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Flugplatz liefert Strom - Fotovoltaikanlage gestern eröffnet / Erlöse sollen ein Drittel der heutigen Zuschüsse ablösen

Flugplatz liefert Strom - Fotovoltaikanlage gestern eröffnet / Erlöse sollen ein Drittel der heutigen Zuschüsse ablösen

Die Hoffnungen auf eine wirtschaftlich positive Zukunft des Flugplatzes in Nobitz sind bei dessen Betreiber und den Geldgebern groß.

Nobitz.

 

 

 

 

Von Jörg Reuter

Binnen weniger Tage wurde nun auf dem Flugplatz Nobitz die zweite Solaranlage eingeweiht. Erst vor zwei Wochen war Termin für die 4500 Quadratmeter große Installation, die auf Garagendächern montiert ist (OVZ berichtete). Im Vergleich zu dem gestern offiziell eingeweihten Solarpark ist die Dachanlage aber winzig. "Wenn Sie versuchen, jetzt einmal rundherum zu gehen, sind Sie im Hellen nicht zurück", versucht Thomas Kercher den Anwesenden die Dimensionen näherzubringen. Dem Geschäftsführer des Unternehmens Pfalzsolar, das das Fotovoltaikkraftwerk gebaut hat, war dabei die Zufriedenheit über das Geschaffte anzumerken.

In wenigen Wochen Bauzeit wurde das fast 200 Millionen Euro teure Projekt realisiert. Der erste Spatenstich fand Mitte April statt (OVZ berichtete). Nach dem anschließenden Abriss von zwölf alten Flugzeugschältern und dem Begradigen der Fläche, bei dem riesige Mengen an Erde bewegt werden mussten, begann die Installation der Module. Insgesamt sind 146 880 Dünnschicht-Solarmodule eines Herstellers aus Frankfurt an der Oder angebracht worden. Nach zweieinhalb Monaten, am 30. Juni gegen 22 Uhr, sind die Arbeiter von der Baustelle gegangen, erzählt Kercher.

Der enorme Zeitdruck im Frühjahr war durch die Veränderungen der Einspeisevergütung entstanden. Anlagen, die bis zum Stichtag 30. Juni fertig wurden, können noch zu den alten Preisen ihren Sonnenstrom verkaufen. "Das war wirklich eine sportliche Herausforderung, aber wir haben sie gemeistert", so der Geschäftführer. Entsprechend rentabel sollte das Kraftwerk sein, mit dem rund 3000 durchschnittliche Vier-Personen-Haushalte versorgt werden können.

Wenn es denn am Netz ist, was noch nicht der Fall ist. "Wir sind mit dem Verlegen der Leitungen zu 99 Prozent fertig", sagt Projektleiter Jörg Stechert von der Mitnetz. Auch seine Aufgabe - eine Anschlussleitung zum Umspannwerk Altenburg zu legen, weil es auf dem Flugplatz keinen Einspeisepunkt gibt - war eine Herausforderung. Die Pleiße und der Mühlgraben mussten gequert werden, ebenso eine Bundesstraße und zwei Naturschutzgebiete.

"Bei letzterem durften wir beispielsweise für die Kabelschächte nur unterirdisch mit Bohrern arbeiten", nennt Stechert eine Schwierigkeit. Aufwendig ist auch, die Leitungen unter der gerade entstehenden ICE-Bahnstrecke zu verlegen. Daran hänge es auch momentan. Erst in den nächsten Tagen rechnen die Verantwortlichen mit der Genehmigung durch die Bahn. Danach kann die Anlage endlich am Netz angeschlossen werden, Elektrizität einspeisen und Geld verdienen.

Rund 430 000 Euro für 2011 und circa 300 000 Euro in diesem Jahr Gesamt-Flugplatz-Kosten müssen erwirtschaftet werden, rechnet Airport-Geschäftsführer Jürgen Grahmann vor. Umstritten bei den den Flugplatz finanzierenden Gesellschaftern, das sind der Landkreis, die Gemeinde Nobitz und die Thüsac, sind die freiwilligen Zuschüsse. "Im vergangenen Jahr lagen diese noch bei fast 300 000 Euro. 2012 wird sich der Betrag in etwa halbieren", verweist Grahmann auf die positive Entwicklung. Nicht zuletzt ausschlaggebend sind die Einnahmen aus den Solaranlagen, die ungefähr 155 000 Euro betragen. Die erste Rate, die sogenannte Projektvergütung, sei auch bereits geflossen. "Das heißt, wir haben schon in diesem Jahr von der Pfalzsolar einen Jahresertrag erhalten."

Rund ein Drittel der noch notwendigen Zuschüsse könne über Solarstrom abdeckt werden, so die Kalkulation. Dazu komme ein Anstieg bei den Geschäftsflügen um 23 Prozent auf 107 Starts seit Januar. Grahmann: "Insgesamt gehen wir davon aus, dass wir im nächsten Jahr komplett ohne freiwillige Zuschüsse auskommen werden."

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