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Altenburg Frankfurter Firma kauft Altenburger Bahnhof
Region Altenburg Frankfurter Firma kauft Altenburger Bahnhof
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14:10 11.03.2018
Die Deutsche Bahn hat den Bahnhof in Altenburg an eine Firma aus Frankfurt am Main verkauft. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Der Altenburger Bahnhof hat den Besitzer gewechselt. Wie die Deutsche Bahn (DB) auf Nachfrage mitteilte, sei das Empfangsgebäude samt eines angrenzenden Parkplatzes in der Eisenbahnstraße bereits im Dezember 2017 verkauft worden. Den Namen des Käufers behielt das Unternehmen aber „aus Datenschutzgründen“ für sich. Nach OVZ-Informationen handelt es sich dabei um die Aedificia Infrastruktur- und Entwicklungsgesellschaft. Die Firma, deren lateinischer Name zu deutsch „Gebäude“ bedeutet, sitzt in Frankfurt am Main und gilt als Spezialist für Sonderimmobilien – insbesondere für Bahnhöfe.

Geschäft für mehrere hunderttausend Euro

Aedificia-Geschäftsführer Stefan Steinert bestätigte den Kauf des 1878 errichten Gebäudes samt Bahnhofsvorplatz in der Wettinerstraße und des angrenzenden Parkplatzes in der Eisenbahnstraße. Einen Kaufpreis nannte er jedoch nicht. Darüber sei mit der Bahn Stillschweigen vereinbart worden, erklärte der neue Eigentümer. Nach OVZ-Informationen flossen für das repräsentative Objekt mehrere hunderttausend Euro.

Der Großteil der Immobilie, für die die DB schon länger einen Käufer suchte, steht seit Jahren leer. Von den etwa 20 Wohn- und Gewerbeeinheiten ist nur noch rund ein Drittel vermietet: zwei Wohnungen an Privatleute, Büros und der Fahrkartenverkauf an die Bahn und weitere Flächen an eine Pizzeria und die Freie evangelische Gemeinde. Sie wurden von der DB bereits über den Verkauf informiert, von Aedificia aber noch nicht kontaktiert.

Kein fertiger Plan, aber ein Grundkonzept

Einen fertigen Plan, was mit der herrschaftlichen Immobilie konkret passieren soll, gibt es noch nicht. „Dafür ist es zu früh“, sagte Steinert. „Es vergeht auch noch etwas Zeit, bis wir uns mit der Immobilie an sich beschäftigen.“ Schließlich sei man derzeit erst einmal dabei, die rund zwei Zentner Unterlagen, die man von der Bahn bekommen habe, technisch zu erfassen und zu prüfen. Zudem sei er kein Freund von hoch entwickelten Konzepten, weil diese starr und meist an bestimmte Mieter gebunden seien. „Klappt das bei einem nicht, wackelt das ganze Konstrukt.“

Allerdings hat die Frankfurter Firma ein Grundkonzept. „Wir verstehen Bahn – und Bahnhof“, erklärte der Geschäftsmann angesichts von zwei Jahrzehnten im DB-Immobilienbereich und inzwischen über 30 eigenen Bahnhöfen in ganz Deutschland. „Wir erfinden das Rad nicht neu.“ Es gehe darum, die Gebäude wieder in Richtung ihrer ursprünglichen Nutzung „als Eingangstor zur Stadt und Fahrstation“ zu entwickeln. „Wir wollen Nutzung, die Reisenden oder deren Abholern dient oder denjenigen, die etwas vergessen haben.“

Firma plant ohne Fördermittel – und bittet um Geduld

Im Kern des Interesses stehen vor allem Läden mit Dingen des täglichen Bedarfs, wie eine Bäckerei und Gastronomie. Fast-Food-Ketten lehnt Steinert jedoch ab, weil diese ein unerwünschtes Klientel anzögen und Müll produzierten, begründete der Geschäftsführer, der ohne Fördermittel plant. „Die Pizzeria ist aber in Ordnung und wird bleiben.“ Für das übrige Gebäude seien aber auch Nutzungen wie eine Kita, eine Kurzzeitpflege, eine Apotheke oder eine Reinigungsannahme denkbar. „Alles, was zum Beispiel für Pendler auf dem Weg von oder zur Arbeit Sinn macht.“

Die eigenen Pläne will Aedificia eng mit der Stadt abstimmen. „Es ist der Bahnhof der Altenburger und ich habe die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen“, sagte Steinert, der selbst familiäre Verbindungen nach Mitteldeutschland hat. „Daher sind wir auf Hinweise aus der Mitte der Stadt und auf hiesige Unternehmen angewiesen.“ Allerdings bittet er auch um etwas Geduld. „Aufgrund der Größe ist der Bahnhof eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme.“ Es werde einige Jahre brauchen, um den Standort wieder in das Licht zu rücken, in das er gehöre. „Wir können auch nicht hexen.“

Von Thomas Haegeler

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