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Flugplatz Altenburg-Nobitz knackt die 10.000er-Marke

Im Aufwind Flugplatz Altenburg-Nobitz knackt die 10.000er-Marke

Um die vier Jahre führte der Flugplatz Altenburg-Nobitz nach dem Rückzug von Ryanair eher ein Schattendasein und war finanziell klamm. Um dies zu ändern vor gut einem Jahr ins Amt gekommene neue Geschäftsführer Frank Hartmann einen harten Konsolidierungkurs sowie einen Imagewandel angeschoben. Die Bilanz kann sich sehen lassen.

Mehr Leben soll auf dem Nobitzer Airport einziehen.

Quelle: Mario Jahn

Nobitz.. Als Frank Hartmann vor gut einem Jahr als Geschäftsführer die Verantwortung für den Flugplatz Altenburg-Nobitz übernahm, fand er einen angeschlagenen Patienten vor. „Jedes Jahr brauchte die GmbH spätestens im Herbst einen zusätzlichen finanziellen Zuschuss vom Landkreis, um die Liquidität zu wahren. Zudem wurden die technischen Ausstattungen und Gerätschaften zuletzt nur auf Verschleiß gefahren und nichts in die Werterhaltung investiert“, umreißt Hartmann die Situation.

Der Leipziger Rechtsanwalt legte dem Flugplatz einen Konsolidierungskurs auf. „Das war die Hauptaufgabe des ersten Jahres, um den Platz wieder gesunden zu lassen. Und dieser Kurs war erfolgreich“, sagt Hartmann. So seien sämtliche Verträge der Gesellschaft kritisch auf den Prüfstand gestellt worden, der Wegfall der Lotsen brachte weitere Geldersparnis wie auch die Verkürzung mancher Arbeitszeiten. Auch das Geschäftsführergehalt fällt deutlich geringer aus, als noch vor gut einem Jahr. „Zudem entfallen Kosten für Anwälte bei Rechtsstreitigkeiten, da ich als Anwalt diese Sachen übernehme“, so der Jurist. So sei eine Einsparung von über 100.000 Euro erzielt worden.

Erstmals seit Jahren blieb deshalb der herbstliche Hilferuf gen Landratsamt nach einer zusätzlichen Liquiditätsspritze aus. „Die GmbH kommt dieses Jahr mit ihrem Budget aus“, so Hartmann weiter. Auch an Ausstattung und Image soll poliert werden. „Wichtigste Aufgabe ist die schrittweise Abarbeitung des Investitionsstaus. Wir fangen mit der Start- und Landebahn an, wo Risse im Asphalt beseitigt und Unkraut bekämpft werden sollen. Dann ist der Tower dran, der eine Auffrischung gut gebrauchen kann.“

Ein vermeintlich kleines, aber bei der Ausrichtung des Flugplatzes auf Wirtschafts- und Geschäftsflüge ins Gewicht fallendes Projekt ist bereits realisiert: Seit kurzem gibt es wieder einen gut ausgestatteten Pilotenraum, in dem sich die Crews von Geschäftsfliegern in ihren Wartezeiten auf den Rückflug erholen können. Hartmann: „So einen Raum gab es zwar schon und er war nie abgeschafft. Aber der ist wohl in Vergessenheit geraten, war mit Gerümpel vollgestellt und nicht mehr nutzbar.“ Diverse Piloten, die Nobitz ansteuerten, hätten sich über das Fehlen dieses Raumes schon beschwert.

Jetzt ist der Raum wieder einladend mit Couch, Fernseher, Internet und kleiner Küche ausgestattet. „Vieles haben wir in Eigenleistungen realisiert“, betont der Flugplatzchef. Und sollten die Piloten bei längeren Wartezeiten einen Ausflug ins nahe Altenburg planen, dann steht ab 2016 ein geleastes Auto zur Verfügung. Bislang konnten sie sich dafür nur ein Taxi rufen. Auch zwei Fahrräder für eine Fahrt in den Leinawald wurden angeschafft. Weiterhin sei man derzeit in vielfältigen Verhandlungen mit den unterschiedlichsten Partnern, um den Airport für weitere Großveranstaltungen sowie Industrieansiedlungen schmackhaft zu machen. „Da gibt es schon einige hoffnungsvolle Ansätze. Aber spruchreif sind die noch nicht“, erklärt Hartmann.

Diese intensive Imagearbeit scheint nach einem Jahr der Ära von Frank Hartmann nicht nur finanziell Früchte zu tragen: Schon Ende September konnte der Flugplatz mit 9000 jene Zahl der Flugbewegungen vermelden, die es im gesamten Jahr 2014 gab. „Wir werden zum Jahresende bei weit über 10.000 ankommen und damit diese Zahl um 1500 im Vergleich zu 2014 steigern“, kann der Flugplatzchef verkünden. Und auch Volkswagen hält an seinem Stammlandesplatz weiterhin fest.

Von Jörg Wolf

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