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Fortschritte für Anschluss an A 72: Baustart könnte 2022 möglich sein

Straßenverkehr Fortschritte für Anschluss an A 72: Baustart könnte 2022 möglich sein

Das Genehmigungsverfahren für den Zubringer an die A 72 bei Frohburg ist in greifbare Nähe gerückt. Der Bund hat die Vorentwürfe bestätigt, Thüringen lässt die Pläne für das Verfahren erstellen, die schon Ende dieses Jahres fertig sein sollen. Der Freistaat will so schnell wie möglich Baurecht schaffen, sagte eine Ministeriumssprecherin.

An dieser Stelle an der Straße zwischen Frohburg und Nenkersdorf ist die Auffahrt auf die A 72 (r.) geplant. Noch ist das Zukunftsmusik.

Quelle: Jens Rosenkranz

Altenburg/Frohburg. Seit 1999 – und damit seit 17 Jahren – warten Autofahrer und vom Durchgangsverkehr gestresste Anwohner auf die Anbindung an die Autobahn 72 bei Frohburg. Bislang vergeblich. Im Jahr 2022 könnte es tatsächlich mit dem Baustart klappen. Darauf deutet der derzeitige Planungsstand hin.

Fest steht aber noch gar nichts. Das trifft erstens auf die Tatsache zu, dass die 10,3 Kilometer lange Trasse im neuen Bundesverkehrswegeplan zwar als vordringlich eingestuft wird, ein Prädikat der zweithöchsten Wichtigkeit, ohne dass die neue B 7 gar keine Chance hätte. Aber der Plan ist nur ein Entwurf und soll bis Jahresende erst vom Bundestag beschlossen werden. Experten gehen allerdings wegen der Kostenreduzierung von 68 auf 52 Millionen Euro und des fortgeschrittenen Planungsstadiums davon aus, dass die B 7 neu weiter vordringlich bleibt.

Zweitens: Vor 14 Tagen hat das Bundesverkehrsministerium die Vorentwurfs-Planungen mit einem sogenannten Gesehen-Vermerk bestätigt – eine wichtige Voraussetzung. Darüber informierte der Frohburger Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) die OVZ auf Anfrage. Keinen solchen Vermerk gibt es dagegen für die Anschlussstelle an die A 72 bei Frohburg, die für Hiensch viel wichtiger ist als der Zubringer aus Richtung Thüringen. Er muss sich nun auf die Zusage verlassen, dass der Vermerk nur eine Formsache ist, weil die Anschlussstelle noch immer Bestandteil der Planungen für den längst abgeschlossenen Bau der Autobahn von Chemnitz bis Borna ist, sozusagen dann als Restleistung gebaut wird.

Drittens: Im Auftrag der Thüringer Landesregierung arbeitet die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) bereits am Entwurf für das Planfeststellungsverfahren. Das teilte Antje Hellmann, Sprecherin des Ministeriums für Infrastruktur, der OVZ auf Anfrage mit. Er soll schon Ende dieses Jahres vorliegen. „Mit der Beantragung des Feststellungsverfahrens ist im ersten Quartal 2017 zu rechnen“, sagte Hellmann. Ziel des Freistaates sei, sobald als möglich Baurecht zu schaffen.

Für Hiensch sind dies gute Neuigkeiten. Im Moment ist der Frohburger der aktivste Politiker beim Thema Autobahn-Anschlussstelle. Regelmäßig lässt er sich von der Deges über den Stand der Dinge unterrichten. Aus Erfahrung geht Hiensch allerdings davon aus, dass die Entwurfsplanung später als März, also frühestens Mitte 2017 fertig ist. Dann könnte in der Tat das Planfeststellungsverfahren beginnen – die größte Unwägbarkeit bis zum Baustart. Behörden, Versorgungsunternehmen, Anliegergemeinden, betroffene Betrieben und selbst private Grundstücksbesitzer können ihre Einwände geltend machen.

Selbst Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) kennt die Tücken des Vorhabens. Da das Projekt in Sachsen durch Naturschutzgebiete führe, sei damit zu rechnen, dass das Genehmigungsverfahren für die Anschlussstelle und die neue B 7 keine Angelegenheit von zwei, drei Jahren sei, hatte er bei einem Besuch der Gemeinde Windischleuba im vergangenen Jahr gewarnt. Tillich gab jedoch ebenso ein klares Bekenntnis sowohl für den neuen Zubringer als auch für die Anschlussstelle ab. Das ist gut, reicht aber nicht.

Denn zu erwarten sind mögliche Einwände unter anderem bei geplanten Eingriffen in den Naturschutz, zum Beispiel wenn die Eschefelder Teiche und die Pleißewiesen bei Windischleuba tangiert würden. Grundstücksbesitzer könnten erneut ihr Veto einlegen, wie jene Osterland Agrar GmbH, die via Verwaltungsgericht den Bau der Anschlussstelle und der neuen B 7 bereits gestoppt hatte. Ginge es erneut vor Gericht, könnte das Planverfahren gut und gerne fünf Jahre dauern. Ausgang ungewiss. Doch erst wenn Baurecht besteht, kann beantragt werden, die Straße in den Bauplan des Bundes einzustellen.

Für Hiensch steht deswegen fest: Klappt alles, wird frühestens 2022 gebaut.

Von Jens Rosenkranz

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