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Flugplatz will auf neue Geschäftsmodelle setzen und sparen

Flugplatz will auf neue Geschäftsmodelle setzen und sparen

Ein neues Entwicklungs-Konzept soll den Airport bei Nobitz auf finanziell gesündere Füße stellen. Der Flugplatz soll mehr Geld erwirtschaften, sparen und sich neuen Geschäftsfeldern öffnen.

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Traktor-Pulling und Inline-Skating: Ein Konzept sieht für den Leipzig-Altenburg Airport neue Nutzungsformen und damit auch neue Einnahmequellen vor. Montage: Mario Jahn

Altenburg. Das der OVZ vorliegende und von der Flugplatz-Geschäftsführung erarbeitete Konzept wird den Kreisräten auf ihrer Sitzung am Mittwoch erstmals vorgelegt. Der Entwurf reagiert auf die Absage von Ryanair und den Absprung von Rheinjet und darauf, dass Linien- oder Charterflüge als Geschäftsmodell aufgegeben werden müssen. Damit fallen ab Mitte 2012 die Landeszuschüsse für die Flugsicherung und damit die Flugkontrollzone D weg. Daneben hatte die Flugplatz-Gesellschaft 2009 und 2010 finanziell zwei schwierige Jahre zu überstehen, was die Autoren des Entwurfes auf Dauer als enormes Risiko bezeichnen.

Eine Schließung des Airports hatte Landrat Sieghardt Rydzewski als Vertreter des Kreises, der mit 60 Prozent Anteilen mit Abstand wichtigster Gesellschafter ist, ausgeschlossen. Als Folge dessen könnte sich der Airport nun auf das Kerngeschäft allgemeine Luftfahrt mit dem Schwerpunkt Geschäftsreiseverkehr konzentrieren. Um dafür den Standort attraktiver zu machen, sollen beide Terminals umgebaut werden und dort Ruhezonen für Piloten und ein Arbeitsplatz für die Flugvorbereitung und das neue Geschäftsfeld Luftfahrt-Taxi entstehen.

Gezielt wollen die Betreiber um die Ansiedlung luftfahrtnaher Firmen werben, vor allem die der Zulieferindustrie. Gelingt dies, soll sogar ein Flugzeughangar entstehen.

Weiterhin wird vorgeschlagen, eigene Flächen für Fotovoltaikanlagen zu vermarkten, im ersten Schritt 16 Hektar unweit der Landebahn und auf 10 000 Quadratmetern Dachflächen. Ebenso könnte der vermieteteten Garagenkomplex erweitert und ebenso die Flugplatz-Unterstände (Shelter) noch besser verpachtet werden.

Ein neues Geschäftsfeld könnte die Verpachtung von Flugplatz-Flächen an Event-Veranstalter sein. So fanden in diesem Jahr bereits die Deutschen Meisterschaften im Traktor-Pulling, das Internationale Auto- und Motorradtreffen, ein Skater-Abend und eine Techno-Party mit 1700 Besuchern statt. Die Flugplatzbetreiber sind gleichfalls mit einem Anbieter zur Errichtung eines Fußballgolfplatzes auf dem Gelände im Gespräch.

Daneben sieht das Konzept Einsparpotenziale von bis zu 520 000 Euro pro Jahr vor, beispielsweise durch die Abmeldung der Kontrollzone D, der Reduzierung des Sicherheitsaufwandes und die Herunterstufung der Feuerlöschkategorie von 5 auf 3. Auch die bereits erfolgte Verringerung der Mitarbeiterzahl von 60 auf 14 zählt dazu.

Die prognostizierten Ausgaben für nächstes Jahr gehen noch von 1,73 Millionen Euro aus und verringern sich auf 1,59 Millionen im Jahr 2013, wobei die Einnahmen in den Folgejahren steigen. Die Personalkosten bleiben bei jährlich 442 000 Euro stabil.

Der Flugplatz würde mit dem neuen Konzept weiter existieren und bliebe auch als regionaler Wirtschaftsfaktor erhalten. Seine überregionale Bedeutung habe er allerdings verloren, meinen die Autoren des Konzepts. Daher schlagen sie am Ende ihres Entwurfes vor, dass er nicht länger Leipzig-Altenburg Airport heißt, sondern seinen alten Namen zurückbekommt: Flugplatz Altenburg-Nobitz.

-Standpunkt

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