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Altenburg Flut-Folgen: Zeugen fehlenvor Gericht
Region Altenburg Flut-Folgen: Zeugen fehlenvor Gericht
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20:44 04.06.2013

Doch die Zeugen fehlten, weil sie die Vorladung des Gerichts angeblich nicht erhalten hatten.

Selbst die vom Richter angeordnete zwangsweise Vorführung durch die Polizei kam nicht zustande. Die von ihm telefonisch um Hilfe gebetenen Beamten sahen sich außerstande, den Mann und dessen Freundin ausfindig zu machen und nach Gera zu bringen - eben wegen des Katastrophenalarms im Altenburger Land. Nach Rücksprache im Katastrophenstab war dem Gericht die ernste Lage im Landkreis bestätigt worden.

Auf die beiden Zeugen hatte insbesondere die Verteidigung des 48-jährigen Angeklagten viel Wert gelegt und ihnen sogar eine Schlüsselrolle in der Beweisaufnahme zugesprochen. Dabei handelt es sich um den 19-jährigen Bruder des jetzt neunjährigen Opfers. Dessen Aussage könnte dazu beitragen, die Glaubwürdigkeit des Opfers zu bewerten. Denn bislang stützt sich die Anklage einzig und allein auf die Aussage des Mädchens. Danach soll das Kind im Zeitraum von September 2009 bis Oktober 2012 in 117 Fällen vom Freund seiner Mutter sexuell missbraucht worden sein. Der Angeklagte bestreitet dies.

Die Verteidigung scheiterte gestern mit ihrem letzten Versuch, eine angebliche Verwechslung nochmals in die Beweisaufnahme einzuführen. Hier geht es um einen Mann aus Bad Lausick, der tiefe Sympathien für das Mädchen hegt, Übergriffe aber abstreitet. Eine mögliche Anzeige einer Familie in Bad Lausick gegen ihn spiele im Fall des in Gera angeklagten Mannes aus Altenburg keine Rolle, hieß es.

Für die gestern nicht erschienenen beiden Zeugen aus Altenburg könnte es jetzt teuer werden. Ihnen drohen die Kosten für die Verzögerung des Prozesses und zusätzlich ein Ordnungsgeld von je 200 Euro.

Der Prozess wird nun am 24. Juni fortgesetzt.

Jens Rosenkranz

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