sozialarbeitern besetzt und vom Land gefördert werden könnten. Über den Antrag soll Ende Mai entschieden sein, die Neueinstellung zum 1. Juli erfolgen. Dies würde die Integrationsarbeit in der Stadt Altenburg personell verstärken, die nach wie vor den übergroßen Anteil der Flüchtlinge im Kreis beherbergt. Den Schwerpunkt will Futura auf den Stadtteil Nord legen, wo wiederum die meisten Migranten leben. Doch auch alle anderen Kommunen können dieses Angebot nutzen.

Von Jens Rosenkranz

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