Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Fockendorferin Franziska Ebert lebte zehn Monate in den USA

Parlamentarisches Patenschaftsprogramm Fockendorferin Franziska Ebert lebte zehn Monate in den USA

Seit kurzem erst hat Franziska Ebert aus Fockendorf wieder deutschen Boden unter den Füßen – nach zehn Monaten USA. In der Stimme schwingt ein deutlicher Akzent mit und manche deutschen Wörter kommen ihr noch nicht wieder so leicht über die Lippen. „Die Zeit in den Staaten war unglaublich“, schwärmt die Schülerin.

Die Fockendorferin Franziska Ebert lebte zehn Monate in den USA. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Volkmar Vogel war der parlamentarische Pate von Franziska.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Seit kurzem erst hat Franziska Ebert aus Fockendorf wieder deutschen Boden unter den Füßen – nach zehn Monaten USA. In der Stimme schwingt ein deutlicher Akzent mit und manche deutschen Wörter kommen ihr noch nicht wieder so leicht über die Lippen. „Die Zeit in den Staaten war unglaublich“, schwärmt die Schülerin. „Die Menschen sind sehr freundlich und offen – das ist schon ein Unterschied zu Deutschland.“

Knapp ein Jahr lang besuchte sie eine amerikanische High School und lernte Land und Leute hautnah kennen. Möglich wurde dies für sie durch das Parlamentarische Patenschaftsprogramm (PPP) zwischen dem deutschen Bundestag und dem US-Kongress. Verbracht hat sie ihr Austauschjahr im Bundesstaat Massachusetts, einem der Neuenglandstaaten, nördlich von New York, in der Kleinstadt Mansfield.

Als „Mini-Botschafterin“ hat Franziska ihren Mitschülern in den USA das Leben in Deutschland näher gebracht und Vorträge gehalten. Absicht des PPP ist es, die Verständigung zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika zu stärken und das andere Land besser kennenzulernen. „Ich habe im Politikunterricht von Deutschland erzählt. Da hat sich leider auch das Klischee bestätigt, dass die Amerikaner sehr wenig über Deutschland wissen und sich generell wenig für außenpolitische Themen interessieren.“

So versetzte sie die Mitschüler damit in Erstaunen, dass es in Deutschland Schnee gibt und sogar Internet. Abgesehen von diesem Vorurteil kann sie aber nichts Negatives finden. „Ich habe in einer tollen Gastfamilie mit zwei erwachsenen Schwestern gelebt, die mich herzlich aufgenommen haben und wo ich mich wie Zuhause gefühlt habe. Überhaupt nicht, wie eine Austauschschülerin. Meine Gasteltern waren für mich einfach Mom und Dad.“

Auch der Schulalltag war ganz anders, als Franziska es sich vorgestellt hatte. „Jeder kennt ja diese amerikanischen High School Filme: Dort gibt es immer Cliquen, und wenn man nicht den richtigen Freundeskreis hat, dann ist man uncool und unbeliebt. Aber so war es an meiner Schule überhaupt nicht.“ Zwischen den 1300 Schülern fand Franziska schnell Freunde. Sie besuchte neben dem regulären Unterricht die Theater-Klasse und konnte mit dieser sogar einen Preis gewinnen, der unter Theatergruppen in Massachusetts vergeben wird. „Ich habe den Preis, zusammen mit einer Freundin für das Bühnen-Make-up bekommen. Das war wirklich sehr cool“, erzählt sie stolz.

Mit der englischen Sprache hatte sie keine großen Schwierigkeiten. „Die ersten zwei, drei Wochen waren schon anstrengend. Mein Schulenglisch war nicht schlecht, aber sich wirklich in der Sprache zu unterhalten, ist natürlich etwas ganz anderes.“ Wenn Franziska mal ein Wort fehlte, hatte sie keine Möglichkeit, es schnell auf ihrer Muttersprache zu erklären. „Ich habe es dann versucht zu umschreiben. Aber die Menschen sind sehr geduldig und helfen, wenn sie merken, dass du ein Wort nicht weißt.“

