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Frauenchor von Langenleuba-Niederhain probt Weihnachtslieder

Frauenchor Frauenchor von Langenleuba-Niederhain probt Weihnachtslieder

Sommerferien und Weihnachtslieder – so richtig scheint das nicht zusammenzupassen. Doch wer dienstags in Langenleuba-Niederhain Weihnachtslieder hört, muss sich keine Sorgen machen. Denn dann probt im Mehrzweckraum des Rittergutes der Frauenchor. Seit 22 Jahren singen die Damen gemeinsam.

Einmal die Woche probt Rosemarie Luft (r.) mit den Frauenchor in Niederhain.

Quelle: Mario Jahn

Langenleuba-Niederhain. Sommerferien und Weihnachtslieder – so richtig scheint das nicht zusammenzupassen. Doch wer dienstags in Langenleuba-Niederhain Weihnachtslieder hört, muss sich keine Sorgen machen. Denn dann probt im Mehrzweckraum des Rittergutes der Frauenchor. Und weil für die 17 Damen der Dezember der Monat mit den meisten Auftritten ist, wird jetzt schon fleißig am Weihnachtsprogramm gearbeitet. „Wir möchten ja auch nicht jedes Jahr die gleichen Lieder singen“, sagt Chorleiterin Rosemarie Luft. Etwa hätten sie sich für diese Jahr „O holy night“ vorgenommen, aber die deutsche Version „O heil’ge Nacht“.

Seit 22 Jahren singen die Damen zusammen. Seinerzeit wollten die Verantwortlichen der Begegnungsstätte einen Chor gründen. Sie fragten die damalige Musiklehrerin der Wieratalschule, ob sie die Leitung übernehme, und Rosemarie Luft sagte zu. „Und dann war die erste Probe und es kamen gerade fünf Frauen. Ich habe gedacht, das wird nie etwas“, denkt sie zurück. Aber aus dem Chor wurde etwas und über zwei Jahrzehnte später singen die Frauen noch immer gern und mit voller Inbrunst zusammen.

Nur die Zahl der Auftritte sei ein wenig zurückgegangen, erzählen die Sängerinnen. Zum einen gebe es heute weniger Anfragen. Anfangs haben sie häufiger bei Geburtstagen, Ehejubiläen und anderen Familienfest gesungen. Zum anderen ist aber auch an ihrem Ensemble die Zeit nicht spurlos vorbeigegangen. „Früher haben wir allein für Weihnachten zwei Programme einstudiert“, erinnert sich Luft. Das würde heute ihre Kräfte und die des Chors übersteigen.

Aber sie würden ja auch nicht an einer Karriere basteln, erklären die Damen. Sie singen eben für ihr Leben gern. „Das macht einfach riesigen Spaß“, begründet Helga Kaufmann. „Außerdem ist musizieren gut für die Seele“, findet Sigrun Bauch. Und auch für den Körper, ergänzt die Chefin. Schon weil jede Chorprobe mit Gymnastik beginne. Auf die obligatorischen Tasse Kaffee folgen Lockerungs-, Dehn- und Atmungsübungen, erläutert Rosemarie Luft. Erst dann wird eines der 176 Lieder angestimmt, die der Chor inzwischen in petto hat. Auch wenn sie heute nicht mehr ganz so viele Auftritte wie in den Anfangstagen absolvieren, ehrgeizig sind die Damen nach wie vor. Gerade das mache ihr besonders viel Spaß, sagt die Chorleiterin. Die Bornaerin ist zwar inzwischen pensioniert, Musiklehrerin aber trotzdem durch und durch und liebe es, ihr Wissen weiterzugeben. Und der Frauenchor scheue nicht vor schwierigen Titeln zurück. „Gerade ,O holy night’ hat es in sich. Ich hoffe, wir bekommen das bis Weihnachten hin.“

Bei alldem vergessen die Frauen aber die Geselligkeit nicht. Das war auch schon immer ein wesentlicher Bestandteil des Chors. „Als wir begonnen haben, war gerade die Zeit, in der viele Frauen arbeitslos geworden sind. Der Chor bot die Möglichkeit, rauszukommen und sich zu treffen“, erzählt Ute Birkholz. Und dieser Aspekt habe im Laufe der Jahre nicht an Bedeutung verloren. „Am 8. August zum Beispiel geht es zum Kaffee nach Glauchau“, so Rosemarie Luft.

Dass, wenn die stimmgewaltige Truppe einkehrt, auch gesungen wird, versteht sich fast von selbst. „Aber ich habe gefragt, ob das in Ordnung geht“, sagt die Chorleiterin und freut sich. Gesungen werde dann wie immer Querbeet – Volkslieder, Stimmungslied oder auch mal einen Choral.

Ein Lieblingslied hätten sie keines, sagen den Damen, aber etwas Besonderes sei das eigene Chorlied, dass sie vor Jahren auf die Melodie des Schneewalzers gedichtet haben.

Von Jörg Reuter

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