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Flutschutz Altenburger Land: Nur fünf von 19 Gemeinden ziehen mit

Gewässer-Konzept Flutschutz Altenburger Land: Nur fünf von 19 Gemeinden ziehen mit

Nobitz beteiligt sich an einem Hochwasserschutzkonzept für den Gerstenbach, die Blaue Flut und den Kleinen Jordan. Allerdings machen nur fünf der 19 Anlieger-Gemeinden mit. Kritik übten Gemeinderäte und Bürgermeister an der Gemeinde Starkenberg, die sich ebenfalls nicht beteiligt, obwohl ein Großteil des Uferbereichs auf ihrer Gemarkung liegt.

Der Gerstenbach bei Oberzetzscha.

Quelle: Mario Jahn

Nobitz.  Hochwasser haben im Altenburger Land in den vergangenen Jahren reichlich Schaden angerichtet. Grund genug für Gemeinden, vor allem die Ursachen zu beseitigen, wenn Flüsse oder Bäche über die Ufer treten. Einen Anlauf dazu machte die Stadt Altenburg für die Blaue Flut, den Gerstenbach und den Kleinen Jordan. Alle 19 Anliegergemeinden an den sogenannten Gewässern zweiter Ordnung wurde die Erstellung eines Hochwasserschutz- und Gewässerentwicklungskonzeptes vorgeschlagen und schon Ende Juni 2014 vorgestellt.

Doch die Resonanz hält sich seitdem stark in Grenzen. Nur fünf der 19 Gemeinden wollen sich daran beteiligen, um die drei Bäche zu bändigen. Eine davon ist Nobitz. Der Gemeinderat stimmte kürzlich einer Beteiligung des Vorhabens zu, das von 2016 bis 2018 abgearbeitet werden soll, bei einer Gegenstimme. Die Gesamtkosten des Konzepts belaufen sich auf 394.800 Euro, wovon 80 Prozent gefördert werden. Die Restsumme, also rund 80.000 Euro, muss von den beteiligen Gemeinden aufgebracht werden, im Verhältnis zur Einwohnerzahl und zur Länge der jeweiligen Länge der Uferbereiche. Bei 19 Gemeinden wären die Eigenanteile nicht sehr hoch und würden meist im vierstelligen Bereich oder sogar darunter liegen. Doch einigen scheint dies zu viel Geld zu sein, das man entweder nicht hat oder nicht für den Hochwasserschutz nicht ausgeben will. Dazu gehören unter anderen Drogen, Dobitschen und Altkirchen.

Dem Nobitzer Bürgermeister Hendrik Läbe (SPD) ärgert hierbei vor allem, dass sich die Gemeinde Starkenberg nicht an der Konzeption beteiligen will, vor allem weil es mit 21 Kilometer Ufer den längsten Abschnitt der Anlieger-Gemeinden habe, noch dazu an den Oberläufen. „Starkenberg sollte finanzielle Verantwortung übernehmen“, forderte Läbe, vor allem, weil es sich diese Ausgaben problemlos leisten könne.

Im Gegensatz zu anderen. „Doch wenn Gemeinden nicht einmal mehr das Geld für die Gefahrenabwehr haben, sollte man darüber nachdenken, ob sie noch eine Existenzberechtigung haben oder handlungsfähig sind“, meinte Michael Apel (CDU). Andere Nobitzer Gemeinderäte ärgerten sich ebenso über Starkenberg und meinten, dass die Konzeption sinnlos wäre, wenn sich nicht alle daran beteiligten.

Dabei hat Nobitz allein mit der Blauen Flut Sorgen, die vergleichsweise gering sind. Die flächenmäßig große Gemeinde wird vor allem heimgesucht, wenn Pleiße oder die Sprotte bei Saara über die Ufer treten. Die Verursacher dafür liegen aber am Oberlauf, „wo nicht genug gemacht wird, sagte Läbe.

Der Zeitraum der Konzeption liegt zwischen 2016 bis 2018. Die Vorarbeiten dafür wurden bereits bei einigen Gewässerbegehungen in den Vorjahren getätigt, an dene unter anderem sogar Landrätin Michaele Sojka (Linke) und Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) teilnahmen. Insbesondere wurden an der Blauen Flut. Erdrutschungen sowie nicht oder falsch beschnittene Bäume und Sträucher festgestellt, deren Äste in die Gewässer hineinragen. Außerdem reichten bestellte oder umgeackerte Felder bis unmittelbar an den Uferbereich heran wodurch der Schutzstreifen fehlte. Festgestellt wurde ebenso verengte Bauwerke, wie Brückchen, die den Durchfluss behindern.

Von Jens Rosenkranz

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