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Altenburg Folgenreicher Umbau
Region Altenburg Folgenreicher Umbau
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20:57 14.05.2013
Landrätin Michaele Sojka (r.) und Vize-Landrätin Christine Gräfe stellen das neue Struktur- und Personalmodell auf einer Pressekonferenz vor. Quelle: Mario Jahn

Mit der "Verschlankung" des Amtes verringern sich zugleich die Fachbereiche von sechs auf vier und die teilweise neu zugeordneten Fachdienste von 27 auf 24.

Den Fachbereich Zentrale Steuerung und Wirtschaft mit solchen Schlüssel-Fachdiensten wie Personal und Kommunalaufsicht übernimmt Sojka selbst. Im Fachbereich von Vize-Landrätin Christine Gräfe (CDU), die als ihre Vertraute gilt, sind nun zusätzlich zu den bisherigen und extrem kostenintensiven sozialen Aufgaben auch die Finanzen angesiedelt. Bernd Wenzlau ist demnächst neben Schulen, Straßen und Bau auch für Kultureinrichtungen zuständig, die ebenfalls viele Bau-Sorgen plagen. Und in der Verantwortung von Ronny Thieme bündeln sich die meisten staatlichen Aufgaben des Landratsamtes (OVZ berichtete).

Ein Paukenschlag ist allerdings die mit der Umstrukturierung verbundene faktische Entmachtung zweier langjähriger, höchst einflussreicher Spitzenbeamter: Ludger Boße verliert seinen bisherigen Fachbereich Zentrale Steue-rung und Innere Verwaltung und muss sich - direkt der Landrätin zugeordnet - künftig um das juristische Hickhack rund um das Rositz-Projekt kümmern. Und die bisherige Kämmerin Martina Wecker ist ab nächstem Ersten nur noch für die dramatisch steigenden Sozialkosten zuständig. Die Schlüsselaufgabe des Kämmerers übernimmt Jens Heiner. Nach OVZ-Informationen galten Boße und Wecker vielen Landratsamtsmitarbeitern und auch Kreistagsabgeordneten als heimliche "Schattenregierung" der Behörde.

Michaele Sojka nannte freilich andere, viel schmeichelhaftere Gründe für die Umstrukturierung. Seit 1. Januar liegt die Zuständigkeit für das gesamte Areal des ehemaligen Teerverarbeitungswerkes Rositz beim Landkreis. Und die frühere Oppositionspolitikerin ist mit den Leistungen des Landes überhaupt nicht zufrieden: "Hier wurde 20 Jahre lang viel Geld versenkt." Das Projekt Rositz werde den Kreis in den nächsten Jahren fachlich, zeitlich und personell sehr beschäftigen, hinzu komme die moralische Verpflichtung, Rositzer Bürger und Unternehmen vor Schaden zu bewahren, sagte sie. Konsequenz: Wegen der juristischen Brisanz werde dafür jetzt mit Boße der profilierteste Jurist der Verwaltung gebraucht.

Weckers Versetzung begründete sie mit den explodierenden Kosten im Sozial- und Jugendbereich. Um für die Bürger vernünftige Leistungen zu erbringen und trotzdem Geld einzusparen, müsse der entsprechende Bereich unbedingt verstärkt werden. "Besonders um die Pflegesatzverhandlungen mit Kassen, Leistungserbringern und Sozialverbänden zu führen, braucht es eine erfahrene Führungskraft, die vor allem in Budgetfragen konsequent verhandeln kann", sagte Sojka.

An der neuen Struktur hat die Landrätin seit April intensiv mit wenigen Vertrauten gearbeitet. Sie ist nun die Grundlage, an der sich die beiden Arbeitsgruppen zur Personalstruktur und Haushaltskonsolidierung abarbeiten dürfen. Deren Leitung hatte sie bereits vor Ostern ihren beiden ehrenamtlichen Vize-Landräten Uwe Melzer (CDU) und Kathrin Backmann (SPD) übertragen - und damit dem Kreistag. Damit der am Ende nicht sagen könne, man habe sich alles ganz anders vorgestellt, wie Sojka freimütig erklärte.

Günter Neumann

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