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Altenburg Frankreich lebt - im Altenburger Landestheater
Region Altenburg Frankreich lebt - im Altenburger Landestheater
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20:23 03.02.2014
Soloflötist Loïc Schneider und Generalmusikdirektor Laurent Wagner. Quelle: Jens Paul Taubert

Da Dirigent und Solist ebenfalls aus Deutschlands großem westlichen Nachbarland stammen, war die französische Hegemonie offensichtlich und tat dem deutschen Anteil - Orchester und Publikum - sehr wohl.

Das Programm war etwas kleingliedrig und für das Thema nicht repräsentativ genug zusammengestellt, bot aber immerhin einen kleinen Überblick über die französische Musikgeschichte. Orchesterchef Laurent Wagner hat natürlicherweise eine emotionale wie auch künstlerische Affinität zu den fünf Werken und führte jedes einzelne in Verbindung mit seinem hohen dirigiertechnischen Vermögen und einem Orchester mit wacher Aufmerksamkeit und subtilem Stilgefühl zu überzeugenden Interpretationen.

Das begann schon mit Jean-Philippe Rameaus (1683-1764) Orchestersuite aus dessen Oper Castor und Pollux, einem Standardwerk der französischen Barockmusik. Rameau ist übrigens mit seinem 250. Todestag musikalischer Jubilar 2014. Diese Repräsentationsmusik ist klangfarblich bunt und musikalisch effektvoll, zeigte auch französische Eleganz und musikalischen Esprit und wurde vom Orchester mit Klangsensibilität interpretiert. Gleiches gilt für Maurice Ravels (1875-1937) "Le Tombeau de Couberin", ein Werk, das sich auf den großen französischen Barockkomponisten Francois Couperin bezieht und in dem Laurent Wagner mit dem Orchester eine farbige impressionistische Klangwelt erzeugte.

Umjubelter Hauptakteur des Konzertes wurde der Franzose Loïc Schneider. In ihm erlebte das Publikum einen jungen Flötisten auf dem Weg zur internationalen Spitze. Technisch steht ihm alles zur Verfügung. Das ermöglichte ihm eine sensationell überzeugende Interpretation sowohl des 7. Flötenkonzertes des der französischen Frühklassik zuzurechnenden Francois Devienne (1759-1803) als auch des Flötenkonzertes von Jacque Ibert (1890-1962) aus dem Jahre 1934. Nicht nur, dass er die cantablen Sätze mit reiner und immer ausgewogenen Tongebung spielte und in den tieferen Lagen seine Soli rund und voll Volumen erklingen ließ, auch in den virtuosen schnellen Sätzen spielte er die Staccatokaskaden in traumwandlerischer Vollkommenheit, wobei der Dirigent das Orchester passgerecht zum Solisten führte. Der Beifall wollte kein Ende nehmen - auch nicht nach einer langen Zugabe.

Für das abschließende Scherzo für großes Orchester nach Goethes Ballade "Der Zauberlehrling" von Paul Dukas (1865-1935) wurde das Orchesterpersonal maximal aufgestockt. Laurent Wagner entlockte im alles, was dieses zu geben in der Lage ist, um die ganze raffinierte Klanggewalt mit großer Virtualität aller Musikerinnen und Musiker zum musikalischen Leben zu erwecken und eine Interpretation zu geben, die höchsten Anforderungen genügt. Das Publikum feierte Orchester und Dirigenten mit Beifall, der wirklich nicht enden wollte. Lohn für ein musikalisches Ereignis.

Manfred Hainich

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