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Förster stoppt Holzernte: Leinawald ist viel zu matschig

Böden völlig aufgeweicht Förster stoppt Holzernte: Leinawald ist viel zu matschig

Sowohl im Leinawald als auch im Altenburger Stadtwald ist die Holzernte gestoppt worden. Grund dafür sind die momentan aufgeweichten Waldböden, die einen Einsatz von schweren Maschinen nicht erlauben. Währen im Stadtwald in den zurückliegenden Wochen etwa die Hälfte des geplanten Kontingents gefällt wurde, schafften die Arbeiter in der Leina nur zehn Prozent.

2000 Festmeter sollten in dieser Saison im Leinawald geerntet werden, wegen des aufgeweichten Boden ruhen aber die Arbeiten.
 

Quelle: Mario Jahn

Wilchwitz/Altenburg.  Die Wintermonate sind die klassische Zeit der Holzernte. Der zuständige Revierförster im Leinawald, Jörg Zippel, hat jetzt aber den Einschlag gestoppt, obgleich gerade erst zehn Prozent der geplanten 2000 Festmeter gefällt wurden. Grund dafür ist die anhaltend feuchte und frostfreie Witterung der vergangenen Wochen. Dadurch ist der Waldboden nicht wie sonst fest gefroren, sondern so aufgeweicht, dass die Stämme nicht aus dem Wald geräumt werden können.

Im Freistaat seien davon viele Regionen betroffen, teilt Zippels Arbeitgeber, der Thüringen Forst, mit. Aufgrund der Witterung musste in etlichen Gebieten der Maschineneinsatz abgebrochen werden. Die Harvester, wie die Holzerntemaschinen auch genannt werden, verursachen naturgemäß auf gefrorenen Böden die geringsten Schäden. Weil aber in diesem Jahr kaum Minusgrade zu verzeichnen waren, verzögere sich die Bereitstellung der Industrieholzsortimente besonders, schreibt die Behörde.

Pferde sind momentan auch keine Lösung, weshalb sie Zippel nur sehr begrenzt einsetzt. „Sie können die Stämme sowieso nur bis zum Waldweg ziehen“, erklärt der Revierförster. Doch auch auf den Wegen würden derzeit schwere Rückemaschinen, die zum Stapeln nötig sind, große Schäden hinterlassen. Das will und muss Zippel verhindern. Schließlich sei der Wald auch für die Menschen da, die ab Frühjahr wieder vermehrt im Wald Erholung suchen.

Schweres Gerät kann derzeit im Leinawald nicht eingesetzt werden

Schweres Gerät kann derzeit im Leinawald nicht eingesetzt werden.

Quelle: Jens Paul Taubert

Seit November konnten aus dem Leinawald gerade einmal 150 Kubikmeter Holz geräumt werden. „50 Festmeter sind noch im Wald, obwohl wir bereits seit Januar keine Bäume mehr fällen“, sagt Zippel der OVZ. Die restliche Stämme müssen in den kommenden Wochen, wenn der Boden trockener ist, noch herausgeschafft werden. Ansonsten hat der Revierförster die Arbeiten endgültig in den Frühherbst verschoben, denn ab 1. März muss im Naturschutzgebiet Leinawald die Bewirtschaftung ausgesetzt werden. „Dann beginnt die Brutzeit, die bis Ende August geht“, erläutert Zippel. Rund 81 000 Hektar, was etwa 50 Prozent der Gesamtbetriebsfläche des Thüringen Forstes entspricht, sind im Freistaat besonders geschützte Gebiete. Dort sind Holzerntemaßnahmen in den kommenden Monaten zur Schonung gefährdeter Vogelarten untersagt.

Auch im Altenburger Stadtwald konnten die Auslesedurchforstung wegen der aufgeweichten Böden nicht beendet werden. In den Bereichen zwischen dem Neubaugebiet Südost und dem Klinikum bis hin zum Lerchenberg und Wolfenholz war für die Saison November bis Februar eine Stammzahlreduktionen in ausgewählten Laubholzbeständen geplant. „Wir haben etwa die Hälfte geschafft, bevor Förster René Talheim auch bei uns die Arbeit stoppen musste“, so Stadtsprecher Christian Bettels. Nun hoffen die Verantwortlichen, dass im kommenden Winter eine längere Frostperiode die Waldböden gefrieren lässt und so das Kontingent dann abgearbeitet und aus dem Wald geräumt werden kann. Denn das Fällen sei für den Erhalt der Stabilität und die Wertsteigerung des Waldes notwendig, betont Bettels. Gleichzeitig werde dadurch die natürliche Verjüngung des Waldes gefördert, ebenso wie die Strukturierung und die Artenvielfalt.

Indes leiden die Flora und Fauna des Waldes wenig unter dem nassen und milden Winter. „Klar, der hiesige Wald ist an Frostperioden angepasst und diese tun ihm auch gut. Andererseits neigen die Schädlinge bei milder und feuchter Witterung zum Verpilzen“, so der Forstoberinspektor Jörg Zippel.

Von Jörg Reuter

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