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Altenburg Flugplatz vor Pleite bewahrt
Region Altenburg Flugplatz vor Pleite bewahrt
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17:10 14.10.2011

Gerade hatten sich die Kreistagsmitglieder von der hitzigen Debatte über die Theater-Rettung etwas beruhigt und in der Pause mit einem Brötchen gestärkt. Nun folgte schon die nächste Hiobsbotschaft. Auf ihre Tische hatte Landrat Sieghardt Rydzewski (parteilos) einen als vertraulich markierten Dringlichkeitsantrag legen lassen, ehe sich die großen Türen des Landschaftssaales für die Öffentlichkeit verschlossen.

Drinnen warb der Landrat sodann um Zustimmung, dass eine Rettungsaktion schnell noch auf die Tagesordnung kommen darf, die bis dahin kaum einem Kreistagsmitglied bekannt war: Denn neben dem Theater braucht eine zweite Gesellschaft, an der der Kreis beteiligt ist, frisches Geld: Die Flugplatz Altenburg-Nobitz GmbH. Schon 2009 und 2010, so steht es in einem Papier der Airport-Geschäftsführung, habe die Gesellschaft finanziell zwei äußert schwierige Jahre nur deswegen überstanden, weil ein Kontokorrentkredit extrem hoch in Anspruch genommen wurde. "Dies kann kein Dauerzustand sein", heißt es im Papier. Wie schnell aus dieser Warnung Wirklichkeit wird, merkten die Kreisräte am Mittwoch. Denn der Kontokorrentkredit - ein von einer Bank eingeräumtes Darlehen zur Überbrückung kurzfristiger Engpässe - ist auf 255 000 Euro begrenzt. Davon hat der Flugplatz bereits 213 000 Euro in Anspruch genommen, wonach 42 000 Euro verbleiben. Allerdings stehen noch in diesem Monat Zahlungsverpflichtungen von rund 96 000 Euro an. Damit fehlen der GmbH 54 000 Euro.

Es droht die Gefahr einer Zahlungsunfähigkeit, der Volksmund würde sagen: Der Flugplatz steht kurz vor der Pleite. Um diese abzuwenden, stimmten die Kreisräte nach einer einstündigen Diskussion bei sechs Gegenstimmen zu, einen neuen Kredit über 300 000 Euro aufzunehmen. Die Laufzeit beträgt ein Jahr, bei einem Zinssatz von vier Prozent.

Kreisräte und Flugplatz-Geschäftsführung wissen, dass man den laufenden Betrieb nicht mit immer neuen Schulden bezahlen kann, da dies geradewegs in die Insolvenz führt. Aus dieser Falle sollen nun zwei Modelle führen. Ein Entwicklungskonzept sieht vor, dass die Kosten gesenkt und neue Einnahmequellen erschlossen werden (OVZ berichtete), beispielsweise durch die Errichtung von Fotovoltaikanlagen. Neben dem Ausbau des Geschäftsreiseverkehrs sollen auch nicht benötigte Grundstücke des Airport-Geländes vermarktet werden. Damit legte der Kreistag vorgestern gleich los. Ausländischen Geschäftsleuten werden etwa 88 000 Quadratmeter Fläche für den Bau einer Firma zugesagt, der Fluggeräte herstellt. Entscheiden müssen sich die Investoren bis Ende des Jahres.

Parallel dazu kann nun ebenso die Suche nach einem Käufer beginnen. Denn neben einem neuen Nutzungskonzept wären die Gesellschafter damit einverstanden, sich vom Airport zu trennen. Auch dafür gaben die Kreisräte grünes Licht. Danach kann die europaweite Ausschreibung offiziell starten. Sie läuft bis 7. November. Am 18. November sind Gespräche mit den Interessenten geplant. Zur Bedingung machten die Kreisräte, dass das Gelände bei Nobitz bleibt, was es immer war: Ein Flugplatz.

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