Diese und andere Herausforderungen im Leben als amerikanische Schülerin haben Franziska geprägt. „Ich bin in der Zeit auf jeden Fall sehr viel erwachsener und selbstständiger geworden“, resümiert die 18-Jährige. „Es war interessant zu sehen, was andere Menschen für eine Meinung über Deutschland und die Welt haben. Manche Dinge kann ich jetzt besser verstehen oder einordnen.“

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Volkmar Vogel aus dem Wahlkreis Greiz-Altenburger Land empfindet das PPP ebenfalls als tolle Möglichkeit für junge Leute, ein anderes Land kennenzulernen und über den eigenen Tellerrand zu schauen. „Mit einem Schlag gewinnt man so viele neue Eindrücke. Ich bin mir sicher, dass jemand, der für eine längere Zeit in einem anderen Land gelebt hat, gegenüber Menschen anderer Herkunft offen und aufgeschlossen bleibt.“ Vogel ist, daher auch der Name des Programms, der parlamentarische Pate von Franziska gewesen.

Jeder PPPler bewirbt sich über die zuständige Austauschorganisation für das Stipendium. Wer dann am Ende fahren darf, entscheidet der zuständige Bundestagsabgeordnete des Heimatwahlkreises. „Franziska war die zehnte PPPlerin, die ich unterstützt habe. Insgesamt sieben junge Frauen und drei junge Männer habe ich während meiner Zeit als Bundestagsabgeordneter schon betreut. Sie alle kamen nach einem Jahr in den USA selbstbewusst und reich an Erinnerungen sowie Erlebnissen zurück in der Ostthüringer Heimat“, freut sich Vogel über den Erfolg des Programms. Dass die Teilnehmer die englische Sprache nahezu perfekt beherrschen lernen, sei natürlich ein weiterer positiver Aspekt.

Wenn Franziska könnte, würde sie sofort wieder die Koffer packen und zurück über den großen Teich fliegen. „Natürlich ist es toll, dass ich meine Familie und Freunde wieder habe und in der Heimat bin. Aber es ist schon ein kleiner Kulturschock gewesen, wieder hier anzukommen“, sagt sie. „Hier ist alles viel grüner, viel mehr Natur. Und die Menschen und die Sprache sind eben so ganz anders als in den USA.“ Ihre amerikanischen Freunde vermisst sie jetzt schon. Ihre beste Freundin aus den Staaten kommt sie nächstes Jahr zu ihrem Abiball besuchen, und ihre Gastfamilie möchte sie auch so schnell wie möglich wieder treffen. Nach den Sommerferien ging es für sie aber erstmal zurück auf die deutsche Schulbank. „Ich besuche jetzt die 12. Klasse und mache mein Abitur.“ Danach möchte sie auf jeden Fall studieren, am liebsten Politik.

Ihr ganz persönliches Fazit: Sie würde sich immer wieder auf das Abenteuer PPP einlassen. „In die Bewerbung und Vorbereitung musste ich zwar viel Zeit investieren, aber das hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ich würde jedem raten, sich für dieses Stipendium zu bewerben oder mit einer Organisation in die USA zu gehen. Man lernt so viele tolle Menschen und neue Freunde kennen. Und die Erfahrung, ein Jahr lang in eine andere Kultur einzutauchen, kann einem keiner nehmen.“

Von Tatjana Kulpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Altenburg
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Angestupst
    Mikrologo Angestust

    Die aktuelle Förderrunde der Aktion „Angestupst“ von LVZ und Sparkasse Leipzig ist beendet. So haben Sie abgestimmt! mehr

  • LVZ-Fahrradfest
    Logo LVZ-Fahrradfest

    LVZ-Fahrradfest 2016: Sehen Sie hier einen Rückblick mit vielen Fotos von allen Starts, Videos und mehr. mehr

  • 24 Stunden in der Region

    Firmen und Unternehmen in der Region Leipzig stellen sich vor. mehr

  • TAW - Technische Akademie Wuppertal
    TAW  - Technische Akademie Wuppertal

    Ein Werbespecial der LVZ für die Technische Akademie Wuppertal mit Infos zum breitgefächerten Angebot. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr