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Altenburg Flugplatz Altenburg-Nobitz investiert in neue Wetter-Messtechnik
Region Altenburg Flugplatz Altenburg-Nobitz investiert in neue Wetter-Messtechnik
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00:19 28.07.2017
Die Messtechnik entlang der Start- und Landebahn muss erneuert werden. Quelle: Kay Würker
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Nobitz

Seit Jahren hat sich für die Gewerbeflächen am Leipzig-Altenburg Airport kein neuer großer Investor mehr gefunden. Doch die Zuversicht vor Ort ist groß, dass in den nächsten Wochen ein Durchbruch gelingt. Die seit Herbst laufenden Verhandlungen mit einem automobilen Dienstleister seien inzwischen weit gediehen – für voraussichtlich August wird die entscheidende Unterschrift erwartet beziehungsweise erhofft. Gelingt der Coup, werden im Bereich der Spannerwiesen zwölf Hektar bebaut, verbunden mit mehreren Dutzend neuen Arbeitsplätzen. Das in Rede stehende Areal gehört der Landesentwicklungsgesellschaft, die die Ansiedlung gemeinsam mit dem Landkreis, der Flugplatz-Gesellschaft und der Gemeinde Nobitz seit fast einem Jahr vorantreibt.

Bereits im März hatte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) von einem konstruktiven Fortgang der Verhandlungen berichtet. Details zu der geplanten Ansiedlung sollen bis zum finalen Signum jedoch nicht veröffentlicht werden. Zu sensibel ist das Thema, zu groß die Gefahr, dass das Vorhaben doch noch platzt – wie in der Vergangenheit bereits passiert.

Unumstößlich ist, dass am Flugplatz investiert werden muss. Nur so lässt sich das wichtigste Standortmerkmal des Industriegebietes, die Luftanbindung, für die nächsten Jahre sichern. Der Geschäftsführer der Flugplatz Altenburg-Nobitz GmbH, Frank Hartmann, hat aktuell rund 280 000 Euro vor der Brust, die in moderne Technik investiert werden müssen. „Die flugmeteorologische Messanlage muss erneuert werden. Daran führt kein Weg vorbei“, sagt er.

Die Anlage besteht aus mehreren Sensoren im Bereich der Start- und Landebahn. Sie messen Sichtweiten und Wolkenhöhen, Luftdruck und Temperatur, Luftfeuchte und Windgeschwindigkeit. Wichtige Angaben für die Piloten. „Diese Technik ist mehr als 20 Jahre alt und kann mit den heutigen Vorgaben des Deutschen Wetterdienstes nicht mehr mithalten. Unter anderem, weil eine Datenübertragung via Internet nicht möglich ist“, erklärt Michael Weigel, einer von zwölf Airport-Mitarbeitern, verantwortlich für die Technik. Hinzu kommt der Ersatzteilmangel, was der Flugplatz-Crew zuletzt 2016 Probleme bereitete, als ein Flugzeug beim Start einen der Sensoren umnietete. Der mehr als zwei Meter hohe Mast eines Sichtweiten-Messers brach damals weg, musste repariert werden.

Geplant sei nun, voraussichtlich in diesem Jahr zunächst die Software der gesamten Anlage zu tauschen und 2018 die Installationen. „Der Deutsche Wetterdienst pocht darauf, als Bedingung für den Allwetterflug“, betont Weigel. Bereits zu Jahresbeginn ist am Airport die komplette Funktechnik erneuert worden – sie stammte ebenfalls aus den Neunzigern, erfüllte nicht mehr die gesetzlichen Vorgaben. Die Mitarbeiter haben nun neue Funkgeräte, auch der Flugfunk im Tower ist neu.

Geschäftsführer Hartmann hat deshalb immer wieder viel zu rechnen. Seit seinem Amtsantritt im November 2014 arbeitet er mit Erfolg daran, die hohe Kreditlast abzubauen, die zuvor angehäuft worden war, und zudem die laufenden Kosten zu senken. Dadurch schrumpft der Zuschuss, den die Flugplatz-Gesellschafter – Landkreis, Thüsac, Gemeinde Nobitz – für den Betrieb jährlich leisten müssen. „Der Flugplatz ist unser größtes Pfund“, unterstreicht der Nobitzer Bürgermeister Hendrik Läbe (SPD). Das bestätige ihm auch der Wirtschaftsförderer, den sich die Gemeinde seit zwei Jahren leistet und der in die Ansiedlungs-Verhandlungen am Airport eingebunden ist.

Immerhin: Sämtliche Shelter und Hallen seien derzeit vermietet oder verpachtet, so Hartmann – an kleine Gewerbetreibende, die zum Beispiel Flugzeuge reparieren oder selbstfahrende Fahrzeuge testen. Die letzte Großansiedlung allerdings, die bis heute Bestand hat, gelang 2002: mit KTN Kunststofftechnik Nobitz. Rund 47 Hektar Industrie- und Gewerbefläche sind am Airport noch zu vergeben. Demnächst vielleicht 12 weniger.

Von Kay Würker

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