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Fockendorfer Friedhof soll Baumbestattung erhalten

Verstärkter Trend Fockendorfer Friedhof soll Baumbestattung erhalten

Wie möchte ich mich nach meinem Tod bestatten lassen, wo und in welcher Form sollen sich Angehörige und Freunde an mich erinnern können? Diese Fragen stellen sich auch Einwohner im Altenburger Land. Neben Sarg oder Urne werden andere Bestattungsformen immer häufiger nachgefragt. Der Entwicklung soll nun auch in Fockendorf Rechnung getragen werden.

Baum statt Grabstein: Ab dem 1. Januar 2018 sollen auf dem Fockendorfer Friedhof auch Baumbestattungen möglich sein. Erste Bäume dafür wurden bereits gepflanzt.

Quelle: Mario Jahn

Fockendorf. Wie möchte ich mich nach meinem Tod bestatten lassen, wo und in welcher Form sollen sich Angehörige und Freunde an mich erinnern können? Diese Fragen stellen sich auch Einwohner im Altenburger Land. Neben Sarg oder Urne werden andere Bestattungsformen immer häufiger nachgefragt. Der Entwicklung soll nun auch in Fockendorf Rechnung getragen werden.

„Der Trend geht inzwischen verstärkt in Richtung Baumbestattung“, weiß Bürgermeister Karsten Jähnig (FWW). Um die in Fockendorf zu ermöglichen, laufen bereits entsprechende Arbeiten auf dem dafür vorgesehenen westlichen Friedhof, auch die Satzung soll zügig überarbeitet werden. „Das wird noch dieses Jahr passieren, damit wir die Baumbestattung ab dem 1. Januar 2018 anbieten können“, teilt das Ortsoberhaupt mit.

Perspektivisch sollen bis zu 150 Bäume auf dem knapp 6400 Quadratmeter großen Areal Wurzeln schlagen, rechnet Jähnig vor. Insgesamt sind drei Grabfelder für die Bepflanzung vorgesehen, deren Erschließung und Aufforstung schrittweise erfolgen soll. Um jeden Baum finden dann in einem Umkreis von drei Metern jeweils sechs Urnen Platz – insgesamt stehen so rund 900 Ruhestätten zur Verfügung. Die Liegezeit für die Urnen soll 15 Jahre betragen. Größerer Grabschmuck sei auf dem neu gestalteten Areal nicht vorgesehen, teilt Jähnig mit, man wolle sich auf Namensschilder beschränken. Das erleichtere letztlich auch dem Bauhof die Pflege.

Die genauen Kosten für das gesamte Projekt seien laut Jähnig noch nicht abschließend zu beziffern. Man setze unter anderem darauf, das Aufforsten auch durch von Privatpersonen getätigte Ersatzpflanzungen – etwa für auf dem eigenen Grundstück geschlagene Bäume – zu unterstützen. Ein Ansatz, der Wirkung zeigt: „Die Möglichkeit wird in der Bevölkerung gut angenommen“, berichtet Jähnig.

Auch andernorts tut sich einiges auf dem Gelände. So liegen die Arbeiten an einer zweiten Urnengemeinschaftsgrabanlage in den letzten Zügen. Das sei auch dringend nötig, so Jähnig, denn die Kapazitätsgrenze des bisherigen Areals – immerhin 160 Liegeplätze – ist bald erreicht. Mit dem neu angelegten Bereich stehen dann noch einmal so viele Plätze zur Verfügung, der Übergang könne nach aktuellen Planungen nahtlos erfolgen.

Eine geologische Besonderheit hat das Areal auch zu bieten: Ein von der Mibrag gestellter Findling wacht fortan über die neuen Gräber. „Der Stein hat laut unseren Informationen im Zuge der letzten Eiszeit seinen Weg zu uns gefunden“, erläutert Jähnig. Eine Infotafel mit Inschrift soll nach Abschluss des knapp 2500 Euro teuren Projekts die Besucher über die Geschichte des Findlings informieren. Bis zum Sommer sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Und auch danach werden die Werkzeuge nicht zur Seite gelegt. Das nächste Projekt visiert Jähnig bereits an: Nach der Außensanierung soll perspektivisch auch der Innenbereich der Trauerhalle auf dem Westfriedhof einer Schönheitskur unterzogen werden.

Von Bastian Fischer

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