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Frank Fache nimmt nach 50 Jahren heute Abschied von Motor Altenburg

Vereins-Urgestein Frank Fache nimmt nach 50 Jahren heute Abschied von Motor Altenburg

Große Bahnhöfe hat Frank Fache in fast 75 Lebensjahren schon einige erlebt. Jenem am heutigen Sonnabend dürfte der Altenburger besonders entgegen fiebern. Denn nach 50 Jahren aktivem Engagement beim SV Motor Altenburg wird der 74-Jährige offiziell bei den Schwarz-Gelben am Rande des Pokalkrachers seines Landesklassisten gegen Drittligist Jena verabschiedet.

Wird nach 50 Jahren Engagement bei Motor Altenburg verabschiedet: Frank Fache.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Große Bahnhöfe hat Frank Fache in fast 75 Lebensjahren schon einige erlebt. Jenem am heutigen Sonnabend dürfte der Altenburger besonders entgegen fiebern. Denn nach 50 Jahren aktivem Engagement beim SV Motor Altenburg wird der 74-Jährige offiziell bei den Schwarz-Gelben am Rande des Pokalkrachers seines Landesklassisten gegen Drittligist Carl Zeiss Jena verabschiedet. „Aber ich bin ja nicht aus der Welt und bleibe Motor natürlich auch weiter treu“, sagt Fache voller Überzeugung.

Ein halbes Jahrhundert bei den Motoristen – im Verein hat Frank Fache zweifellos in vielen Bereichen Spuren hinterlassen. Egal, ob als aktiver Fußballer bis hinauf in die DDR-Liga, der zweithöchsten Spielklasse der DDR überhaupt, als Trainer, Spieler der Alten Herren oder im gleichnamigen Faschingsverein. „Aber nach 50 Jahren ist es auch an der Zeit, ein wenig kürzer zu treten“, sagt der 74-jährige ehemalige langjährige Schulleiter des Friedrichgymnasiums.

Ein Ereignis, oder besser gesagt ein Tor, bleibt in der langen Motor-Historie ewig untrennbar mit dem Namen Fache verbunden: „Tore habe ich ja nicht allzu viele in meiner Karriere geschossen, aber dieses in der Saison 1975/1976 drei oder vier Spieltage vor Schluss der damaligen Bezirksliga bleibt unvergessen“, erzählt Fache noch heute und es wirkt, als stehe er im Geist wieder auf dem Platz in dieser entscheidenden Partie gegen Lok Delitzsch vor gut 3000 Zuschauern. „Das war so 20 Minuten vor Schluss, als es noch immer 0:0 stand, und wir einen Sieg brauchten, um den Sack für den möglichen Aufstieg in die DDR-Liga zuzumachen. Da kam das Leder plötzlich zu mir und ich habe einfach abgezogen. Das Ding war drin, wir stiegen auf“, erzählt der 74-Jährige, der bis heute bei den Alten Herren von Motor mitspielt. Danach erlebte Fache, der erst bei Aktivist Zipsendorf kickte und nach dem Studium 1967 zu Motor wechselte, alle Höhen und Tiefen, die nur der Fußball zu bieten hat.

Und beileibe war und ist der Altenburger nicht „nur“ Kicker. Auch Handball, Faustball, Tischtennis und Badminton betrieb er. Bei letzterem war er beispielsweise von 1960 bis 1962 dreimal Deutscher Jugendmeister. Squash, einen Ableger des Badminton, betreibt Fache bis heute jeweils montags. „Überhaupt ist an jedem Tag etwas anderes auf dem Programm. Und das soll auch so bleiben, so lange es noch geht.“ Fitness und Sauna stehen jeweils sonnabends, dienstags und donnerstags, Tischtennis mittwochs auf dem Plan. Freitag war bislang Training bei den Kickern und am Sonntag schwimmt Fache.

Und was sagt das Urgestein zur heutigen Situation bei Motor? „Da haben sich immer Menschen hinein gekniet, die es ehrlich meinten. Aber leider wurden da auch Fehler gemacht. Beispielsweise, als man sich völlig auf die erste Mannschaft im Fußball konzentrierte, aber dagegen die zweite Mannschaft sowie den Nachwuchs vernachlässigte.“ Fehler, die mittlerweile glücklicherweise korrigiert wurden und zu denen sich auch Fache bekennt.

Auf jeden Fall will er weiter die Betreuung der Alten Herren beibehalten und verfolgt sicher regelmäßig die Auftritte der Fußballer in der Landesklasse. „Da läuft es derzeit ja richtig gut“, drückt er den Jungs auch für heute die Daumen. Ein starker Auftritt gegen den scheinbar übermächtigen Drittligisten heute würde er sich wünschen. Ein schöneres Abschiedsgeschenk gäbe es nicht.

Von Jörg Wolf

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