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Fördergelder für Spartenabrisse in Altenburg und Umgebung

Überangebot Fördergelder für Spartenabrisse in Altenburg und Umgebung

In diesem Jahr musste in Altenburg und Umgebung zwar keine Kleingartensparte die Segel streichen, weil es immer weniger Pächter gab. Aber ab 2017 dürfte sich die Anzahl der Sparten, die im Regionalverband Altenburger Land der Kleingärtner organisiert sind, wieder verringern. Für den Fall eines Rückbaus soll es Fördermittel geben.

Die Zahl der bewirtschafteten Kleingärten nimmt auch in Altenburg und Umgebung ab.

Quelle: Archiv

Altenburg. In diesem Jahr musste in Altenburg und Umgebung zwar keine Kleingartensparte die Segel streichen, weil es immer weniger Pächter gab.

Aber ab 2017 dürfte sich die Anzahl der Sparten, die im Regionalverband Altenburger Land der Kleingärtner organisiert sind, wieder verringern. Dies prophezeite der Chef des Verbandes, Wolfgang Preuß, auf der jüngsten Mitgliederversammlung am Sonnabend in der Destille. Wegen akuten Pächtermangels stünden beispielsweise die Sparten „Zschechwitz II“ sowie „Kraschwitz“ in der Diskussion.

Und dies werde noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sein, weil die demografische Entwicklung weiter ungebremst anhält und ein großes Überangebot an Kleingärten für eine abnehmende Bevölkerung nicht nur in Altenburg besteht, meinte Preuß.

Um bei diesem Trend weiter handlungsfähig zu bleiben, habe man in diesem Jahr erste Maßnahmen entwickelt. Jede Kleingartensparte war dazu aufgefordert, ein eigenes Entwicklungskonzept für die Zukunft sowie die aktuellen Rahmenbedingungen in der eigenen Anlage vorzulegen. Zu letzterem zählen unter anderem aktueller Altersschnitt der Pächter, schon bestehender Leerstand, Verkehrsanbindung und Lage der Sparte, beispielsweise in einem Überflutungsgebiet.

Negative Angaben dazu führen in der Zukunft dazu, dass diese Sparten nicht mehr in das von der Stadt Altenburg aufgelegt Förderprogramm zur Entwicklung des Kleingartenwesens fallen, woraus jedes Jahr um die 50 000 Euro an Fördermitteln für Projekte ausgereicht werden.

„Die Qualität dieser Konzepte hat von sehr gut bis hin zu fragwürdig gereicht“, so Preuß ziemlich deutlich. Nun würden schlechte Ausgangswerte nicht bedeuten, dass die Anlage sofort geschlossen und abgerissen wird. „Aber wir müssen uns mit der Förderung auf jene Sparten konzentrieren, die langfristig eine Zukunft haben“, so der Verbandschef.

In die gleiche Kerbe schlug auch Oberbürgermeister Michael Wolf, der zugleich Vorstandsmitglied im Verband ist: „Auch Kleingartenanlagen, die nicht förderwürdig sind, könnten im Falle eines Rückbaues eine Förderung von bis zu 90 Prozent in Anspruch nehmen“, sagte das Stadtoberhaupt. Dies soll für Kleingärtner, die ihre Sparte aufgeben, die damit einhergehenden finanziellen Belastungen auf ein Minimum reduzieren. „Wir brauchen jetzt ein wirkliches Leerstandsmanagement“, erklärte der OB.

Weniger Parzellen in der Skatstadt könnte für das Kleingartenwesen auch eine Chance bedeuten: Denn oftmals liegen sie auf attraktivem Bauland. Und für Baugrundstücke sei in der Stadt eine Nachfrage da. Kein Wunder: Altenburg gilt als urbane wie attraktive Stadt im Speckgürtel der Metropole Leipzig. Und deshalb als potenzieller Wohnstandort für Einpendler. Und mit sich neu hier niederlassenden Familien dürfte auch die Nachfrage nach preiswertem Kleingartenparzellen in Altenburg und Umgebung wieder steigen.

Von Jörg Wolf

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