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Flugplatz Nobitz will mit mehr Flügen und neuen Investoren aus den roten Zahlen

Konsolidierungskurs Flugplatz Nobitz will mit mehr Flügen und neuen Investoren aus den roten Zahlen

Mehr Flugbewegungen, neue Investoren, eine erfolgreiche Vermarktung der Gewerbeflächen und ein rigider Sparkurs, so lauten die Maßnahmen, mit denen der Flugplatz Nobitz aus den roten Zahlen kommen will. Im Moment ist die Gesellschaft noch von Zuschüssen, vor allem des Kreises abhängig, um nicht Insolvenz anmelden zu müssen.

Noch zeigt der Pfeil nach untern. Doch der Flugplatz Nobitz will aus den roten Zahlen raus.

Quelle: Mario Jahn

Nobitz. Der Flugplatz in Nobitz steht oft in der Kritik: rote Zahlen, ständige Zuschüsse, zurückgeforderte Fördermittel und einen gefeuerten Geschäftsführer haben das Image ramponiert. Da tut es gut, wenn netter Besuch kommt und die Belegschaft motiviert. Dafür sorgte in der vergangenen Woche die Kreistagsfraktion der Linken. Die Visite auf dem Gelände war auch als Dank an die Belegschaft gedacht, um deren Einsatz zu honorieren, sagte Fraktionschef Ralf Plötner der OVZ.

„Der Abbau von Verbindlichkeiten und die hohe Leistungsbereitschaft des Personals sind Beleg für den richtigen Weg des Unternehmens. Steigende Zahlen der Flugbewegungen, vor allen von Schulungsflügen, machen das Potenzial und die Beliebtheit des Flugplatzes sichtbar“, meint Plötner. Das werden die Mitarbeiter gern hören, denn die Lage des Flugplatzes ist nach wie vor alles andere als rosig. Das geht aus dem Jahresabschluss-Bericht für 2015 hervor, der vom Kreistag kürzlich einstimmig gebilligt wurde. Danach stand der Airport im vergangenen Jahr mit 308 000 Euro in den roten Zahlen. Die Existenz des Unternehmens sei bis auf weiteres wesentlich von den Zuschüssen der Gesellschafter abhängig, um die Verluste auszugleichen, heißt es im Lagebericht. In diesem Jahr sind dies 370 000 Euro, ohne die die Flugplatz GmbH Insolvenz anmelden müsste. Hauptgesellschafter ist der Landkreis, dem es finanziell bekanntlich auch nicht sehr gut geht.

Ein ganzes Bündel von Maßnahmen sollen dem Airport auf die Sprünge helfen. Im Bericht ist von einem rigorosen Konsolidierungsprozess die Rede. Zur Steigerung des Flugverkehrs seien die Entgeltordnung überarbeitet und die Aufenthaltsräume der Piloten saniert worden. Mit einem besseren Serviceangebot soll der Platz für Privatpiloten und Geschäftsreisende attraktiver werden. Ziel sei, die Flugbewegungen zu steigern und flugnahes Gewerbe anzusiedeln. Außerdem sollen die Schulden in den nächsten Jahren abgetragen und die Zuschüsse der Gesellschafter reduziert werden. Absicht ist, private Investoren zu finden, die Anteile an der GmbH erwerben – einerseits um frisches Geld in den Airport zu stecken, andererseits um neue Vermarktungsmöglichkeiten zu erschließen.

Denn zum Flugplatz-Gelände, das 190 Hektar groß ist, gehört bekanntlich ein großes Gewerbegebiet. In Zusammenarbeit mit der Landesentwicklungsgesellschaft ist eine bessere Vermarktung dieser Flächen vorgesehen. Neben der Flugzeugbranche wird hierbei besonders auf die Automobil-Zulieferindustrie abgezielt.

Neben diesen Aktivitäten tut sich für die Gesellschaft ein ungeahnter finanzieller Lichtblick auf. Anlass sind jene Zahlungen an die Fluggesellschaft Ryanair durch den Airport, damit der irische Billiganbieter seinerzeit überhaupt in Nobitz startete und landete. Nun stellt sich heraus, dass ein Teil dieser sogenannten Marketingzuschüsse mit dem Binnenmarkt unvereinbar war und zurückgefordert werden müsse, wie es im Lagebericht heißt. Es geht um über 318 000 Euro plus Zinsen. Das Rückforderungsverfahren ist im Auftrag der Bundesregierung eingeleitet worden. Man rechnet allerdings damit, dass Ryanair vor Gericht zieht, weshalb unklar ist, ob das Geld überhaupt fließt und wann.

Trotz des Konsolidierungskurses mit dem Ziel, aus den roten Zahlen zu kommen, gibt es in der Geschäftsführung nach wie vor einen Plan B. Und zwar für den Fall, dass Kostenreduzierung, Einnahmesteigerung und Gewerbeansiedlungen nicht die geplanten Ergebnisse bringen und die Gesellschafter die Verluste nicht mehr ausgleichen können oder wollen. Zur Vermeidung einer dann drohenden Insolvenz soll der Flugplatz in eine Immobilienverwaltung mit Landesbahn umgewandelt und einem kreiseigenen Unternehmen, zum Beispiel der Thüsac, angegliedert werden. Die Kosten werden dann den Einnahmen angepasst. Geflogen werden kann dann trotzdem noch: auf Sicht.

Von Jens Rosenkranz

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