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Altenburg Flugplatz Altenburg-Nobitz: Trucker zeigen rollende Wohnstuben
Region Altenburg Flugplatz Altenburg-Nobitz: Trucker zeigen rollende Wohnstuben
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00:18 31.05.2017
Da blieb der Blick haften: dicke Zugmaschinen mit liebevoll-filigran gestalteten Lackierungen hatten beim Truckertreffen die Aufmerksamkeit sicher. Quelle: Mario Jahn
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Nobitz

Zum ersten Mal fand ein Truckertreffen auf dem Flugplatzgelände in Nobitz statt. An die 100 Fernfahrer waren bis zum Samstag gekommen, um ihre chrom- und lackglänzenden Schmuckstücke vorzuführen. Dazu gab es ein buntes Rahmenprogramm, unter anderem mit Kinderbelustigung, Minirummel, Live-Musik, Lasershow und natürlich einem Feuerwerk. Schließlich trug die Veranstaltung den Titel „Trucks and Flames“. Organisiert von der Rositzer Flugplatz in Flammen GbR, die bereits für die bekannte gleichnamige Veranstaltung verantwortlich zeichnet.

„Trucks and Flames ist, wenn man so will, die Schwesterveranstaltung. Wir müssen ja mal etwas Neues ausprobieren“, sagte Organisator Thomas Fechteler. Mit seiner Feuerwerks-Firma war er schon einige Male bei Veranstaltungen dieser Art, zudem sei ein Bekannter selbst Lkw-Fahrer, und so habe das eine das andere ergeben und der Entschluss reifte, auf dem Leipzig-Altenburg Airport ein Truckertreffen auf die Beine zustellen. „Der Platz bietet sich ja an und die Fahrer mögen solche Treffen auch“, schätzte Fechteler ein.

Patrick Heilmann, der direkt von seiner Tour aus Berlin nach Nobitz gefahren war, kann das nur bestätigen. „Das ist super, dass es endlich auch in meiner Heimat so eine Veranstaltung gibt. Das könnte meinetwegen auch noch größer aufgezogen sein“, fand Heilmann. Der von ihm vorgefahrene Lkw gehörte mit seiner Airbrush-Lackierung zu den schönsten und auffälligsten. Die Lackierung – sein Chef sei Fan des Films Avatar – sowie andere große Umbauten, angefangen bei der kompletten Lederausstattung bis hin zur Avatar-LED-Rückwand, gehen auf das Konto seines Bosses. „Ich möchte gar nicht wissen, was das alles gekostet hat, da steckt richtig Geld drin“, sagte Heilmann voller Respekt. Doch immun gegen den Aufmotzvirus sei auch er nicht: Die Gardinen für 400 Euro hat Patrick Heilmann selbst angeschafft. „Da muss man schon ein wenig verrückt sein“, gibt der junge Mann aus Ehrenhain zu.

Manch einer der Trucker, die da auf dem Flugplatz parkten, öffneten auch die Tür zur Fahrerkabine. Zutritt zum Allerheiligsten – aber nur in Socken. „Nein, mit Straßenschulen geht es nicht hier rein“, betonte auch Enrico Michaeli. Creme­far­benes Leder, Wurzelholzfurnier, eine Standklimaanlage und zig Lampen und Leuchten, das sind nur einige Besonderheiten seines Fahrzeugs. Auch sein Chef lege viel Wert auf die Optik und kaufe schon von vornherein top ausgestattete Modelle, die er dann weiter aufmotze. „Der Laster ist ja unter der Woche unsere Wohnstube. Da ist es nicht unwichtig, dass wir Fahrer uns wohlfühlen können“, erläuterte der Döbelner und präsentierte Kühlschrank, Bett und Laptop. „Ich habe überlegt, ob ich einen Fernseher über dem Beifahrersitz anbringe, aber so richtig überzeugt bin ich nicht“, plauderte der 36-Jährige und erzählte, Kollegen von ihm hätten sich sogar eine Mikrowelle eingebaut.

Bei „Trucks and Flames“ am Wochenende wurde die nicht gebraucht. Für die kulinarische Versorgung war gesorgt, für die sportliche ebenso. Kunstradfahrer, Judoka und Linedancer zeigten ihr Können im Rahmenprogramm. Und Studenten der Hochschule Zwickau nutzten die Veranstaltung, um ihre Rennwagen zu zeigen. Darunter auch Sven Schlifke. „Jede Uni oder Hochschule, die etwas auf sich hält, hat ein Team in der Formel-Student“, sagte er. Drei der Flitzer hatten die Studenten mit – zwei mit Verbrennungsmotor und einen mit Elektroantrieb. Der Stromer sei bis jetzt der erfolgreichste. „Mit dem haben wir in der Gesamtwertung der Formel-Student den dritten Platz geschafft“, berichtete Schlifke. Allerdings, bei aller Wertschätzung für die moderne Technik: „Ich mag auch Verbrennungsmotoren. Beim Elektro-Antrieb fehlt mir ein wenig der Geruch und der Sound“, gab Schlifke zu. Und fühlte sich unter den Trucks pudelwohl.

Von Jörg Reuter

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