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Flughafen Nobitz plant den Neustart

Flughafen Nobitz plant den Neustart

Nach gut einem halben Jahr kommissarischer Leitung des Flugplatzes Altenburg-Nobitz ist Frank Hartmann vom Aufsichtsrat zum dauerhaften Geschäftsführer der GmbH bestellt worden.

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Quelle: Mario Jahn

"Die Arbeit von Herrn Hartmann hat uns überzeugt, so dass wir auf eine Ausschreibung der Stelle verzichten", sagte am Dienstag Landrätin Michaele Sojka (Linke).

 

Hartmann nutzte die Gelegenheit, detaillierter über die künftige Ausrichtung des Start- und Landeplatzes zu informieren. "Der Linienflugverkehr hat hier keine Zukunft", so der Leipziger Rechtsanwalt. Vielmehr soll die Ausrichtung zu einem Industrieflughafen forciert werden.

 

"Wir haben mit dem Industriegebiet um den Flughafen gegenüber Mitbewerbern ein gewichtiges Alleinstellungsmerkmal, das es noch besser zu vermarkten gilt." Bislang seien die weitgehend noch ungenutzten Flächen viel zu wenig beworben worden. "Dafür gibt es Imagekampagnen, um den Flughafen auch als potenziellen Wirtschaftsförderer zu präsentieren. Bislang ist dies noch nicht in ausreichendem Maß geschehen", führte Hartmann aus. Keineswegs wage man Alleingänge, sondern setze auf Partner bei der Landesentwicklungsgesellschaft und die Gemeinde Nobitz.

 

Eine weitere Baustelle ist die Konsolidierung. Überlebensfähig war die GmbH in der Vergangenheit bekanntlich nur, weil die Gesellschafter mit dem Landkreis an der Spitze regelmäßig Betriebskostenzuschüsse zahlten und zusätzlich Gelder nachschossen, wenn die Not besonders groß war und entsprechende Hilferufe eingingen.

 

Auch im laufenden Wirtschaftsjahr kommt der Flugplatz nicht ohne eine Finanzspritze von 350 000 Euro aus. Aber Hartmann hat mittlerweile mit spitzem Stift alle Ausgaben nachgerechnet und auf den Prüfstand gestellt.

 

Das Hoffnung machende Ergebnis: In diesem Geschäftsjahr werde die GmbH mit dem bereits bewilligten Zuschuss auskommen und brauche es "nach derzeitigem Wissensstand", wie Hartmann sagt, keine weiteren Finanzspritzen. Nicht angetastet werde der zwölf Angestellte umfassende Personalbestand sowie die technische Ausstattung. "Das geht bei einem Flugplatz von der Größe wie Nobitz gar nicht", unterstrich der Geschäftsführer.

 

Einsparpotenziale ausschöpfen konnte man beispielsweise durch die Abstufung der Flugzone, bei der Rechtsberatung, die jetzt in den Händen von Juristen Hartmann selber liegt, sowie letztendlich beim Geschäftsführergehalt. "Das war spätestens seit dem Ende des Linienverkehrs 2011 zu hoch."

 

Perspektivisch sollen wieder jährlich um die 10 000 Flugbewegungen auf dem Airport stattfinden. Derzeit seien es knapp 9000. Attraktiver für Piloten soll der Landeplatz beispielsweise durch eine neu anzulegende grüne Landebahn werden. Auch die Tankstelle soll wie die Versorgungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten für Piloten verbessert und erweitert werden. Zudem bietet der Flugplatz idealen Raum für Großveranstaltungen. Nicht mehr benötigt wird angesichts der Neuausrichtung das Terminal. "Wir planen in den 800 Quadratmeter großen modernen Hallen eine gewerbliche Nutzung. Die entsprechenden Umnutzungsanträge sind bereits gestellt."

 

Allerdings warnte Hartmann vor überschäumender Euphorie: "Das wird ein Prozess, der dauern kann. Und auch auf weitere Zuschüsse werden wir angewiesen sein. Aber unser Ziel ist es, die zu mindern."

Jörg Wolf

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